Fußball

So läuft der 15. Bundesligaspieltag Ancelotti will lieber die Champions League

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"Es ist mir immer lieber, die Champions League zu gewinnen als die nationale Meisterschaft": Carlo Ancelotti.

(Foto: imago/Lackovic)

Carlo Ancelotti legt sich fest: Deutscher Fußballmeister schön und gut, aber toller wäre es, mit dem FC Bayern die Königsklasse zu gewinnen. Da will Leipzig auch hin, aber erst einmal eine neue Serie starten. Auch der BVB nimmt sich viel vor.

Was macht der FC Bayern?

Die Münchner freuen sich über ihre vor einer Woche zurückeroberte Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga und auf den 21. Dezember, wenn die dann vielleicht immer noch punktgleichen Rasenballsportler aus Leipzig zum letzten Spiel des Jahres nach Fröttmaning kommen. Zwischendurch treten sie am 15. Spieltag noch beim SV Darmstadt 98 an, und zwar am Sonntag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de). Ansonsten beschäftigt sich der FC Bayern mit seinem Personal. Nachdem in dieser Woche der polnische Angreifer Robert Lewandowski beschlossen hatte, bis 2021 zu bleiben, verkündete der nach seiner Wahl zum Präsidenten flugs wieder omnipräsente Uli Hoeneß: "Arjen bleibt, keine Frage." Das soll wohl heißen, dass Robben, dessen Vertrag im Sommer ausläuft, ein neues Angebot bekommt.

Derweil hat Trainer Carlo Ancelotti seine Priorität festgelegt: "Es ist mir immer lieber, die Champions League zu gewinnen als die nationale Meisterschaft", sagte er den spanischen Sporttageszeitungen "AS" und "Marca". Auch darin unterscheidet er sich von seinem Vorgänger Josep Guardiola, der stets betont hatte, der Titel in der Bundesliga sei wichtiger, da ehrlicher. Konsequenterweise hatte er in seinen drei Münchner Jahren dreimal die deutsche Meisterschaft gefeiert, aber keinmal die Königsklasse gewonnen. Und Ancelotti weiß, dass seinen Chefs um den Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge das nationale Geschäft nicht ganz unwichtig ist. Aber: "Bayern hat das Halbfinale der Champions League dreimal in Folge erreicht. So weit möchte ich mindestens auch kommen. Wir hoffen, die Champions League zu gewinnen. Und falls nicht, wenigstens ins Finale zu kommen." Daran richtet Ancelotti seine Pläne aus. Bis sei das gut gewesen, "obwohl wir uns noch verbessern können. Und es ist noch Zeit dafür. Die entscheidende Zeit kommt im Februar, März, April. Auf diese Phase müssen wir uns gut vorbereiten." Dann geht es im Achtelfinale am 15. Februar in München und am 7. März in London gegen den FC Arsenal.

Was ist denn mit RB Leipzig los?

Nach der ersten Niederlage in dieser Saison am 15. Spieltag in Ingolstadt waren die Leipziger dann doch leicht verstimmt. Trainer Ralph Hasenhüttl habe die Zügel angezogen und seiner Mannschaft vorgeschlagen, am Samstag im Topspiel gegen die Berliner Hertha eine Reaktion zu zeigen, um dann frohen Mutes zum Toptopspiel drei Tage vor Heiligabend nach München zu fahren. "Ich bin optimistisch, dass wir das schaffen", hatte Abwehrchef Willi Orban gesagt. Und Hasenhüttl gab nun vor dieser Begegnung des Tabellenzweiten mit dem Tabellendritten zu Protokoll: "Ich bin überzeugt, dass wir am Samstag ein anderes Gesicht als in Ingolstadt zeigen werden." Und: "Wir wollen in diesem Heimspiel eine neue Serie starten". Das ist ein an Lässigkeit kaum zu überbietender Satz, wenn der übernächste Gegner FC Bayern heißt. Derweil behauptete Michael Preetz: "Auch Leipzigs System ist zu knacken." Was insofern keine bahnbrechende Erkenntnis ist, als dass die Ingolstädter das ja just bewiesen haben. Und so haben sich die Berliner vorgenommen, nach der ersten Heimniederlage in dieser Spielzeit gegen den SV Werder nun halt auswärts zu punkten: "Es ist doch klar, dass wir uns Gedanken machen und Ideen haben, wie wir dem Spielstil der Leipziger beikommen können", sagte Herthas Manager. Wir sind gespannt: Auswärts holte das Team von Trainer Pal Dardai bisher aus sieben Partien neun Punkte: zwei Siege, drei Remis, zwei Niederlagen. Die Leipziger verloren im Zentralstadion noch keinmal, gewannen fünf Spiele und remisierten einmal.

