Fußball

So läuft der 22. Spieltag Klopp wirft Schatten auf Bayerns BVB-Jagd

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Boah, BVB! Geht's von nun an bergab?

(Foto: imago/Moritz Müller)

Der FC Bayern muss vor dem Kracher gegen den FC Liverpool im Pflichtprogramm der Fußball-Bundesliga beim FC Augsburg vorbeischauen. Borussia Dortmund fehlen die 7:0-Hinspiel-Torschützen. Und das Topspiel lockt mit einer "verrückten Idee".

Was macht der FC Bayern?

Wir beginnen die Bundesliga-Vorschau mit einer wichtigen Durchsage: "Ich mache in meinem Privatleben, was ich will." Sagt Franck Ribéry der Zeitung "L'Equipe". Nur, damit das ein für alle Mal klar ist. Dass die Leute - Fans, Kritiker, Egalisten - nur von der Goldsteak-Affäre wissen, weil der Franzose das Video selbst verbreitet hat? Ach, Kleinigkeit. Hier geht es selbstredend ausschließlich um den Sport. Und da will der Franzose weiterhin alles für seinen Arbeitgeber FC Bayern München möglich machen. Als erstes beim abstiegsbedrohten FC Augsburg (Freitag, 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de). Ob er spielen wird, wollen wir freilich dem Trainer überlassen. Definitiv nicht zurückgreifen kann Niko Kovac auf Corentin Tolisso und Ribérys "Robbéry"-Partner Arjen Robben. "Es geht noch immer nicht gut", klagt der über seine Oberschenkelprobleme gegenüber der "Bild"-Zeitung. "Du versuchst alles, du machst alles. Aber im Moment kommt nichts Gutes raus." So viel Frustration, da muss ganz schnell eine Portion gute Laune gegenhalten. Die kommt von Manuel Neuer. Der Torhüter will und kann nach seiner Daumenverletzung wieder spielen. Noch mehr Frohsinn könnte bei einem Sieg der Blick auf die Tabelle bringen: Dann wäre der FC Bayern bis auf zwei Punkte an Borussia Dortmund herangerückt. "Das ist unser Ziel", so Kovac. Und sein wir mal ehrlich: Das schaffen sie auf ihrer Reise mit dem Kurzstreckenticket ins nur 80 Kilometer entfernte Augsburg - locker.

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Ärgerte in der Hinrunde seinen Ex-Klub: Felix Götze.

(Foto: imago/Krieger)

Weiterreichendes Ziel ist: Schwung für die Champions-League-Partie gegen den FC Liverpool (Dienstag, 21 Uhr) mitnehmen. "Wenn wir in Augsburg gewinnen, können wir mit breiter Brust ins Spiel gegen Liverpool gehen", sagt etwa Serge Gnabry. Präsident Uli Hoeneß empfiehlt vorsorglich, ruhig zu bleiben und nicht überheblich zu werden. Schließlich wird es gegen die Mannschaft von Teammanager Jürgen Klopp wohl ungleich schwerer als am 22. Spieltag der Liga. Auch wenn wir hiermit erwähnen, dass das Hinspiel dank eines späten Treffers (86.) des Ex-Münchners und Götze-Bruders Felix nur 1:1 endete, Kovac den ersten Patzer der Saison einbrachte und ihn schnell zum Buhmann machte. (Und auch, dass die Augsburger ja Jens Lehmann als Aufschwung-Trainer verpflichtet haben.) Hoeneß' Devise gilt wohl insbesondere angesichts der Bayern-Abwehr. Schließlich hat das Team in 2019 noch kein Duell zu Null gespielt. Dabei hat Kovac analysiert: "Meisterschaften werden hinten entschieden." Also macht's doch der BVB? Erstmal rücken die Bayern dem Konkurrenten übers Wochenende auf die Pelle - aber nur, weil Dortmund erst am Montag nachziehen kann (siehe unten). Tipp: 1:3

Was macht der Tabellenführer aus Dortmund?

Der bleibt in jedem Fall Tabellenführer. Egal, wie die Verfolger aus München (siehe oben) und aus Mönchengladbach (siehe unten) spielen. So weit, so gut. Doch alles andere ist derzeit aus schwarz-gelber Sicht besorgniserregend. Seit vier Spielen ist Borussia Dortmund sieglos, inklusive irrem Pokal-Aus gegen Bremen, verspielter 3:0-Führung gegen Hoffenheim in der Liga und bitterer Wembley-Pleite gegen Tottenham in der Champions League - das Team von Trainer Lucien Favre hat die Siegesformel verbummelt. "Es ist schwer, das zu akzeptieren", sagte Favre nach dem Spiel in London, "an dem wir ein bisschen knabbern werden", wie Lizenzspielerchef Sebastian Kehl bekannte.

