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Nach Rückschlag für Totimpfstoff Valneva-Vakzin soll doch als Booster taugen

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Der Valneva-Impfstoff ist der derzeit einzige Covid-19-Totimpfstoff, der in Europa in klinischen Studien getestet wird.

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

Das europäische Unternehmen Valneva will einen Totimpfstoff gegen Covid-19 auf den Markt bringen - doch eine britische Studie lässt das Vakzin zuletzt schlecht aussehen. Dem hält Valneva nun mit Ergebnissen aus einer eigenen Studie entgegen.

Der Totimpfstoff des österreichisch-französischen Unternehmens Valneva ist nach dessen Angaben doch als Booster für eine bereits vorherige Impfung mit demselben Covid-19-Vakzin geeignet. "Erste Ergebnisse bestätigen, dass VLA2001 die Immunität der Teilnehmer, die VLA2001 als Grundimmunisierung erhielten, deutlich verstärkte", teilt Valneva unter Verweis auf eine eigene Studie mit.

Vor Kurzem hatte eine britische Studie, die sieben Impfstoffe als Booster nach einer Impfung mit Biontech/Pfizer untersuchte, gezeigt, dass Valneva als einzige Auffrischungsimpfung keinen Immunitätsschub bewirkte. Valneva hatte erklärt, dass die Teilnehmer den Booster nach einem kürzeren Intervall als üblich erhalten hätten. Totimpfstoffe, wie der von Valneva, bräuchten in der Regel aber länger, um ihre Wirkung zu entfalten.

Der Impfstoff von Valneva arbeitet mit inaktivierten Viren. Es handelt sich damit um eine klassische, seit 60 bis 70 Jahren eingesetzte Impfstofftechnologie mit bewährten Verfahren und sehr hoher Sicherheit, wie die EU-Kommission im Rahmen eines Kaufvertrags kürzlich feststellte. Die Technologie kommt auch bei den meisten Grippe-Impfstoffen und vielen Impfstoffen für Kinderkrankheiten zum Einsatz.

"Nicht auf unseren Impfstoff warten"

Weil es sich bei den Totimpfstoffen - im Unterschied zu mRNA- und Vektorimpfstoffen - um eine seit langem eingesetzte Technologie handelt, wollen manche Menschen auf deren Einführung warten, bevor sie sich gegen Covid-19 impfen lassen. Valneva-Chef Thomas Lingelbach hält davon aber wenig: "Ich rate niemandem, auf unseren Impfstoff zu warten", sagte er dem "Spiegel". Das wäre ethisch inakzeptabel. Er empfehle Verwandten und Bekannten zurzeit Impfstoffe der anderen Hersteller, so Lingelbach. Er selbst habe sich kürzlich mit dem mRNA-Produkt von Biontech boostern lassen.

Eile sei angesichts der drohenden Infektionswelle mit der Omikron-Variante des Virus geboten, sagte Lingelbach. Und bis Valnevas eigener Impfstoffkandidat in der EU auf den Markt komme, werde es wohl noch mehrere Wochen, wenn nicht gar Monate dauern. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte Anfang Dezember eine beschleunigte Prüfung einer Zulassung des Valneva-Vakzins angekündigt. Wann eine Entscheidung fällt, ist noch offen. Es ist der derzeit einzige Covid-19-Totimpfstoff, der in Europa in klinischen Studien getestet wird.

Quelle: ntv.de, kst/rts/dpa

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