Fußball

So läuft der erste Spieltag Borussias blasen zur hilflosen Bayern-Jagd

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Erling Haaland schickte als einziger beim BVB eine Kampfansage in Richtung FC Bayern München.

(Foto: imago images/Laci Perenyi)

Dortmund gegen Gladbach heißt das Spiel der Woche zum Ligastart: Wer kann sich als größter Bayern-Konkurrent etablieren? Obwohl beim BVB nur Erling Haaland Meister werden will. Für alle Teams kommt es zum ersten Gradmesser - für die DFL und die Fans ebenfalls.

Dortmund gegen Gladbach heißt das Spiel der Woche zum Ligastart: Wer kann sich als größter Bayern-Konkurrent etablieren? Obwohl beim BVB nur Erling Haaland Meister werden will. Für alle Teams kommt es zum ersten wirklichen Gradmesser - für die DFL und die Fans ebenfalls.

Spiel der Woche: Dortmund - Gladbach

Wenn am Abend (18.30 Uhr/Sky und im Liveticker auf ntv.de) die Borussia aus Dortmund auf die aus Mönchengladbach trifft, wird es für den Rest der Nation vor allem interessant, weil zwei der größten Bayern-Jäger aufeinandertreffen. Kann eine Borussia, die schwarz-gelbe ist hier besonders im Fokus, endlich die die Liga quälende Bayern-Dominanz durchbrechen? Das Wort Meisterschaft wird selbstverständlich beim BVB nicht mehr in den Mund genommen, nachdem der forsch ausgesprochene Plan in der vergangenen Saison doch noch mächtig in die Hose gegangen war. "Dieses Spiel mache ich nicht mehr mit", sagt Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Seine Spieler sehen das nicht unbedingt genauso. Mats Hummels hatte nach dem Saisonende erklärt, er wolle künftig "einen Platz weiter oben stehen". Torjäger Erling Haaland schickte in der "Sport Bild" vor dem Ligastart gleich mal eine Kampfansage nach München: "Wir haben die Qualität, um Meister zu werden, aber reden allein genügt nicht." Da hat er recht. Gut, dass der stille Norweger ohnehin meist eher Tore für sich sprechen lässt.

Und die Elf vom Niederrhein? Sportdirektor Max Eberl formulierte das Saisonziel simpel: Man wolle jedes Spiel gewinnen. Damit würden die Fohlen laut unseren redaktionellen Rechenkünsten ziemlich sicher Meister. Aber ganz genauso will es Eberl dann doch nicht gemeint haben und er ruderte lieber fix zurück: Er meine "natürlich nicht, dass wir Bayern vom Thron stoßen können. Wir versuchen es in jedem einzelnen Spiel, aber über eine ganze Saison ist es dann doch sehr schwierig." Klingt so, als würden die Bayern-Verfolger den Münchner die Meisterschale schon vor dem ersten Spieltag in die Hand drücken. Aufgeben wird zwar keine Borussia, aber unrealistisch sind deren Einschätzungen auch nicht: Es geht in diesem Duell um den Kampf um die Champions-League-Plätze.

Was ist sonst noch los?

Der Ligastart ist für viele Bundesligisten der erste echte Gradmesser, nachdem es im DFB-Pokal gegen unterklassige Mannschaften ging - Teams wie Hertha BSC war das schon eine zu hohe Hürde. Schaffen es die Berliner mit Neuzugang Jhon Córdoba bei Werder Bremen (15.30 Uhr/alle Sky und im Liveticker auf ntv.de) in die Spur zu finden oder gelingt den Männern von Florian Kohfeldt ein Start, der die vergangene Katastrophen-Saison vergessen macht? Der Aufsteiger aus Bielefeld muss sich in Frankfurt beweisen, während Bundesliga-Rückkehrer VfB Stuttgart gleich mal die Freiburger zum Baden-Württemberg-Duell lädt (beide 15.30 Uhr). Am Sonntag will RB Leipzig gegen Mainz 05 (15.30 Uhr) zeigen, wer der größte Bayern-Konkurrent ist (auch ohne Timo Werner) und Bayer Leverkusen in Wolfsburg (18 Uhr), dass dieses Jahr ein Champions-League-Rang drin ist (auch ohne Kai Havertz).

Was war gestern los?

Die große Ernüchterung für die Liga war los. Weil: Hansi Flick hat Leroy Sané losgelassen. Seinen neuen Star im Starensemble des FC Bayern. Was das ergab? Eine Zerstörung des FC Schalke, eine Demütigung gleich zum Ligaauftakt. Ein 8:0 - so hoch hatte der FC Schalke noch nie gegen die Bayern verloren. Oder aus der Sicht der Münchner: Der Beweis, dass ein neues kongeniales Duo geboren ist. Sané und Serge Gnabry wecken Erinnerungen an das Ära-prägende Traumduo Arjen Robben und Franck Ribéry. Weitere Superlative können Sie hier, hier, hier oder hier nachlesen. Wie war das noch gleich mit den Hoffnungen der beiden Borussias auf den Liga-Thron?

Wer spielt das beste Phrasenschach?

Der Ligastart markiert den Aufbruch in "die anspruchsvollste und schwierigste Spielzeit in der Geschichte des professionellen Fußballs in Deutschland!" Liga-Boss Christian Seifert erklärt, dass der Ausgang der 58. Saison wegen der Corona-Pandemie völlig ungewiss ist. Zwar sind bis zu 20 Prozent Auslastung der Stadien über die Testperiode von zunächst sechs Wochen wieder erlaubt und so soll sich schrittweise an die Rückkehr sämtlicher Zuschauer herangetastet werden. Aber in München und Köln sind die Fallzahlen derzeit so hoch, dass kurzfristig doch kein Zuschauer die Stadien betreten darf. Es zeigt das fragile Gerüst der Hoffnung: Funktioniert alles und kann die Saison überhaupt normal zu Ende gespielt werden? Was passiert, sollte es doch noch einmal einen Lockdown geben? Völlig unklar.

Quelle: ntv.de