Wie läuft's bei Borussia Dortmund?

Geht so, zumindest auswärts ist der BVB in dieser Saison eher nicht so erfolgreich. Acht Zähler aus sieben Partien stehen zu Buche, und nun geht's an diesem Freitag (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) das Gastspiel in Sinsheim bei der als einiges Team ungeschlagenen TSG. Und Dortmunds Thomas Tuchel verkündete keck: "Wir werden uns zutrauen, die Ersten zu sein, die Hoffenheim schlagen." Es sagte das mit dem Selbstbewusstsein eines Trainers, der eine Woche in Ruhe mit seiner Mannschaft üben konnte. Grundsätzlich ist das nämlich ein kleines Problem: "Vier von sechs Liga-Spielen nach der Champions League nicht zu gewinnen, ist signifikant", sagte Sportdirektor Michael Zorc dem "Kicker". Die Dortmunder würden "aber nicht absagen, nur damit wir besser trainieren können".

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"Wir haben vor, jede Position zu besetzen": Thomas Tuchel.

(Foto: imago/DeFodi)

Apropos abmelden: Mittlerweile sind es vier Profis, die dem BVB fehlen: Sebastian Rode, Lukasz Piszczek, Sokratis und Gonzalo Castro fallen ganz sicher aus. Erik Durm hat's am Rücken, Nuri Sahin am Fuß, Marc Bartra fiebert, Shinji Kagawa weiß auch noch nicht, ob er spielen kann. Und das Comeback Raphael Guerreiros verzögert sich. Da versuchte es Tuchel mit Galgenhumor: "Wir haben vor, jede Position zu besetzen." Ganz so schlimm ist es dann aber auch wieder nicht: Wer wie die Dortmunder eine Offensivreihe mit den Herren Marco Reus, Ousmane Dembelé, Mario Götze, André Schürrle und Pierre-Emerick Aubameyang aufbieten kann, dürfte auf Mitleid nicht angewiesen sein. Und die Hoffenheimer? Trainer Julian Nagelsmann war einst in der Jugend des FC Augsburg Tuchels Co-Trainer und Scout. Privaten Kontakt haben die beiden zwar nicht, Nagelsmann will es seinem einstigen Mentor aber gerne zeigen: "Ich bin schon heiß, ihn zu schlagen."

Wo wird's brisant?

Die Lage ist ernst, um nicht zu sagen brisant. Ein Platz, der am Ende der Saison den Abstieg in die zweite Liga bedeuten würde, ist nur noch ein Punkt entfernt. "Es gibt kein Vertun. Wir stecken im Abstiegskampf", verkündete Aufsichtsratschef Francisco Javier Garcia Sanz auf der Weihnachtsfeier des Vereins. Deshalb begab sich der VfL Wolfsburg in ein kurzes Trainingslager im 30 Kilometer entfernten Königslutter, bevor es am Samstagabend im Stadion am Mittellandkanal gegen die Frankfurter Eintracht geht. Im Management-, Bildungs- und Kommunikationszentrum des Mutterkonzerns Volkswagen will die Mannschaft nach der Entlassung Klaus Allofs' zur Ruhe kommen und sich Zeit für Gespräche nehmen, sagte Trainer Valérien Ismaël. Ansonsten gelte: "Wir müssen alles dafür tun, die Wende zu schaffen." Auch er steht zur Disposition, zumindest bis zur Winterpause aber darf der Nachfolger des nach dem siebten Spieltag gefeuerten Dieter Hecking bleiben, das haben sie ihm zugesichert. Solche Probleme hat Niko Kovac nicht. Er hatte die Eintracht in der vergangenen Saison vor dem Abstieg gerettet, nun stehen die Frankfurter auf Tabellenplatz fünf, erst zwei Spiele haben sie in dieser Saison verloren. Seinen Vertrag, der zum Saisonende ausgelaufen wäre, hat er just bis 2019 verlängert. Und Manager Bruno Hübner sagt: "Niko hat eine große Karriere vor sich."

Wo wird's kuschelig?

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Guter Dinge: Manuel Baum.