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Wie gut, dass die DFL ihn und seine Jungs mit einem Montagsspiel und somit genügend Zeit zur Regeneration gesegnet haben! Noch besser, so scheint es, dass die Reise nach Nürnberg geht. Denn bei der Partie gegen den kriselnden "Club" (Montag ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) kann sich der BVB wohl leichter denn je zurück in die Erfolgsspur bugsieren. Seit 15 Spielen wartet der Gegner auf einen Sieg, zudem hat es "in der sportlichen Kompetenz einen Kahlschlag" gegeben, wie Aufsichtsratsboss Thomas Grethlein den Doppelrauswurf von Trainer Michael Köllner und Sportchef Andreas Bornemann bezeichnete. Stattdessen stehen vorerst der bisherige Co-Trainer Boris Schommers und "Glubb"-Ikone Marek Mintal an der Seitenlinie.

Ist der 1. FC Nürnberg also der perfekte Dortmunder Aufbaugegner? Nun, Teil der aktuellen BVB-Misere ist das Verletzungspech. Und das hat wieder mal ausgerechnet Marco Reus erwischt, der zur fulminanten 7:0-Hinspiel-Walze noch zwei Treffer beisteuerte. Neben dem am Oberschenkel verletzten Kapitän fällt Manuel Akanji (ein Tor im Hinspiel) in Nürnberg aus, auch die Einsätze von Lukasz Piszczek, Julian Weigl (ein Tor im Hinspiel) und Knipser Paco Alcácer sind fraglich. "Uns fehlen einfach die Stabilisatoren. Das ist ein Substanzverlust, den man der Mannschaft anmerkt", beschrieb Kehl die Personallage im jungen Team. Da bieten sich die vergleichsweise lange Spielpause und die Partie in Franken doch als Reha an. Tipp: Die verbliebenen BVB-Spieler beschenken ihren Trainer Favre in seinem 250. Bundesligaspiel mit einem deutlichen Auswärtssieg, 0:3.

Wie steht's um die Borussia aus Mönchengladbach?

Die positive Nachricht zuerst - die verdächtig der anderen Borussia ähnelt: Mönchengladbach bleibt in jedem Fall mindestens Tabellendritter und kann im Erfolgsfall sogar die Bayern wieder überholen. Die schlechte: Der Klub muss nach dem deutlichen 0:3 gegen Hertha BSC am vergangenen Samstag nun zum Angstgegner reisen. Eintracht Frankfurt holte gegen Mönchengladbach so viele Punkte wie gegen kein anderes Team, 127. Damit der Vereinsrekord ausgebaut wird, muss die Eintracht allerdings schleunigst auftauen. Nach dem 2:2 im "Eisschrank" der Europa League in Donezk nämlich. Das lässt die Frankfurter ein wenig ratlos zurück. Gleichzeitig sagt Neuzugang Martin Hinteregger bereits selbstbewusst: "Zuhause können wir jeden schlagen." Gilt für die Europa League und die Bundesliga - und wäre am Sonntag (15.30 im Liveticker bei n-tv.de) zu beweisen.

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Können Heckings Heerscharen Luka Jovic stoppen?

(Foto: imago/Jan Huebner)

Es geht um nichts Geringeres als den Kampf um die Champions-League-Plätze. Da müssen die Gladbacher das Frankfurter Sturmtrio ausschalten: Luka Jovic führt mit 14 Treffern die Torjäger-Liste an, Sebastien Haller hat elf Treffer auf dem Konto (und in Donezk warm eingepackt auf der Bank Energie getankt), einzig Ante Rebic hat in den letzten Wochen nicht nachziehen können und steht bei sieben Toren. Borussia-Coach Dieter Hecking gibt sich völlig locker: "Wenn eine Büffelherde ins Laufen kommt, muss man sie eben auch mal zu Fall bringen." Und weiter: "Dass wir in Frankfurt körperlich voll dagegen halten müssen, ist klar. Aber das kann meine Mannschaft, wir sind stark genug, um auch da unser eigenes Spiel durchzubringen." Allerdings fehlen Hecking dafür gleich vier Spieler. Neben Raffael, der immer noch am Schlüsselbeinbruch laboriert, und Mamadou Doucouré mit Muskelbündelriss, sind auch Ibrahima Traoré (Ganglion im Leistenbereich) und Jonas Hofmann (Prellung am Sprunggelenk mit Knochenhautreizung) verletzt. Mindestens eine Statistik spricht trotz allem für die Fohlenelf: Bislang gab es fünf Saisonniederlagen, nach den vieren vor der Berlin-Pleite konnte sie anschließend immer gewinnen. Tipp: Das klappt auch diesmal, 2:3

