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Mega-Hitze im "Tal des Todes" 54,4 Grad - Jahrhunderthitze im "Ofen-Bach"

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Das Death Valley ist der tiefste Punkt der USA - und der heißeste.

(Foto: imago images/Cavan Images)

Am Wochenende haben US-Meteorologen möglicherweise die höchste Temperatur seit mehr als einem Jahrhundert gemessen. Allerdings ist der Wert offiziell noch nicht bestätigt. In der Nähe wurde auch die jemals höchste Temperatur auf Erden gemessen. Daran gibt es allerdings Zweifel.

Das Death Valley in Kalifornien ist für Gluthitze bekannt - so heiß wie am Wochenende ist es aber auch im Tal des Todes nur selten. Der Nationale Wetterdienst der USA maß dort am Besucherzentrum "Furnace Creek" 130 Grad Fahrenheit - 54,4 Grad Celsius. Dies wäre die höchste offiziell gemessene Temperatur auf Erden seit 1931, erklärte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO). Allerdings müsse die Messung noch überprüft werden.

Aktuell wird der Südwesten der USA von einer extremen Hitzewelle heimgesucht. Die Temperatur von 54,4 Grad wurde laut US-Wetterdienst am Sonntag um 15.41 Uhr Ortszeit von der Station am "Furnace Creek" registriert - zu Deutsch: "Ofen-Bach".

Der Death-Valley-Nationalpark in der Mojave-Wüste westlich der Casino-Metropole Las Vegas hält bereits den Rekord für die höchste jemals gemessene Temperatur auf der Erde: 56,7 Grad im Juli 1913. Diese wurden nur etwa eine halbe Stunde Fußmarsch vom Furnace Creek gemessen. Auf den zweithöchsten Wert kletterte das Thermometer 1931 in Kebili in Tunesien mit 55 Grad Celsius. An beiden Werten gibt es Zweifel von Wissenschaftlern, sie wurden von der WMO bisher aber nicht kassiert.

Tal, Berge, kaum Bewuchs

Auch jetzt betonte die Weltorganisation, sie müsse den neuen Wert vom Furnace Creek erst noch überprüfen. Sollten die 54,4 Grad Bestand haben, wäre es die dritthöchste jemals offiziell registrierte Temperatur auf Erden. Die Überprüfung kann mehrere Monate dauern.

Probleme mit fehlerhaften Messungen gibt es immer wieder: Lange führte der Ort El Asisija in Libyen die Liste der heißesten Orte der Erde an. Dort wurde im September 1922 eine Temperatur von 58 Grad Celsius festgestellt. Vor einigen Jahren machte die Weltorganisation für Meteorologie dann jedoch einen Rückzieher - der Wert konnte wegen Problemen mit den Instrumenten und einer Messung auf asphaltähnlicher Oberfläche nicht weiter anerkannt werden. Weiterhin Gültigkeit haben dagegen die im Juli 2016 in Mitribah in Kuwait gemessenen 54 Grad. 

Das Death Valley ist der heißeste, trockenste Ort und mit bis zu 86 Metern unter dem Meeresspiegel einer der tiefsten Stellen in den USA. Die Form des schmalen Beckens trägt dabei maßgeblich zu den Temperaturen bei, denn die steilen Berge drumherum strahlen die Hitze zurück ins Tal. Zudem sorgen die klare und trockene Luft sowie der spärliche Bewuchs von Pflanzen dafür, dass der Boden sich im Sonnenlicht stark erwärmt.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP/dpa