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"Gravity", Blanchett und McConaughey geehrt Hollywood feiert "12 Years A Slave"

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"12 Years A Slave" von Regisseur Steve McQueen ist der beste Film des Jahres 2013 - er erhält noch zwei weitere Preise.

(Foto: REUTERS)

So ist das Leben: Der eine Film ist zehn Mal für den Oscar nominiert und gewinnt sieben Preise. Der andere hat ebenso viele Chancen - und geht leer aus. Freuen können sich aber Steve McQueen, Cate Blanchett und Matthew McConaughey. Und die Moderatorin über einen sagenhaften Twitter-Rekord.

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Lupita Nyong'o freute sich riesig über ihren Nebenrollen-Oscar.

(Foto: REUTERS)

Der Sklavereifilm "12 Years A Slave" ist bei der 86. Verleihung der Academy Awards als bester Film ausgezeichnet worden. Damit erhielten auch Regisseur Steve McQueen und Schauspieler Brad Pitt als Coproduzenten einen Oscar. Das Drama von McQueen erzählt die wahre Geschichte des schwarzen US-Amerikaners Solomon Northup (Chiwetel Ejiofor), der als freier Mann in die Sklaverei verschleppt wird und erst nach zwölf Jahren wieder in Freiheit gelangt. Michael Fassbender und Benedict Cumberbatch spielen weitere Rollen.

Der Film erhielt außerdem den Preis für die beste Nebendarstellerin: Mit einer bewegenden Dankesrede nahm Lupita Nyong'o ihren Oscar entgegen. Sie spielt in dem Film die Sklavin Patsey. "Mir ist in jedem Moment bewusst, dass mir so viel Freude in meinem Leben dank so viel Schmerz im Leben von jemand anderem widerfährt", sagte sie. "Ich bin etwas überwältigt", fügte sie an. "12 Years A Slave" erhielt zudem den Preis für das beste adaptierte Drehbuch von John Ridley.

Sieben Oscars für Weltraumdrama

Als zweiter großer Gewinner der Oscar-Verleihung kann sich "Gravity" fühlen. Für den Film um eine frei im Weltall schwebende Astronautin, dargestellt von Sandra Bullock, erhielt Alfonso Cuarón den Preis für die beste Regie. Der Mexikaner wurde zudem für den besten Schnitt ausgezeichnet, zusammen mit Mark Sanger.

"Gravity" räumte insgesamt sieben Preise ab. Er wurde nicht nur für die besten visuellen Effekte ausgezeichnet, sondern auch für die beste Kamera, die beste Filmmusik, den besten Ton und den besten Tonschnitt. Der Film galt mit zehn Nominierungen bereits im Vorfeld als einer der Favoriten. Mitfavorit "American Hustle" von David O. Russell, ebenfalls zehn Mal nominiert, ging dagegen komplett leer aus und ist damit der große Verlierer des Abends.

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Doppelt ausgezeichnet: Alfonso Cuarón.

(Foto: REUTERS)

Cate Blanchett erhielt den Oscar als beste Hauptdarstellerin. Sie wurde für ihre Darstellung in dem Film "Blue Jasmine" von Woody Allen geehrt. Den Academy Award als bester Hauptdarsteller bekam Matthew McConaughey. Er spielt in "Dallas Buyers Club" einen Aids-Kranken, der für eine bessere medizinische Versorgung kämpft.

Am Rande der Oscar-Verleihung sorgte ein Foto für Aufregung, das Moderatorin Ellen DeGeneres auf Twitter veröffentlichte. Die Komikerin und Talkshow-Moderatorin hatte während der Show mehrere Stars - darunter Meryl Streep, Brad Pitt, Jennifer Lawrence und Bradley Cooper - versammelt und angekündigt, mit dem sogenannten Selfie den Rekord der meisten Retweets brechen zu wollen.

Dies gelang. Das Foto verdrängte den bisherigen Spitzenreiter, ein Foto von Barack Obama nach seiner Wiederwahl 2012. "Wir haben wirklich Geschichte geschrieben", sagte DeGeneres.

