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Empfehlung der Stiko Wer die Impfung zuerst erhalten soll

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Bereits Ende Dezember könnten die ersten Bundesbürger geimpft werden.

(Foto: imago images/AFLO)

Noch sind die ersehnten Impfstoffe gegen das Coronavirus nicht in der EU zugelassen. Doch da dies wohl nur noch eine Frage von Tagen ist, wartet die Ständige Impfkommission nun mit ihrer Empfehlung auf, wer die Spritze zuerst erhalten soll und wie viele Menschen zunächst gepiekst werden sollen.

In Großbritannien soll bereits von morgen an geimpft werden. In Deutschland gibt es indes erste Informationen zum Impfplan hierzulande. Aus den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Bundes (Stiko) geht hervor, welche Berufs- und Bevölkerungsgruppen in welcher Reihenfolge geimpft werden. Das Papier soll noch heute an die Länder und an wissenschaftliche Fachorganisationen zur Beteiligung gehen. Diese haben dann in einem stark verkürzten Verfahren nur bis Ende dieser Woche Zeit, Stellung zu nehmen und Änderungen vorzuschlagen.

Laut Stiko soll aufgrund begrenzter Verfügbarkeit die Impfung zunächst bestimmten Personengruppen angeboten werden, die ein besonders hohes Risiko für schwere oder tödliche Verläufe einer Covid-19- Erkrankung haben, die beruflich entweder besonders exponiert sind oder engen Kontakt zu vulnerablen Personen haben. Dies sind folgende Gruppen:

  • Bewohner und Bewohnerinnen von Senioren- und Altenpflegeheimen
  • Personen im Alter ab 80 Jahren
  • Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen (zum Beispiel in Notaufnahmen und in der medizinischen Betreuung von Covid-19 Patienten und -Patientinnen)
  • Personal in medizinischen Einrichtungen mit engem Kontakt zu vulnerablen Gruppen (zum Beispiel in der Hämato-Onkologie oder Transplantationsmedizin)
  • Pflegepersonal in der ambulanten und stationären Altenpflege
  • Andere Tätige in Senioren- und Altenpflegeheimen mit Kontakt zu den Bewohnern und Bewohnerinnen

Impfverordnung erst in Kraft, wenn Impfstoffe zugelassen sind

Bis zu zehn Millionen Deutsche sollen dem Plan zufolge im ersten Quartal geimpft werden, heißt es laut "Bild"-Zeitung. Da pro Person zwei Impfungen erforderlich sind, entspräche dies 20 Millionen Impfdosen. Zudem wird die Impfverordnung erst in Kraft treten, wenn die Vakzine auch zugelassen sind. Damit wird um die Weihnachtstage gerechnet. Impfbeginn wäre dann wohl kurz vor Jahresende. Massenhaft soll dann ab Anfang Januar in den 100 Impfzentren der Länder geimpft werden. Unklar ist bisher allerdings noch, in welchen Mengen die Impfstoff-Hersteller Biontech und Moderna Impfdosen liefern können.

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Unterdessen hat der Bund bereits einen Entwurf einer Rechtsverordnung fertig, aus dem unter anderem laut der "Bild"-Zeitung hervorgeht, dass:

  • für eine Impfung anspruchsberechtigt jede Person mit Wohnsitz in Deutschland ist,
  • Risikopatienten eine Bescheinigung vom Hausarzt einholen müssen - was auch telefonisch zu erledigen ist,
  • Personen aus staatlichen oder öffentlichen Einrichtungen der Daseinsvorsorge hingegen nur eine Bescheinigung des Arbeitgebers benötigen.

Demnach sollen außerdem die Impfzentren drei bis vier Monate in Betrieb bleiben. Danach sollen die Impfungen in Hausarztpraxen oder auch in Kliniken weitergehen.

Quelle: ntv.de, awi