Unterhaltung

Vip, Vip, Hurra! Liefers, Morddrohungen und "Languishing"

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Liebt sowohl die echte als auch die virtuelle Bühne: Jan Josef Liefers.

(Foto: imago images/Future Image)

53 Schauspieler entfachen eine hitzige Debatte über die Meinungsfreiheit in diesem Land, Jan Josef Liefers tingelt von Talkshow zu Talkshow, und Meret Becker ist am Boden zerstört. Von Adele bis Christoph Metzelder - hier kommt der Wochenrückblick auf die Welt der Stars und Sternchen.

"Meine Schwester ist am Boden zerstört, sie sitzt weinend zu Hause", sagt Ben Becker über Meret Becker. Die Schauspielerin hatte gemeinsam mit 52 Kollegen - wie sie es nannten - auf ironisch-satirische Art Kritik am Corona-Management der Bundesregierung geübt. Die Aktion "#allesdichtmachen" ging nicht nur gehörig nach hinten los, sondern sorgte bundesweit für Empörung. Fast die Hälfte der Schauspieler, die sich daran beteiligten, ließen im Nachhinein ihre Videos löschen, einige entschuldigten sich, und Jan Josef Liefers tingelt von Talkshow zu Talkshow.

Nun leben wir in Deutschland in einem demokratischen Land. Jeder darf seine Meinung frei äußern, und wir müssen auch jene aushalten, die uns nicht gefallen, etwa, wenn gut betuchte Leute in ihren Lofts in Berlin-Mitte sitzen, bedrückt in Kameras gucken und dabei Atem-Übungen simulieren. In der New York Times hat ein Psychologe das aktuelle Lebensgefühl mit dem Wort: "Languishing" beschrieben, was so viel bedeutet wie dahindümpeln, sich erschöpft, matt und freudlos zu fühlen. Wir alle sind müde und sehnen uns nach einem normalen Leben ohne Virus. Man muss sich nur mal vorstellen, was diese 53 Schauspieler für unsere Gesellschaft, für unser Lebensgefühl hätten bezwecken können, wenn sie sich für eine andere Art der Aktion entschieden hätten - eine, die verbindet, statt spaltet, eine, die uns zum Lachen bringt, statt auf die Palme, eine, die uns zeigt: Lasst uns alle zusammenhalten und das Virus besiegen.

Süchtig nach der virtuellen Bühne

Kritik an der Aktion ist mehr als berechtigt, aber, dass die Schauspielerin Meret Becker mit dem Tode bedroht wird, zeigt vor allem mal wieder eines: die Verrohung unserer Gesellschaft. Es scheint mittlerweile für viele Leute vollkommen in Ordnung zu sein, auf Social Media zu pöbeln, zu beleidigen und sogar Morddrohungen auszusprechen. Hass und Hetze im Netz müssen geahndet werden, die sozialen Medien sind kein rechtsfreier Raum.

Dass viele Prominente sich durch ihren Narzissmus, ihren Geltungsdrang und die Sucht nach permanenter Aufmerksamkeit in den sozialen Medien oft selbst entzaubern, steht auf einem anderen Blatt Papier. Ein bisschen sehnt man sich gelegentlich zurück in die Zeit, als man seine Lieblingsmusiker und Hollywoodstars nur für ihre Leistungen kannte und nicht für ihre Küchentänze oder das Bewerben von Taschen. Sie sind eben auch nur Menschen und ebenso süchtig nach der (virtuellen) Bühne wie die Influencerin Susi oder die Instagram-Feministin Monika.

Fast nichts bleibt mehr privat. Stirbt ein Mensch, macht man sofort einen Livestream und trauert öffentlich. Dazu gehört dann wiederum auch, dass man von fremden Leuten vorgeschrieben bekommt, wie man gefälligst vernünftig zu trauern hat. Eine unangenehme Erfahrung, der sich Alessia Herren nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters Willi in der vergangenen Woche ausgesetzt sah.

Film- oder Politikkarriere?

Eine, die bislang im Vergleich zu ihren Kollegen eher wenig auf Social Media unterwegs war, ist die Sängerin Adele. Nun wurde bekannt, dass es die Britin zum Film ziehe. Adele, die sage und schreibe 44 Kilo abgenommen hat, warte nur noch auf ein Drehbuch, das ihr gefalle. Endlich nur noch das machen, was man wirklich möchte: Davon träumt auch Caitlyn Jenner. Die 71-Jährige, die wohl die bekannteste Transgender-Aktivistin der USA ist, möchte Gouverneurin von Kalifornien werden und hat ihre Kandidatur nun offiziell gemacht.

Jenners berühmte Kinder, Kylie und Kendall Jenner sowie die Stieftochter Kim Kardashian, haben ihre Unterstützung jedoch bereits abgesagt. Ihre Söhne Brandon, Brody und Burt glauben ebenfalls nicht an Caitlyns Politik-Ambitionen. Ob die unterlassene Unterstützung der eigenen Familie daher rührt, dass Jenner lange Trump-Anhängerin war? Fürsprache jedenfalls erhält sie von keinem Geringeren als ihrem guten Freund Arnold Schwarzenegger, der das Gouverneurs-Amt von 2003 bis 2011 innehatte. Jenner müsse den Wählern deutlich machen, "wohin sie gehen will, welche Änderungen sie vornehmen will, und warum sie qualifiziert dafür sei, Gouverneurin zu werden", so der "Terminator".

"Ich akzeptiere die Strafe"

Mehr als eineinhalb Jahre wurde über den aufwühlenden Fall geschrieben und spekuliert: Nun wurde Christoph Metzelder der Prozess im Zusammenhang mit Kinderpornografie gemacht. Gleich zum Auftakt legte der ehemalige, einst so eloquent wirkende Ex-Fußballprofi, der bis dato geschwiegen hatte, ein Teilgeständnis ab: Er habe die Dateien verschickt, "obwohl ich weiß, welches unsägliche Leid gegenüber Kindern hinter jeder Datei steckt. Trotz meines Engagements für Kinder. Ich akzeptiere die Strafe und bitte die Anwesenden stellvertretend für alle Opfer sexueller Gewalt um Entschuldigung. Ich hinterlasse eine Wunde, die niemals verheilen wird. Damit werde ich für den Rest meines Lebens leben müssen", gab er mit gebrochener Stimme zu Protokoll. Der 40-Jährige wurde zu einer Haftstrafe von zehn Monaten auf Bewährung verurteilt - für viele ein zu laxes Urteil.

Und was war sonst so los die Woche?

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Die Oscar-Verleihung fand in einem kleinen Rahmen statt und hatte fast schon etwas Persönliches, Heidi Klum tanzte in Unterwäsche einen "Fruchtbarkeitstanz" und wurde von Komikerin Celeste Barber parodiert und Iman sprach über ihren 2016 verstorbenen Mann, den Musiker und Weltstar David Bowie. Noch immer schwärmt die inzwischen 66 Jahre alte Witwe, die nach wie vor strahlend schön ist, von ihrer großen Liebe. Ihrer Kollegin Naomi Campbell erzählte sie, definitiv "nie wieder zu heiraten".

Die schönsten News aber kommen zum Schluss: Die Schauspielerin Tanja Szewczenko ist erneut Mutter geworden. Das Babyglück ist doppelt. Die ehemalige Eiskunstläuferin hat eineiige Zwillinge bekommen. "Leo und Luis", so die Namen der beiden Söhne, "wiegen schon 1.840 Gramm und 1.940 Gramm!", so die überglückliche 43-Jährige.

Quelle: ntv.de

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