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"Mussten sie stark unterstützen" Astronaut Maurer wird zum "Touristenführer" auf ISS

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Kam kaum zu seiner Arbeit, als Weltraumtouristen die ISS besuchten: der deutsche Astronaut Matthias Maurer.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit gemischten Gefühlen blickt der deutsche Astronaut Matthias Maurer auf seine letzte Mission auf der ISS zurück. Die Arbeit mit Weltraumtouristen ist interessant aber aufwendig. Von einem Weltraumspaziergang dagegen schwärmt Maurer übermäßig.

Wenige Tage nach der Rückkehr von seiner ersten Weltraummission auf die Erde hat der deutsche Astronaut Matthias Maurer ein gemischtes Fazit über die Besuche von Touristen auf der Internationalen Raumstation ISS gezogen. Während der Aufenthalt des japanischen Weltraumtouristen Yusaku Maezawa im Dezember "hervorragend" verlaufen sei, hätten die Weltraumtouristen aus den USA viel Hilfe gebraucht, sagte Maurer bei einer Pressekonferenz in Köln. Zu acht sei es eng geworden auf der ISS.

"Im Endeffekt mussten wir sie sehr stark unterstützen, das hat natürlich für uns bedeutet: Unsere Arbeit blieb liegen", sagte Maurer. Für acht Menschen habe es nicht genug Forschungsmöglichkeiten gegeben, auch eine ausreichende Unterstützung von der Erde aus sei nicht möglich gewesen. Die Touristen bräuchten insgesamt eine "einfachere Infrastruktur, die weniger fehleranfällig ist".

Gleichzeitig habe der Weltraumbesuch der drei Unternehmer unter Leitung eines früheren Astronauten auch eine positive Seite gehabt: "Diese Weltraumtouristen haben natürlich ein ganz anderes Netzwerk dadurch, dass sie einer anderen Bevölkerungsschicht angehören", sagte Maurer. Auch privat würden die Unternehmer viel Geld für Forschung spenden. Auf der ISS hätten die Astronauten plötzlich Zugang zu Wissenschaftlern und Experimenten gehabt, "die über den klassischen Weg der Raumfahrt nicht so schnell oben angekommen wären". Er sei sich sicher, dass die Raumfahrt der Zukunft kommerziell ablaufen wird.

Maurer fühlt sich wie "Alice im Wunderland"

Als absoluten Höhepunkt seiner Mission "Cosmic Kiss" bezeichnete Maurer seinen Außenbordeinsatz. "Ich habe mich gefühlt wie Alice im Wunderland - plötzlich steige ich aus, falle in diesen Brunnen runter und entdecke eine neue, ganz einzigartige Welt", sagte er. Der Weltraumspaziergang sei für ihn der "tollste" Tag im All gewesen. Das Schönste im Weltraum sei für ihn der Blick von oben auf die Erde gewesen. "Man erkennt da Dinge, die man vorher eigentlich nur in Zahlen gelernt hat", sagte der Ingenieur. "Und plötzlich versteht auch das Herz, was da unten passiert." Wenn man in 90 Minuten einmal die Erde umrundet, begreife man, "dass das alles eine Einheit ist" und dass die Menschen gemeinsam Verantwortung für den Planeten übernehmen müssten.

Über den Beginn der russischen Invasion in die Ukraine habe er sich dank Nachrichten-Apps gut informiert gefühlt, sagte Maurer. Unmittelbar danach habe auf der ISS zunächst eine gewisse Unsicherheit geherrscht, wie mit dem Thema umgegangen werden sollte. "Zum Glück waren es die russischen Kollegen, die das direkt angesprochen haben", sagte Maurer. "Oben waren wir alle einer Meinung: Dass wir alle entsetzt und betroffen waren über das, was auf der Erde vorgefallen ist, da gab es keinen Unterschied zwischen uns." Wegen des Kriegs gibt es erhebliche Spannungen zwischen Moskau und den westlichen Raumfahrtnationen. Russlands Raumfahrtbehörde Roskosmos hatte zuletzt die Zukunft der Station nach Auslaufen des Vertrags 2024 offen gelassen. Die NASA strebt dagegen eine Laufzeit bis 2030 an. "Ich hatte den Luxus, dass ich da oben in einer kleinen Blase leben durfte", sagte Maurer. Auf der ISS hätten die Astronauten "wie Brüder und Schwestern" gelebt.

Maurer war am Freitag nach einem halben Jahr auf der ISS auf die Erde zurückgekehrt. Der 52-Jährige landete mit drei US-Kollegen an Bord einer Dragon-Kapsel des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX vor der Küste Floridas im Meer und flog dann an Bord einer Luftwaffenmaschine nach Deutschland. Maurer war der 600. Mensch und der zwölfte Deutsche im All.

Quelle: ntv.de, als/dpa/AFP

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