Wissen

Versorgung künftig problematisch Forscher rechnen mit mehr Krebskranken

30485216.jpg

Ein Radiologe zeigt auf eine Auffälligkeit in einer weiblichen Brust - gerade Brustkrebs kommt im Alter häufig vor.

(Foto: picture alliance / dpa)

Eine Studie der Universität Greifswald zeigt, dass es in wenigen Jahren viel mehr Menschen gibt, die medizinische Langzeitbetreuung brauchen. Krebs gehört nach wie vor zu den häufigsten Erkrankungen - vor allem im Alter. Die zuständige Fachgesellschaft prognostiziert dazu nun erschreckende Zahlen für das Jahr 2025.

Experten rechnen aufgrund der demografischen Entwicklung mit einer weiter steigenden Zahl von Krebspatienten. Die Zahl der jährlichen Krebsneuerkrankungen werde zwischen 2014 und 2025 voraussichtlich um etwa zehn Prozent auf rund 523.000 zunehmen, erklärte die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und medizinische Onkologie (DGHO) in Berlin.

Den stärksten Zuwachs an Patientenzahlen werden demnach Krebsarten haben, die im Alter häufig sind - bei Männern der Prostata- und Dickdarmkrebs, bei Frauen der Brust- und Darmkrebs. Auch die Zahl der Menschen, die mit Krebs leben, und der Betroffenen mit chronischen Begleiterkrankungen wie Diabetes oder Demenz wird in Deutschland stark ansteigen, wie aus der Studie hervorgeht.

Diese Entwicklung erfordert nach Ansicht der Experten unter anderem bessere Versorgungsstrukturen auf dem Land. Spezialisten für die Versorgung von Krebserkrankten seien "weiterhin dünn gesät". Zwar sei die Zahl der Onkologen gestiegen, zugleich stehe die Ärzteschaft aber vor einer starken Ruhestandswelle.

Wie die DGHO-Studie zeige, werden überproportional viele ältere Menschen und damit auch Krebspatienten in den ländlichen Regionen leben, erklärte Maike de Wit von der Arbeitsgemeinschaft der Hämatologen und Onkologen im Krankenhaus. Die Kompetenz der spezialisierten Zentren müsse auch in der Fläche verfügbar gemacht werden, "wenn wir nicht riskieren wollen, dass ganze Landstriche oder alte Menschen bei der Krebsversorgung abgehängt werden". Für die von der Universitätsmedizin Greifswald erstellten Studie wurden Datenquellen wie Bevölkerungsregister und epidemiologische Krebsregister ausgewertet.

Quelle: n-tv.de, agr/AFP

Mehr zum Thema