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So läuft das Bundesliga-Finale HSV "kackt ab", Hertha-Frauen sollen trauern

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Geht's für den HSV wieder in die Relegation?

(Foto: imago/Philipp Szyza)

Der Meister steht fest, die Absteiger auch - Spannung satt bietet der letzte Spieltag der Bundesliga-Saison trotzdem. Mittendrin im Getümmel: die Relegations-Profis vom HSV. Oben geht's noch um Europa - mit Schnappatmungs-Garantie.

So läuft der Kampf um die Relegation

Der Hamburger SV hat es sich vor dem finalen Kampf um den Relegationsplatz gemütlich gemacht: Kaminbar, Weinkeller, luxuriöser Wellnessbereich und keine externe Ablenkung vor dem großen Showdown am 34. Spieltag der Fußball-Bundesliga (alle Spiele ab 15.30 Uhr im n-tv.de-Liveticker). Bis gestern genossen Coach Markus Gisdol und seine Männer die Ruhe in ihrer Luxusherberge in Rotenburg. Bis ins letzte Detail - sogar beim Schiedsrichter - sollte alles passen, damit die Kicker in der Nervenschlacht gegen den VfL Wolfsburg ihr ganzes, ähm…, Können abrufen können. Ein Sicherheitsdienst schirmte das Team ab, sogar bei der Nahrungsaufnahme wartete eine besondere Motivation auf die Relegations-Veteranen: "Let's do it, HSV", stand auf den Äpfeln, die für die Spieler auf den Zimmern bereit lagen.

Alles ganz nett, reicht aber nicht. Sagt zumindest Tim "Gym" Wiese. In seiner Kolumne bei der "Bild" schreibt er: "Ich weiß nicht, wie oft der Fußballgott bei denen noch ein Auge zudrücken will. So viel Dusel gibt es gar nicht. Sie werden aber gegen Wolfsburg verkacken und landen auf Platz 16. Der Druck ist zu groß. Der HSV landet in der Relegation. Aber die werden sie dann wieder überstehen.“ Nun aber erstmal der Showdown. Und dass auch Wolfsburg selbst noch auf Platz 16 abrutschen könnte, wenn sie nicht mindestens ein Remis in Hamburg holen, macht die Sache umso prekärer. Was allerdings neben der besseren tabellarischen Ausgangsposition für den VfL spricht: die Serie. Der HSV ist seit fünf Partien sieglos, verlor unter anderem daheim gegen Absteiger Darmstadt. Die Wolfsburger dagegen blieben unter Andries Jonker, Saisontrainer Nummer drei, in vier von sechs Spielen auf fremdem Platz ungeschlagen. Und sie haben ja auch noch Mario Gomez, der in elf Partien zehn Treffer erzielte. Tipp: 1:3

Ein dritter Kandidat im Duell um die Saisonverlängerung ist der FC Augsburg. Allerdings müsste es schon ziemlich blöd laufen für die Schwaben. Auch wenn die Auswärtsaufgabe in Sinsheim, bei 1899 Hoffenheim, alles andere als gemütlich ist. Denn die "Nagelsmänner" kämpfen im Fernduell mit dem BVB (siehe unten) noch um Rang drei, der direkt in die Champions League führt. Dennoch sagt Augsburgs Trainer Manuel Baum: "Ich habe ein gutes Gefühl." Tipp (trotzdem): 3:0

Wie sieht's mit Platz drei aus?

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Abschiedsspiel?

(Foto: picture alliance / Stefan Puchne)

Für Borussia Dortmund gut. Die haben den Platz nämlich inne. Allerdings sind sie punktgleich mit Hoffenheim. Die spielen (siehe oben) gegen Augsburg, während der BVB Werder Bremen zu Gast hat. "Das sind besondere Spiele mit einem besonderen Knistern in der Luft", urteilt BVB-Trainer Thomas Tuchel - noch ganz entspannt. Dabei ist seine Lage ja gar nicht so prima. Denn wer die Medienberichte der vergangenen Wochen aufmerksam verfolgt hat, der könnte durchaus auf die Idee kommen, dass sich der 43-Jährige heute zum letzten Mal als Chefcoach auf der BVB-Bank im Signal-Iduna-Park niederlässt. Aber nun, lassen wir das, und gucken aufs Sportliche. Denn die Bremer haben ja durchaus auch noch Ambitionen, kommen also nicht zum lustigen Ausklang in den Ruhrpott. Denn nach einem absolut verkorksten Ligastart winkt noch die Teilnahmeberechtigung für die Europa League. 10.000 Fans wollen ihren Klub dabei in Dortmund unterstützen. Allerdings konnten die Bremer die vergangenen neun Mal nichts von der Borussia mitnehmen. Tipp: 2:1

War sonst noch was?

