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Sonne, Mond und Sterne im März Venus zieht alle Blicke auf sich

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Venus und Jupiter leuchten hinter der Rocca Calascio in Italien (Bild von April 2022).

(Foto: picture alliance / NurPhoto)

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Der Abendhimmel im März wird von zwei Planeten bestimmt, die Ende des Monats für ein Astrofoto zu posieren scheinen. Außerdem zeigt sich auch am Himmel, dass der Winter sich langsam verabschiedet: Die Frühlingssternbilder ziehen auf.

Die beiden hellsten Planeten beherrschen im März den abendlichen Sternenhimmel. Schon kurz nach Sonnenuntergang kann man im Südwesten die Venus erkennen. Bald darauf zeigt sich auch Jupiter, der zweithellste Planet. Schon zu Monatsbeginn ist das Planetenrennen aus dem Vormonat zu Ende. Bereits am 2. März überholt Venus nur eine Vollmondbreite nördlich den Riesenplaneten Jupiter. Bis zum 23. März ist ihr Abstand deutlich gewachsen: An diesem Tag steht die Sichel des zunehmenden Mondes zwischen beiden Planeten. Ein hübscher Anblick, der dazu anregt, ein Astrofoto zu schießen.

Venus baut ihre Stellung am Abendhimmel aus. Sie wird zu einem auffallenden Gestirn, das die Blicke auf sich zieht, auch von Zeitgenossen, die sich ansonsten kaum für das himmlische Geschehen interessieren. Während Venus immer länger am Abendhimmel zu sehen ist, verkürzt Jupiter seine Sichtbarkeitszeit. Zum Monatsende wechselt er auf den Taghimmel und wird unbeobachtbar. Ende Mai taucht Jupiter dann am Morgen tief am Osthimmel wieder auf.

Mars wird im Laufe des Monats um fast eine Größenklasse lichtschwächer. Zwar ist er längst nicht so hell wie Venus und Jupiter, aber er zählt immer noch zu den hellsten Gestirnen am Nachthimmel. Der rötliche Planet wandert durch das Sternbild Stier und wechselt am 26. März in die Zwillinge. Die Abnahme der Marshelligkeit kann man gut an Aldebaran, dem orangen Hauptstern des Stieres, verfolgen, dessen Helligkeit konstant bleibt. Ende März sind beide Gestirne gleich hell. Am 28. besucht der zunehmende Halbmond den rötlichen Nachbarplaneten der Erde.

Löwe setzt zum Sprung an

Erfahrene Beobachterinnen und Sternfreunde können am Monatsende mit lichtstarken Ferngläsern und einem stabilen Stativ den sonnennahen Merkur erspähen. Etwa eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang hat man eine Chance, Merkur zu finden.

Vollmond wird am 7. März um 13.40 Uhr im Sternbild Löwe erreicht. Der Mond steht dabei nahe Regulus, dem bläulichen Hauptstern des Löwen. Schon am 3. befindet sich der Mond mit 405.888 Kilometer in Erdferne. Im März kommt er am 31. mit 404.919 Kilometer ein zweites Mal in Erdferne. Am 19. trennen uns nur 362.696 Kilometer von ihm, wenn er seinen erdnächsten Punkt passiert. Die Neumondphase tritt am 21. um 18.23 Uhr ein.

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Der Sternenhimmel im März.

(Foto: dpa)

Am abendlichen Sternenhimmel neigt sich der Winter seinem Ende zu. Der mächtige Orion und der auffallend hell strahlende Sirius im Südwesten ziehen zwar die Blicke noch auf sich. Auch der Stier mit dem roten Aldebaran ist noch halbhoch im Westen zu finden. Im Osten hat jedoch der Aufmarsch der Frühlingsbilder begonnen. Der Löwe, das Leitsternbild des Frühlings, setzt zu seinem Sprung durch den Meridian an. Im Südosten ist das Sternbild der Jungfrau aufgegangen, ebenfalls ein typisches Frühlingsbild.

Sagenhafte Erinnerung am Frühlingshimmel

Südlich vom Löwen und westlich der Jungfrau fällt ein trapezförmiges Sternenviereck auf. Es soll den Raben markieren. Der Sage nach hatte der Rabe ein schneeweißes Gefieder und konnte schön singen. Apoll schickte den Raben zu einer Quelle, um Wasser aus einem Becher zu holen und der Göttergesellschaft auf den Olymp zu bringen. Doch der säumige Rabe verspätete sich erheblich und kam mit leerem Becher zurück. Als Ausrede behauptete er, eine Wasserschlange hätte die Quelle leergesoffen. Zur Strafe erhielt er ein schwarzes Gefieder und eine krächzende Stimme. Zur ewigen Erinnerung wurden alle drei an den Sternenhimmel gesetzt: Rabe, Becher und Wasserschlange.

Die Sonne wandert am aufsteigenden Ast ihrer Jahresbahn durch den Tierkreis. Am 12. verlässt sie spät abends das Sternbild Wassermann und tritt in das Sternbild Fische, indem sie am 20. exakt um 22.24 Uhr den Himmelsäquator überschreitet. Ihr Wechsel von der Süd- auf die Nordhälfte der Himmelskugel markiert den astronomischen Frühlingsbeginn. Am 20. tritt somit die Frühlings-Tagundnachtgleiche ein.

Am Sonntag, den 26. März, beginnt die Mitteleuropäische Sommerzeit. Um 2 Uhr morgens sind die Uhren um eine Stunde vorzustellen. In den meisten Bundesstaaten der USA beginnt die Sommerzeit (Daylight Saving Time) schon am 12. März.

Quelle: ntv.de, Hans-Ulrich Keller, dpa

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