Was ist sonst noch los?

VfB Stuttgart - RB Leipzig: Wir zitieren an dieser Stelle Markus Weinzierl, (Noch-)Trainer des taumelnden VfB Stuttgart: "Langweilig war die Woche nicht." Nach der sang- und klanglosen 0:3-Pleite am vergangenen Spieltag in Düsseldorf und dem anschließenden Rauswurf von Manager Michael Reschke ist das sicherlich nicht übertrieben. Nun folge ein Neustart. Und der habe, so Weinzierl, "einen gewissen Charme: neue Ideen, neuer Schwung, eine positive Stimmung". Tatsächlich ist im Umfeld des Tabellen-16. Euphorie zu spüren, was zu großen Teilen an Thomas Hitzlsperger liegt, der Reschke ablöste.

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Zum Einstand hat der Ex-Spieler gleich mal den Motivator gegeben: "Der VfB ist großartig! And always will be!", twitterte der 36-Jährige nach seiner Ernennung zum Sportchef. Die Rückkehr zum Erfolg bezeichnete er als "kein hoffnungsloses Unterfangen". Ob er dabei die anstehende Heimpartie gegen Leipzig bedacht hat? Immerhin stellen die Rasenballsportler mit nur 18 Gegentoren die beste Abwehr der Liga, Stuttgart hingegen mit 47 die schlechteste. Allein in den vergangenen sechs Partien kassierten die Schwaben 17 Gegentreffer. Mit insgesamt nur 17 eigenen Toren teilen sie sich mit dem FCN zu allem Überfluss auch den harmlosesten Angriff der Liga. Wir zitieren abermals Herrn Weinzierl: "Als Trainer bist du verantwortlich für die Situation und die Situation ist schlecht." Tipp: Schon bei der Rückkehr von RB-Trainer Ralf Rangnick an die alte Wirkungsstätte verpufft der "Hitz"-Effekt in Stuttgart, 1:2.

FC Schalke 04 - SC Freiburg: "Er muss einfach besser Fußball spielen", sagt Schalke-Manager Christian Heidel über Sebastian Rudy. "Er war definitiv nicht der Schuldige, sondern der Leidtragende", sagt Trainer Domenico Tedesco über Sebastian Rudy. Thema ist das Spiel gegen den FC Bayern (1:3) am vergangenen Wochenende, bei dem Rudy gegen den alten Arbeitgeber schon nach 33 Minuten wieder ausgewechselt wurde. Und nun, was wird aus dem 28-Jährigen? "Basti lässt den Kopf nicht hängen. Er hat Qualitäten, die uns weiterhelfen können und werden", so Tedesco weiter. Vielleicht schon gegen den SC Freiburg, wo es zu einem echten Duell kommt. Der Tabellen-13. ist zu Gast beim 14., nur ein Punkt trennt die Teams. Wer verliert, dem droht die Heimsuchung des Abstiegsgespenstes - buh! Tipp: 0:2

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Thomas Doll steht auf Außenseiter.

(Foto: imago/Zink)

TSG Hoffenheim - Hannover 96: Hannover 96 hat mit der Verpflichtung von Thomas Doll dem Anschein nach alles richtig gemacht. Er steht darauf, Außenseiter zu sein. "Der besondere Reiz ist, dass keiner an dich glaubt und dass du dann das Gegenteil beweisen kannst. Das mochte ich schon als Spieler", sagt er vor dem Spiel bei der TSG Hoffenheim. Macht er damit seinem Gegenüber an diesem Spieltag, Julian Nagelsmann, Angst? Nö. "Wir wissen nicht ganz genau, was auf uns zukommt. Aber es ist mir ziemlich egal, wer als Trainer da ist", antwortet der 31-Jährige. Für ihn und sein Team geht es darum, an die internationalen Plätze aufzuschließen, was gegen den Tabellen-17. ohne Weiteres drin sein dürfte - allen Ungewissheiten zum Trotz. Tipp: 3:0