FC Bayern - SC Freiburg: Philipp Lahm verabschiedet sich, Xabi Alonso verabschiedet sich, Tom Starke verabschiedet sich und Urgestein Hermann Gerland wechselt vereinsintern die Position - es wird wehmütig werden in der Allianz-Arena. Und dann doch irgendwie fröhlich, schließlich wartet die Meisterschale auf ihre Übergabe und das Siegerbier möchte vergossen werden. Der SC Freiburg darf aller Voraussicht nach freundlich dabei zusehen – und wenn die Konkurrenz im Kampf um Europa bockt, sogar mitfeiern. Tipp: 3:0
FC Ingolstadt - FC Schalke 04: Trauerstimmung beim FC Ingolstadt - es ist das vorerst letzte Erstliga-Spiel. Trauerstimmung auch beim FC Schalke - sie erreichen erstmals seit 2010 nicht die internationalen Plätze. Ein Spiel, bei dem es um nichts mehr geht. Tipp: 1:1
Borussia Mönchengladbach - SV Darmstadt 98: Mit ganz viel Glück erreicht Gladbach noch den siebten Tabellenplatz - und dürfte dann der anderen Borussia, der aus Dortmund, im Pokalfinale ordentlich die Daumen drücken. Denn bei einem Sieg des BVB würde der siebte Platz noch für die internationale Qualifikation reichen. Tipp: 2:0
Eintracht Frankfurt - RB Leipzig: DFB-Pokalfinalist spielt gegen Deutschen Vizemeister. Fazit: Für beide war es eine erquickliche Saison, für beide geht es in diesem Spiel um nichts mehr. Tipp: 0:3
1. FC Köln - Mainz 05: Dem FSV kann im Grunde nichts mehr passieren, auch wenn er beim 1. FC Köln verliert. Entscheidend ist die mit Abstand beste Tordifferenz aller Teams im Tabellenkeller und die Tatsache, dass Hamburg und Wolfsburg gegeneinander spielen. Der Effzeh dagegen hat noch Erwartungen an den letzten Spieltag: die Europa League winkt aus der Nähe. "Ich bin mir sicher, dass meine Spieler durchs Stadion getragen werden", sagt jedenfalls Trainer Peter Stöger schon mal optimistisch. Tipp: 2:0

Der n-tv.de Geheimtipp

Pal Dardai, Trainer von Hertha BSC Berlin, möchte am späten Samstagnachmittag traurige Frauen sehen. Warum? Wegen Europa, wegen der Europa League: "Ein Nachteil ist das nur für unsere Frauen. Durch die Doppelbelastungen bist du ständig weg. Aber für einen Fußballer ist es das Schönste. Du kannst spielen, spielen, spielen." Die Berliner haben im vielbeschworenen Fünfkampf um Europa die besten Karten - und den vermeintlich leichtesten Gegner: Bayer Leverkusen. Die Werkself hängt in der unteren Tabellenhälfte fest - es geht höchstens noch um die Ehre. Und um einen versöhnlichen Abschied für Übergangstrainer Tayfun Korkut, der in der vergangenen Woche unschön herauskomplimentiert wurde.

Von Rudi Völlers ausgegebenem Saisonziel sind die Leverkusener jedenfalls meilenweit entfernt: "Unser Ziel ist, den Abstand auf Dortmund zu verkürzen." Aha. Nunja. Egal. Tipp: 3:1

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Ich habe ihm nur gesagt, er soll sich melden, wenn Barcelona anruft. Das haben sie - glaub ich - nicht." Trainer Alexander Nouri nach seiner Vertragsverlängerung bei Werder Bremen über mögliche Anfragen anderer Klubs bei seinem Berater.

Quelle: n-tv.de

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