(Foto: imago/DeFodi)

Tja, warum genau hat der FC Augsburg jetzt Trainer Dirk Schuster gefeuert? Manager Stefan Reuter beteuerte: "Es kommen immer wieder Gerüchte und Meldungen. Ich möchte einfach nochmal sagen, dass es sportliche Gründe waren, die den Ausschlag gegeben haben." Von einer Schlägerei wisse er nichts. "Dirk Schuster hat einen Cut, der am Sonntagmorgen genäht wurde, aber das hat nichts mit unserer Entscheidung zu tun", sagte Reuter. "Er hat gesagt, er ist gestürzt, und ich habe keinen Grund, das nicht zu glauben. Das kann jedem mal passieren." Nun gut, der neue Trainer heißt zunächst einmal Manuel Baum, ist 37 Jahre alt und hatte sich bisher um den Nachwuchs der Augsburger gekümmert. Er freut sich auf die Partie gegen die Mönchengladbacher Borussia am Samstagnachmittag. "Ich kriege das Lachen gerade gar nicht aus dem Gesicht heraus. Ich freue mich wahnsinnig, dass der Verein das Vertrauen in mich setzt. Wir stricken mit heißer Nadel an einem Plan, wie wir Gladbach schlagen wollen." Und er weiß genau, was er von seinen Spielern will: "Mir ist es wichtig, dass wir eine mutige Mannschaft auf dem Platz haben, die Bock und Lust hat, die Bälle zu erobern und die danach schnell umschaltet." Hat er denn Lust, mehr als eine Interimslösung zu sein? "Ich hoffe, man kauft es mir ab, aber damit beschäftige ich mich wirklich nicht."

Was ist sonst noch so los?

Markus Gisdol trainiert ja den Hamburger SV, und da kann es nicht schaden, nun neuen Mut zu fassen, da der Vorstandsvorsitzende nicht mehr Dietmar Beiersdorfer heißt: "Ich habe große Achtung und großen Respekt vor Heribert Bruchhagen. Ich hoffe, dass er es schafft, Ruhe in den Verein zu bringen." Und dass Beiersdorfer noch bis zum Jahresende als Sportchef fungieren wird: "In der aktuellen Situation ist es die sinnvollste Lösung, mit Didi weiterzuarbeiten." Schließlich gehe es darum, gemeinsam zu überlegen, welche Spieler man in der Winterpause verpflichten wolle und könne. "Das kurzfristig in andere Hände zu geben, halte ich nicht für sinnvoll." Und Gisdol ist durchaus geschmeichelt, dass sie ihn um seine Meinung bei der Suche nach einem Sportdirektor gebeten haben. "Schön, dass man mich fragt, aber ich entscheide das nicht." Erst einmal aber steht am Samstag das Spiel beim 1. FSV Mainz an. Vier Spiele ist der HSV nun unbesiegt, sammelte acht Punkte. "Mainz ist eine gute Pressingmannschaft. Wir erwarten eine sehr intensive Partie", sagte Gisdol. Seine Mannschaft wolle den Gegner "ein Stück weit überraschen".

Vor dem letzten Heimspiel des Jahres gegen den SC Freiburg am Samstagnachmittag macht sich Trainer Markus Weinziert Sorgen um seine Offensive. Mit Eric Maxim Choupo-Moting fällt nun nämlich auch der vierte Angreifer aus, eine Grippe hat ihn erwischt. "Das ist sehr bitter für uns. Vorne trifft es uns in geballter Form. Aber wir werden eine Lösung finden", sagte Weinzierl. Als Ersatz für Choupo-Moting kommen Jewgeni Konopljanka oder der junge Donis Avdijaj infrage. Ohnehin stehen die Langzeitverletzten Breel Embolo, Klaas-Jan Huntelaar und Franco Di Santo nicht zur Verfügung. "Das habe ich in dieser Form noch nicht erlebt", kommentierte Sportvorstand Christian Heidel. Derweil geht es für den TSV Bayer 04 Leverkusen darum, mit einen Sieg gegen den FC Ingolstadt am Sonntag zum Abschluss dieses 15 Spieltags den Anschluss an die Spitzenplätze der Liga zu halten. Und Angreifer Stefan Kießling hat gar große Träume: "Natürlich wäre es schön, am Ende nochmal einen Titel in der Hand zu halten. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass das noch klappt", sagte der 32 Jahre alte Angreifer dem Bezahlsender Sky. Sein Vertrag gelte noch eineinhalb Jahre, "und die werde ich versuchen, noch durchzuziehen. Das Ziel ist aufgrund der Gesundheit, so viele Spiele wie möglich mitzumachen, das Ganze zu genießen und die verbleibende Zeit schön zu gestalten".

Der n-tv.de-Geheimtipp des Spieltags

Und hier die Statistik des Tages: In diesem Jahrtausend hat der SV Werder Bremen noch kein Heimspiel verloren. Gegen den 1. FC Köln. Im Dezember. Großartig. Dann wollen wir am Samstagnachmittag mal schauen, ob sich diese imposante Serie fortsetzt.

Quelle: ntv.de

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