Fundsache

Fundsache, Nr. 1414 Flugfähiger Urvogel begeistert Forscher

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Fossil eines Alcmonavis poeschli, das im Altmühltal gefunden wurde.

(Foto: O. Rauhut/LMU/SNSB/dpa)

Zuerst sind es nur die unscheinbaren Überreste eines Flügels im Stein. Doch dann stellt sich das Fossil als Körperteil eines flugfähigen Vogels aus dem Jura heraus. Er gesellt sich zu einem Artgenossen seiner Zeit und stellt zudem ein evolutionäres Bindeglied dar.

Forscher haben neben dem bereits bekannten Archaeopteryx einen zweiten flugfähigen Urvogel aus der erdgeschichtlichen Periode des Jura entdeckt. Alcmonavis poeschli lebte ebenfalls vor rund 150 Millionen Jahren im Bereich des heutigen Altmühltales. Seinen Namen verdankt der Vogel dem alten keltischen Namen der Altmühl, Alcmona, und seinem Entdecker Roland Pöschl, der die Ausgrabungen im Steinbruch am Schaudiberg bei Mörnsheim leitete.

Der Flügel sei zunächst als Teil eines Archaeopteryx angesehen worden. Die Merkmale bei den entdeckten Fossilien deuten aber darauf hin, dass das Tier zu Lebzeiten nicht nur etwas größer, sondern wohl auch schon weiter entwickelt als Archaeopteryx war. "Muskelansatzstellen am Flügel deuten auf ein verbessertes Flugvermögen hin", erläuterte der Paläontologe Oliver Rauhut von der Ludwig-Maximilians-Universität München die Ergebnisse.

Übergangsform zwischen Reptilien und Vögeln

Alcmonavis poeschli weise zudem mehrere Eigenarten auf, die Archaeopteryx im Gegensatz zu jüngeren Vögeln nicht habe. "Diese deuten auf eine bessere Anpassung an den aktiven Flatterflug hin. Seine Anpassungen zeigen, dass die Evolution des Fluges relativ schnell vorangeschritten sein muss", bilanzierte Christian Foth von der Université de Fribourg, der einer der Koautoren der Studie ist.

Bislang habe der 1861 entdeckte Archaeopteryx als einziger Vogel aus dem Jura gegolten, hieß es von den Forschern. Er belegt als Übergangsform zwischen Reptilien und Vögeln, dass die heutigen Vögel direkte Nachfahren von Raubdinosauriern sind. Alle bislang vom Archaeopteryx gefundenen Fossile stammen aus dem sogenannten Solnhofer Archipel in Bayern, einem Gebiet zwischen Pappenheim und Regensburg. Dort wurde auch der Flügel des neuen Urvogels entdeckt - in der gleichen Plattenkalkablagerung wie ein weiteres Fossil eines Archaeopteryx. Das Fazit der Forscher: "Die beiden Urvögel haben also offenbar parallel in der damals subtropischen Lagunenlandschaft Süddeutschlands gelebt."

Mosaikformen urtümlicher Vögel und vogelähnlicher Dinosaurier wurden in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach entdeckt, viele davon in Sedimentgesteinen der Unterkreide im Nordosten Chinas.

Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin "eLife" veröffentlicht.

Quelle: n-tv.de, jaz/dpa

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