Frage & Antwort

Frage & Antwort, Nr. 349 Hilft Cola bei Magen-Darm-Grippe?

Wenn ich Magen-Darm-Grippe habe, trinke ich immer ein bisschen Cola. Die scheint meinem Magen gut zu tun. Aber stimmt das eigentlich? Hilft Cola da wirklich? Und wenn ja: warum? (fragt Brigitte Z. aus Aalen)

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Cola und Salzstangen, da fühlt man sich gleich nur noch halb so krank. Doch hilft das Hausrezept wirklich bei Magen-Darm-Grippe?

Wenn einen Übelkeit und Durchfall plagen, weil wieder mal ein Magen-Darm-Virus sein Unwesen treibt, dann ist die Aussicht auf Kamillentee und Zwieback nicht gerade das, was die Laune bessert. Viel attraktiver ist es da, zu Salzstangen und Cola zu greifen. Das schmeckt, steigert die Stimmung und gilt noch dazu als altes Hausmittel, wenn der Körper die Nahrung schneller von sich gibt, als einem lieb ist. Aber Ärzte und Ernährungswissenschaftler warnen: Auf Cola sollte man bei Brech-Durchfall verzichten.

Wie uns Gisela Olias vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke erklärt, verfolgt das Hausmittel ein bestimmtes Ziel: "Cola und Salzstangen sollen den Elektrolythaushalt des Körpers wieder ausgleichen. Wer Durchfall hat und sich übergeben muss, verliert nicht nur viel Wasser, sondern auch Salze. Über die Salzstangen nun soll dem Körper wieder Kochsalz zugeführt werden. Und die Cola liefert den Zucker, der den Körper schnell mit Energie versorgt. Aber", fügt Olias gleich hinzu, "dieser Effekt wird auch durch jedes andere zuckerhaltige Getränk erzielt."

Zu viel Zucker verstärkt den Durchfall

Zu empfehlen wäre eines, das weniger süß ist als Cola. Denn wie der Internist Hans-Jörg Epple von der Charité Berlin einmal auf einem Kongress betont hat, ist in Cola so viel Zucker enthalten, dass Durchfall dadurch noch verstärkt werden kann. Auch das für das Getränk typische Koffein beschleunigt die Verdauung eher, als dass es sie beruhigt. Für Kinder ist es ohnehin problematisch.

Und die Salzstangen? Die reichen, wie Epple hervorhob, nicht, um den Salzverlust des Körpers auszugleichen. Das Knabbergebäck ist zwar reich an Natrium, aber Kalium und Citrate fehlen.

Rezept: Wasser mit Salz, Zucker und O-Saft

"Besser als Cola und Salzstangen sind Elektrolytlösungen aus der Apotheke", ist das Fazit, dass Ernährungsexpertin Olias zieht. Bei Kindern sollten Elektrolytlösungen nach den Vorgaben des Kinderarztes gegeben werden. Gerade bei jungen Patienten ist es wichtig, den durch den Brech-Durchfall aufgetretenen Flüssigkeitsverlust rechtzeitig auszugleichen. Andernfalls droht der Körper auszutrocknen. Je kleiner das Kind, umso größer ist diese Gefahr. Reines Wasser reiche dann nicht, warnt Ulrich Fegeler bei den Kinderärzten im Netz. Salze und Elektrolyte lassen sich mit Wasser allein nicht ausreichend ersetzen.

Für leichte Durchfälle hat Fegeler ein wirkungsvolles Rezept parat, das auch Erwachsenen munden dürfte: Man löse in einem Liter Wasser einen gestrichenen Teelöffel Kochsalz sowie acht Teelöffel Traubenzucker auf und gebe dann noch eine Tasse Orangensaft oder zwei zerdrückte Bananen hinzu. Wer diese Mischung über mehrere Stunden hinweg trinkt, führt dem Körper Flüssigkeit und die wichtigsten Mineralien und Elektrolyte zu. Zwieback und Kamillentee dürfen dann getrost im Schrank bleiben.

Quelle: ntv.de