Frage & Antwort

Baumplantage versus Naturwald Welche Aufforstung ist die beste?

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Eukalyptusplantage in Brasilien: In großen Plantagen kommen oft nur eine oder wenige Baumarten vor, häufig schnellwachsende Arten. Das ist ökonomisch günstig, ökologisch eher nicht.

(Foto: imago/Fotoarena)

In vielen Teilen der Welt fallen große Waldflächen der Abholzung zum Opfer. Aber in Aufforstungskampagnen werden auch in riesigem Ausmaß Bäume gepflanzt. Oft entstehen dabei Baumplantagen, kein natürlicher Wald. Können die Plantagen den Naturwald ersetzen und was muss bei der Pflanzung beachtet werden?

Bei der Planung und Umsetzung von Aufforstungskampagnen sollten die Verantwortlichen die jeweiligen Vor- und Nachteile von Naturwald und Forstplantagen kennen und berücksichtigen. Das betont ein internationales Forscherteam im Fachblatt "Science" mit Blick auf entwaldete Gebiete, auf denen zum Umwelt- und Klimaschutz wieder Bäume gepflanzt werden sollen.

Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass ursprünglichere Wälder mehr CO2 einlagern und damit besser fürs Klima sind. Sie schützen effektiver vor Bodenerosion, sind besser für den Wasserhaushalt und sorgen für mehr Biodiversität. Forstplantagen mit nur wenigen Baumarten rechnen sich hingegen wirtschaftlich besser, weil sie wesentlich mehr Holz abwerfen.

"Für die Produktion von Holz ist es sinnvoll, Baumplantagen anzulegen. Um verloren gegangene Biodiversität zurückzugewinnen, ist es nicht so gut", fasst Erstautorin Fangyuan Hua die Ergebnisse laut einer Mitteilung der britischen University of Cambridge zusammen. Die Forscherin ergänzt: "Wenn das Ziel von Aufforstung auch die Holzerzeugung ist, dann muss man einen Kompromiss finden zwischen ökologischen und ökonomischen Aspekten."

Ambitionierte Baumpflanzungspläne

Mehrere internationale Initiativen verfolgen ambitionierte Pläne beim Pflanzen von Bäumen. So ist das Ziel der sogenannten Bonn Challenge, die von Weltnaturschutzunion (IUCN) und deutscher Bundesregierung initiiert wurde, bis 2030 mindestens 350 Millionen Hektar degradierter und entwaldeter Landfläche wiederaufzubauen. Das wäre mehr als die Landfläche Indiens. Eine Initiative des Weltwirtschaftsforums möchte dafür sorgen, dass bis 2030 eine Billion Bäume gepflanzt oder bewahrt werden.

Bei solchen Projekten werde oft davon ausgegangen, dass Wald als solches die gesteckten ökologischen und ökonomischen Ziele erfüllt, unabhängig von der Zusammensetzung der darin vorkommenden Arten, schreiben die Forscher um Fangyuan Hua. Das führe dazu, dass große Plantagen angelegt werden, in denen nur eine oder wenige Baumarten vorkommen.

Oft Pflanzung schnellwachsender Arten

Häufig werden schnellwachsende Arten wie Kiefern, Tannen und Eukalyptus gepflanzt. In bewirtschafteten Plantagen werde dabei darauf geachtet, dass keine anderen Pflanzen gedeihen, die den gewollten Bäumen Nährstoffe oder Licht streitig machen könnten, so die Forscher. In natürlichen Wäldern gebe es hingegen eine Vielzahl von Bäumen, Sträuchern und Kräutern.

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Um die Vor- und Nachteile beurteilen zu können, werteten die Forscherinnen und Forscher Daten von mehr als 250 Studien aus mehr als 50 Ländern aus. Baumplantagen schnitten im Vergleich mit Naturwald besonders schlecht dabei ab, Bodenerosion - und damit eine Verschlechterung der Bodenqualität - zu verhindern. Andererseits lieferte Plantagenwald im Schnitt mehr als doppelt so viel Holz wie ähnlich alter natürlicher Wald.

Ein Mittelweg in der Aufforstungsstrategie könnte den Forschern zufolge sein, Plantagen mit dem Fokus auf Holzproduktion anzulegen und anderswo natürlichen Wald zu pflanzen, der sich weitgehend selbst überlassen wird.

(Dieser Artikel wurde am Samstag, 23. April 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, Valentin Frimmer, dpa

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