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14.000 Jahre alter Wolfswelpe Ältestes Erbgut aus Permafrost sichergestellt

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Eine DNA-Spirale.

(Foto: imago/fStop Images)

Der Fund eines fossilen Wolfes aus der Steinzeit entpuppt sich als wissenschaftliche Sensation. Der im sibirischen Permafrostboden konservierte Körper des Tiers bricht alle bisherigen Rekorde, weil sich Forscher auf neue Pfade wagen.

Forscher haben die materielle Basis der Gene, die Ribonukleinsäure (RNA) eines rund 14.000 Jahre alten Tieres isoliert und sequenziert. Möglich wurde das, weil der Körper des Tieres vom Permafrostboden Sibiriens konserviert wurde. Die RNA des sogenannten "Tumat"-Welpen ist die mit Abstand älteste jemals gefundene und ausgelesene auf der Welt. Die Forscher gehen davon aus, dass es sich bei dem Tier um einen jungen Wolf oder um einen teildomestizierten Wolfshund handelt.

Die Möglichkeit, uralte DNA zu isolieren und auszulesen, ist für die Wissenschaft ein echter Glücksfall. Vor allem Archäologen und Paläontologen profitieren davon. Mithilfe fossilen Erbguts können nicht nur Verwandtschaften früherer Menschenformen festgestellt, sondern sogar deren Aussehen rekonstruiert werden. Was für menschliche DNA gilt, kann auch auf Tiere und fossile Pflanzenreste übertragen werden.

Darüber, welche Gene zu Lebzeiten aktiv waren und welche nicht, liefert nun die RNA Auskunft. Diese ist jedoch äußerst kurzlebig und wird, nachdem sie ihre Aufgabe erfüllt hat, im Körper schnell wieder abgebaut. Aus diesem Grund haben Forscher in fossilen Fundstücken nur selten danach gesucht. Anders hingegen das Team um Oliver Smith von der Universität Kopenhagen. Den Forschern war schon bei vorhergehenden Untersuchungen gelungen, 700 Jahre alte RNA eines Insektenvirus und aus fossilen Pflanzenteilen zu isolieren.

Sie entnahmen nun dem gut erhaltenen und durch Kälte gut konservierten Körper zunächst mehrere Gewebeproben aus Muskeln, Leber und dem Knorpel, untersuchten diese mit verschiedenen Methoden auf RNA und wurden schließlich fündig. Den Evolutionsgenetikern gelang es, so viel RNA sicherzustellen, dass sie diese sogar entschlüsseln und Gewebetypen bestimmen konnten. Vor allem die aus der Leber gewonnene RNA lasse sich als alte gewebespezifische Genkopie mit RNA-Sequenzen moderner Hunde vergleichen, schreiben die Forscher, die ihre Ergebnisse in "PLOS Biology" veröffentlichten.

Quelle: n-tv.de, jaz

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