VfL Wolfsburg - 1. FSV Mainz (alle Samstag, 15.30 Uhr): Das ist schon ein paar Jährchen her: Am 30. September 2012 verloren die Wolfsburger zuletzt zuhause gegen den 1. FSV Mainz 05. Seitdem ist in Niedersachsen Vieles passiert, in dieser Saison überraschend Positives. Und die unbekannte Tabellenhöhenluft von Platz sieben scheint dem VfL nicht zu schaden. Auch wenn das Spiel gegen den SC Freiburg am vergangenen Samstag 3:3 endete - und ebenso dramatisch hätte verloren gehen können. Die Mainzer ihrerseits halten sich recht beständig fern von den Abstiegsrängen im Tabellenmittel. Wenn die Mannschaften ihre Duelle so fortsetzen wie zuletzt, endet das Spiel ohnehin Unentschieden. Es wäre bereits das siebte in Folge - und damit die Einstellung des Bundesliga-Rekords. Ebenfalls ein Statistik-Schmankerl: Yunus Malli spielt schon seit 2017 beim VfL Wolfsburg und ist trotzdem mit 29 Treffern noch immer Mainzer Bundesliga-Rekordtorschütze (gemeinsam mit Mohamed Zidan). Er wird es auch nach diesem Spiel bleiben, Robin Quaison und Stefan Bell haben aus dem aktuellen Kader am meisten Tore - jeweils zehn. Tipp: Klar, die Serie! 2:2

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Will der Bremen-Misere mit einer "verrückten Idee" beikommen: Pal Dardai.

(Foto: imago/Metodi Popow)

Hertha BSC - SV Werder Bremen (Samstag, 18.30 Uhr): Es könnte ein bitteres Heimspiel für Hertha BSC werden. Die Berliner haben seit dem 8. Dezember zuhause nicht mehr gewinnen können. Die Berliner haben seit Dezember 2013 nicht mehr gegen Werder Bremen gewinnen können. Und damit hat Trainer Pal Dardai als Bundesliga-Coach gegen die Bremer ebenfalls noch nie gewonnen - sogar als Spieler kassierte er gegen Werder die meisten Bundesliga-Pleiten. Was also macht Dardai? Dem Gegner Furcht einflößen: "Bevor wir uns auf einen finalen Matchplan festlegen, muss ich noch einmal mit einigen Spielern reden. Ich habe eine verrückte Idee, aber die Mannschaft muss davon genauso überzeugt sein wie ich." Oha! Das scheint jedoch nicht zu wirken. Werder-Trainer Florian Kohfeldt kontert nämlich: "Wir haben Schlüssel für Spiele gefunden, die nicht immer unserer eigenen Spielidee entsprachen." Tipp: Das gibt ein Unentschieden, 2:2

Bayer Leverkusen - Fortuna Düsseldorf (Sonntag, 18 Uhr): Für die Bundesliga lässt sich konstatieren: Trainer Peter Bosz sorgt mit Bayer 04 Leverkusen für Aufsehen. Einem 3:0 gegen den VfL Wolfsburg folgte ein 3:1 gegen den FC Bayern folgte ein 5:1 gegen den 1. FSV Mainz 05. Und so ist die Werkself von Platz zehn auf sechs geklettert und hat derzeit Anrecht auf das erneute Erreichen der Europa League. Dass es in der dort aktuellen Zwischenrunde nur zu einem mauen 0:0 gegen FK Krasnodar reichte, wurmt Leverkusen genauso wie das Ausscheiden aus dem DFB-Pokal gegen Zweitligist 1. FC Heidenheim. Dass gegen Fortuna Düsseldorf nun auch ein Rückschlag in der Liga droht, ist dagegen unwahrscheinlich. Tipp: Der Bosz-Bundesliga-Lauf geht weiter, 2:0

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Wir müssen alle an einem Strang ziehen. Auch ihr müsstet theoretisch nächstes Jahr nach Sandhausen. Das will keiner." Stuttgarts Trainer Weinzierl redet den Journalisten auf der VfB-Pressekonferenz ins Gewissen.

Quelle: n-tv.de

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