"An all die Träumer da draußen"

Zuvor hatte Jared Leto den ersten Oscar des Abends erhalten. Er bekam ihn als bester Nebendarsteller in "Dallas Buyers Club" von Regisseur Jean-Marc Vallée. Es ist der erste Oscar für den 42-Jährigen, der in dem Aids-Drama einen Transvestiten spielt. In seiner Rede dankte Leto zunächst seiner Mutter, die er auch zur Verleihung mitgebracht hatte. Aber er erinnerte auch an die jüngsten Ereignisse etwa in der Ukraine: "An all die Träumer da draußen, in der Ukraine und in Venezuela: (...) Während ihr darum kämpft, eure Träume wahr werden zu lassen, denken wir an euch." Er widmete den Preis den 36 Millionen Menschen, die bisher den Kampf gegen Aids verloren haben. "Dallas Buyers Club" erhielt zudem den Oscar für das beste Make-Up und die besten Frisuren.

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Jared Leto hat jetzt auch einen Oscar - neben etlichen Musikpreisen.

(Foto: REUTERS)

Den Preis für das beste Kostümdesign sowie das beste Szenenbild erhielt "Der große Gatsby" von Baz Luhrmann mit Hauptdarsteller Leonardo DiCaprio, der allerdings erneut ohne Oscar als bester Darsteller nach Hause ging. Den Oscar für das beste Originaldrehbuch erhielt Spike Jonze für "Her".

Als bester fremdsprachiger Film wurde "La Grande Bellezza" ausgezeichnet. Der italienische Film hatte bereits den Europäischen Filmpreis dominiert. Als bester Trickfilm wurde "Die Eiskönigin - Völlig Unverfroren" ausgezeichnet, der für "Let It Go" auch den Oscar für den besten Song erhielt. Bester animierter Kurzfilm wurde "Mr. Hublot" aus Frankreich und Luxemburg. Der deutsche Beitrag "Für Hund und Katz ist auch noch Platz" von Max Lang und Jan Lachauer ging damit leer aus. Dänemark kann sich über den Oscar für den Kurzfilm "Helium" freuen. Bester Doku-Kurzfilm wurde "The Lady in Number 6", die beste Dokumentation "20 Feet from Stardom".

Pharrell Williams ist "Happy"

Am frühen Abend hatte Ellen DeGeneres die Oscar-Show im Dolby Theatre von Los Angeles eröffnet. Sie stand unter dem Thema "Heroes in Hollywood". DeGeneres gab zum zweiten Mal als Oscar-Gastgeberin den Ton an. Sie führte bereits 2007 durch die Show. Darauf spielte sie an, als sie feststellte, dass damals und in diesem Jahr dieselben Menschen für einen Oscar nominiert sind: Cate Blanchett, Meryl Streep, Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio.

DeGeneres frotzelte zudem, dass alle Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die die Oscars vergibt, Rassisten seien, wenn "12 Years a Slave" nicht als bester Film ausgezeichnet würde - was dann allerdings geschah. Dann machte sie sich auch über Jennifer Lawrence lustig, die im vergangenen Jahr beim Gang auf die Bühne gestürzt war. "Wir sollten ihr den Oscar nach unten bringen", sagte DeGeneres dazu. Allerdings erhielt Lawrence nicht den Preis als beste Nebendarstellerin.

Die Oscar-Show schlug mit DeGeneres' Anfangsmonolog einen ruhigeren Ton an als vergangenes Jahr, als Seth MacFarlane mit einer Tanzeinlage und vielen Witzen unter der Gürtellinie die Show moderiert hatte.

Für Höhepunkte im Rahmenprogramm sorgte aber nicht nur DeGeneres' pointierte Stand-Up-Comedy. Auch Musiker Pharrell Williams begeisterte mit seinem Hit "Happy". Später spielten U2 live ihren Song "Ordinary Love" aus dem Film "Mandela - Der lange Weg zur Freiheit".

Quelle: n-tv.de

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