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Neue Studiendaten zu Mutante B.1.1.7 ist nicht tödlicher - aber ansteckender

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Die Coronavirus-Variante B.1.1.7 ist auch in Deutschland auf dem Vormarsch.

(Foto: imago images/Science Photo Library)

Als gewiss gilt inzwischen: Die Coronavirus-Mutation B.1.1.7 ist wesentlich ansteckender als die ursprüngliche Variante. Doch die Sorge, dass sie auch todbringender sein könnte, bestätigt sich in zwei neuen Studien nicht.

Die zunächst in Großbritannien entdeckte Corona-Variante B.1.1.7 ist aktuellen Studien zufolge ansteckender als die ursprüngliche Form, allerdings nicht tödlicher. Zu diesem Schluss kommen Forscher in zwei separaten Studien, die in den Fachmagazinen "The Lancet Infectious Diseases" und "The Lancet Public Health" veröffentlicht worden sind.

Zuvor hatte es teilweise die Annahme gegeben, die Variante B.1.1.7 sei nicht nur leichter übertragbar als die in Wuhan entdeckte Wildform des Virus, sondern könne auch zu einer höheren Sterblichkeit unter den Patienten führen. "Das ist ein gutes wie überraschendes Ergebnis", twitterte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach zu den Ergebnissen bezüglich der Sterblichkeit.

In ihrer Studie untersuchten Forscher des University College London mit PCR-Tests die Viruslast von Infizierten und werteten die in diesem Zeitraum aufgetretenen schweren Verläufe und Todesfälle aus. Bei Infizierten mit der sogenannten britischen Variante stellten sie eine höhere Viruslast fest. Der Anteil der Patienten, die an Covid-19 starben, war jedoch bei der Variante nicht erhöht.

Die andere in "The Lancet" veröffentlichte Studie wertete Symptome von Covid-Patienten aus, die diese über eine App des Gesundheitssystems meldeten. Mittels Gensequenzierung stellten sie zudem fest, an welcher Corona-Variante die Betroffenen erkrankt waren. Auch diese Studie stellte keine signifikanten Unterschiede bei der Schwere der Erkrankung sowie bei nachweisbaren Langzeitwirkungen einer Infektion fest.

Weitere Studien notwendig

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Die Forscher wiesen jedoch für die britische Variante eine deutliche Erhöhung des R-Wertes nach, der die Entwicklung der Pandemie vor 8 bis 16 Tagen beschreibt. Das spricht ebenfalls für eine erhöhte Übertragbarkeit der Variante. Liegt der Wert längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Liegt er über 1, gewinnt die Pandemie an Dynamik. Den Wert unter 1 zu drücken, gilt wegen der größeren Ansteckungsgefahr durch B.1.1.7 als wesentlich schwieriger.

Da die Studien beide im vergangenen Winter in London und Südengland durchgeführt wurden, wo sich die Variante B.1.1.7 zu dieser Zeit rapide ausbreitete, hatten die Forscher eine gute Vergleichbarkeit beider Varianten. Allerdings räumen die Wissenschaftler ein, dass zusätzliche Studien nötig seien, um die Erkenntnisse weiter zu bestätigen.

Quelle: ntv.de, jug/dpa

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