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Gesetzlich krankenversichert Diese Kassen sind am besten

Teure Krankenversicherung: Vor allem ältere Privatversicherte wechseln offenbar immer häufiger in günstigere Basis- und Standardtarife. Foto: Franziska Gabbert

Wer die Krankenkasse wechselt, kann viel Geld sparen.

(Foto: dpa)

Prima, der Zusatzbeitrag soll ab 2019 zur Hälfte vom Arbeitgeber getragen werden. Aber schon jetzt lässt sich für gesetzlich Versicherte Geld sparen - durch einen Wechsel der Krankenkasse. Denn es gibt günstige Anbieter mit Extraleistungen, wie Finanztest berichtet.

Gute Nachrichten für gesetzlich Krankenversicherte: Zwölf für alle geöff­nete Kassen hatten zum Jahresbeginn bereits den Zusatzbeitrag gesenkt, den Versicherte zahlen müssen - von 1,1 auf 1,0 Prozent. Für die 54 Millionen Kassenmitglieder reduzierte sich damit der Gesamtbeitrag im Schnitt von 15,7 auf 15,6 Prozent vom Bruttolohn. Ab dem kommenden Jahr sollen die derzeit von den Mitgliedern allein zu zahlenden Zusatzbeiträge zur Hälfte von den Arbeitgebern getragen werden.

Doch außerdem bietet ein Wechsel der Krankenkasse für Versicherte zusätzliches Einsparpotenzial. In Einzelfällen sind so bis zu einigen Hundert Euro drin, wenn von der teuersten bundes­weit geöff­neten Kasse zur güns­tigsten gewechselt wird, wie eine Untersuchung von Finanztest zeigt. ­­­Die Ersparnis ist abhängig vom Einkommen. Verdient jemand monatlich 3000 Euro brutto, bringt ein Wechsel monatlich etwa 33 Euro, pro Jahr also rund 400 Euro Ersparnis. Allerdings ist zu beachten, dass nach einem Wechsel mehr Bruttolohn zu versteuern ist. Ein Teil der Ersparnis fällt dann auch der Steuer zum Opfer. Zudem sollten Wechselwillige prüfen, ob die neue, günstigere Krankenkasse auch alle gewünschten Extraleistungen wie beispielsweise Zahnreinigung, Osteo- oder Homöopathie anbietet.

500 Euro Zuschuss sind drin

Zwölf der überprüften ­Kassen haben den Zusatz­beitrag zu Jahresanfang gesenkt, sechs haben erhöht. Dabei sind alle Kassen frei auswählbar. Auch dann, wenn der Versicherte bereits älter oder gerade in Behandlung ist. Vorausgesetzt, die Kasse ist im Bundesland des Versicherten auch verfügbar. Finanztest hat auch jene Krankenkassen, die besonders die Osteopathiebehandlung bezuschussen­, miteinander verglichen.

Am meisten bekommen Versicherte hier bei der AOK Bremen/Bremerhaven (Gesamtbeitrag 15,4 Prozent) und der BKK Provita (15,9 Prozent Gesamtbeitrag). 500 Euro sind so jährlich drin, bei einem Zuschuss von 80 Prozent pro Sitzung. Vorausgesetzt, diese wurde ärztlich verordnet und der Osteopath ist von der Krankenkasse anerkannt. 

Ungeachtet solcher Zusatzleistungen ist die derzeit günstigste bundesweit geöffnete Krankenkasse die HKK mit einem Gesamtbeitrag von 15,19 Prozent. Leider nur regional verfügbar, nochmals mit geringerem Beitragssatz, sind die Metzinger BKK und die AOK Sachsen-Anhalt (14,6 beziehungsweise 14,9 Prozent Gesamtbeitrag).  

Wer nun über einen Wechsel nachdenkt, sollte wissen, dass Versicherte seit mindestens 18 Monaten Mitglied ihrer Krankenkasse sein müssen, bevor sie zur Kündigung berechtigt sind. Es sei denn, die Kasse erhöht den Zusatzbeitrag. Dann besteht ein Sonderkündigungsrecht zum Ende des Monats, in dem erstmals der höhere Beitrag verlangt wird.  Wird regulär gekündigt, ist diese zum Ablauf des übernächsten Monats wirksam. Die Kündigung muss schriftlich gegenüber der alten Kasse erfolgen; sie muss innerhalb von 14 Tagen bestätigt werden. Zeitgleich sollte sich um die Mitgliedschaft bei einer neuen Krankenkasse bemüht werden. Ein entsprechender Antrag ist auch meist im Internet zu finden. Hat der Wechsel innerhalb der Wechselfrist geklappt, darf keinesfalls vergessen werden, die neue Mitgliedsbescheinigung dem Arbeitgeber oder der Arbeitsagentur vorzulegen. Denn ansonsten bleibt der Versicherte Mitglied seiner alten Kasse.   

Quelle: n-tv.de, awi

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