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Feuerball am Nachthimmel Meteor rast über Süddeutschland

Dutzende Anrufe gehen am Sonntagabend bei der Polizei im Süden Deutschlands ein. Der Grund: ein helles Leuchten am Himmel und ein lauter Knall. Schuld daran soll ein Meteor sein, der viel zu tief fliegt.

Im Süden Deutschlands haben viele Bürger am Sonntagabend ein helles Licht am Nachthimmel beobachtet. In südlicher Richtung raste der Feuerball über Süddeutschland, die Schweiz und Österreich.

Bei zahlreichen Polizeipräsidien in Baden-Württemberg und Bayern gingen Anrufe ein. "Dutzende besorgte Bürger haben berichtet, dass sie Lichtblitze am Himmel sahen", sagte ein Sprecher des Lagezentrums der bayerischen Polizei. In Baden-Württemberg meldeten sich nach Angaben des Lagezentrums in Stuttgart rund 100 Menschen bei der Polizei. "Aber wir haben keine Erkenntnisse über irgendwelche Schäden", sagte ein Sprecher im Innenministerium.

Asteroiden, Kometen und Meteoroiden

Millionen von Asteroiden und Kometen rasen durch das Sonnensystem. Unterschieden werden sie vor allem anhand ihrer Zusammensetzung; ganz klar definiert ist der Unterschied allerdings nicht. ASTEROIDEN sind die kleineren Geschwister der Planeten, sie bestehen aus Gestein und Metallen. Weil sie klein und leicht sind, bleibt ihre Bahn um die Sonne nicht unbedingt konstant, sondern kann sich durch die Gravitationskräfte anderer Körper verändern. KOMETEN sind Überbleibsel der Entstehung des Sonnensystems und bestehen aus Gestein sowie flüchtigen Stoffen wie Wasser und Gasen. Die "schmutzigen Schneebälle" entwickeln darum in Sonnennähe typischweise einen oft Millionen Kilometer langen Schweif. Für sehr kleine Objekte mit weniger als einigen Dutzend Metern Durchmesser wurde die Bezeichnung METEOROIDEN eingeführt. Verglühen sie beim Eintritt in die Erdatmosphäre nicht komplett, sondern erreichen noch den Boden, werden sie METEORITEN genannt. Jeden Tag gelangen etliche Tonnen kosmischen Materials auf die Erde, allerdings zum größten Teil als Staub.

Dem Lagezentrum zufolge sahen die Anrufer das Licht kurz vor 21 Uhr am Himmel aufleuchten. Entsprechende Meldungen habe es aus verschiedenen Orten gegeben, etwa Mannheim, Freiburg der Bodensee-Region und dem Raum München. Auch in der Schweiz gingen bei der Polizei ähnliche Anrufe ein.

Verunsicherung am Flughafen

Die Ursache für das Lichtphänomen soll ein Meteor sein, bestätigte Jonas Schenker von der Fachgruppe Meteorastronomie (FMA) gegenüber dem Schweizer Depeschendienst. Dieser sei wohl in eine tiefere Luftschicht eingedrungen als sonst üblich. Darauf weisen Donner- und Knallgeräusche auf Videoausnahmen hin. Eigentlich verdampfen Meteore in bis zu 70 bis 100 Kilometern Höhe vollständig. Der Meteor vom Sonntagabend könnte sich aber bis auf 20 Kilometer der Erdoberfläche genähert haben. In diesem Fall bestehe eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Objekt in den freien Fall übergehe, zu leuchten aufhöre und es zu einem Einschlag komme, so Schenker.

In Frankfurt am Main herrschte deshalb kurzzeitig Unsicherheit. Dort hatte ein Anrufer ein glühendes Licht südlich des Flughafens beobachtet, sagte eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS) in Langen. Aber kein DFS-Mitarbeiter habe selbst Lichtphänomene gesehen. "Unsere Fluglotsen hatten auch nichts auf dem Radar, und wir vermissen kein Flugzeug", so die Sprecherin.

Quelle: n-tv.de, lou/dpa