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So läuft der zwölfte Spieltag Titelverbot beim FC Bayern, BVB am Limit

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Mega-Performer, schon klar. Aber finden Sie auch, dass Marco Reus ein wenig blass aussieht?

(Foto: imago/Kolvenbach)

Die Dortmunder Borussia geht nicht davon aus, dass es schon 2:0 steht, wenn sie in Mainz ankommt. Und beim FC Bayern mag vor dem zwölften Spieltag der Fußball-Bundesliga von der Meisterschaft keiner mehr offen sprechen.

Was macht der BVB?

Den FC Bayern haben die Dortmunder vor der Länderspielpause in einer Partie sehr nahe am Limit mit 3:2 geschlagen, überhaupt in dieser Saison noch kein Mal in der Fußball-Bundesliga verloren und dabei im Schnitt drei Tore pro Partie erzielt. Und natürlich führen sie vor dem zwölften Spieltag die Tabelle an. Vier Punkte sind es auf Mönchengladbach, fünf auf Leipzig und gar sieben auf Frankfurt und München. Und am Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) geht's zum 1. FSV Mainz 05. Es läuft also, das lässt sich so sagen, gut beim BVB.

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Also macht Sportdirektor Michael Zorc das, was in dieser Situation nicht das Dümmste ist. Er warnt die Spieler davor, mit dem, was sie bisher erreicht haben, zufrieden zu sein. "Gerade jetzt, wenn wir so viel Lob bekommen, müssen wir die Antennen noch weiter ausfahren." Denn auch er weiß: Spätestens seit dem Sieg gegen die Bayern ist der BVB nicht mehr der Jäger, sondern der Gejagte. Deutscher Meister aber wird in der Regel nicht die Mannschaft, die die Topspiele gewinnt. Sondern die, die sich über eine Saison mit ihren 34 Partien die wenigsten Blößen gibt - und zum Beispiel einfach mal nach Mainz fährt und die drei Punkte mitnimmt. Von Spiel zu Spiel denken, so heißt das in der Sprache der Fußballer. Das ist eine Floskel, ist aber als Maßgabe nicht schlecht. Zorc sagt: "Wenn wir jetzt nach Mainz fahren, steht es nicht automatisch 2:0 für uns, weil wir bislang so gut performt haben. Das hört sich blöd an, ist aber so. Wir müssen immer bei null anfangen und werden nichts ändern." Apropos performt: Da kommt uns Freiburgs Trainer Christian Streich in den Sinn. Der hat zwar mit dem Spiel in Mainz nichts zu tun, hat aber etwas zu Anglizismen gesagt. Sehen und hören können sie das hier, es lohnt sich. Tipp: Der BVB zeigt eine Mega-Performance und gewinnt in Mainz mit 3:0.

Wie ist der FC Bayern aufgestellt?

Die Stimmung ist gedämpft beim Tabellenfünften. Arjen Robben sagt: "Wir dürfen nicht vom Titel reden." Weil: "Ich glaube, dafür sind wir im Moment nicht gut genug." Trainer Niko Kovac sagt: "Wir reden jetzt nicht über das Ziel Meistertitel." Dieses Ansinnen habe er allenfalls im Hinterkopf. Das dann aber schon, wie alle beim FC Bayern. Es sei ja "erst ein Drittel der Saison gespielt". Bis Weihnachten gehe es darum, "genügend Punkte zu holen, um in der Rückrunde in guter Ausgangslage starten zu können". Nur Sandro Wagner glaubt, bei der immer noch "mit Abstand besten Mannschaft in Deutschland" auf der Bank zu sitzen.

Es sind besondere Tage in München. Die Leistung beim 2:3 bei der in Dortmund vor zwei Wochen hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge als "Benchmark-Basis" ausgerufen. Eine Niederlage als Maßstab, wann hat es so etwas beim Immer-noch-Rekordmeister schon einmal gegeben? Nun, eine weitere Pleite als weiteren Mutmacher wird es an diesem Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) nicht geben. Dann ist die Fortuna aus Düsseldorf zu Gast, ihres Zeichens Tabellenvorletzte. Und Friedhelm Funkel ist der Trainer mit der schlimmsten Bilanz der Liga-Geschichte: Keiner verlor so viele Spiele gegen einen Verein wie Friedhelm Funkel gegen die Bayern: 21 von 28. Seinen einzigen Sieg feierte er am 30. September 2000 beim 1:0 mit Hansa Rostock. Immerhin in München. Dort herrschte in dieser Woche Aufregung. Das kanadische Supertalent Alphonso Davies ist da, darf trainieren, aber noch nicht spielen. Der neue Mannschaftsbus ist da. Und Oliver Kahn wird als Hoeneß' Nachfolger diskutiert, das schreibt die "Sport Bild". Eine Meldung, die bislang nicht dem neuen "Wir-werden-uns-wehren"-Gesetz der Münchner zum Opfer fiel. Meisterliche Gelassenheit? Tipp: ein titanisches 5:0.

Was passiert sonst noch?

Bayer 04 Leverkusen - VfB Stuttgart (Freitag, 20.30 Uhr): Wir wissen nicht, ob Reiner Calmund im Stadion ist, erwähnen aber an dieser Stelle noch einmal, dass der ehemalige Manager der Leverkusener an diesem Freitag seinen 70. Geburtstag feiert. Prima, und sonst so? Fordert Trainer Heiko Herrlich ganz im Sinne Calmunds von seinen Spielern "mehr Leidenschaft". Er habe sich in der Länderspielpause überlegt, dass das wichtig sei. In der Tabelle stehen die Leverkusener nur drei Punkte vor den Stuttgartern. Und die sind Letzte. "Auch da gibt es keine Alibis, wir wollen diese drei Punkte." Tipp: 2:0.

Hertha BSC - TSG Hoffenheim: Hauptsache gewinnen, so lautet das wenig originelle Motto der Berliner. Trainer Pal Dardai erwartet "einen aggressiven und motivierten Auftritt, bei dem wir uns auf die Basics konzentrieren wollen". Vielleicht dürfen deshalb die Fans auch wieder ihre Fahnen mit ins Stadion bringen. Die wollen ihre Mannschaft nun auch anfeuern. Im jüngsten Heimspiel gegen Leipzig hatten die meisten Anhänger das aus Protest gegen das Verbot von Spruchbändern, Blockfahnen und Doppelhaltern nach der Randale in Dortmund nicht getan. Nun aber haben sie mit der Geschäftsführung des Klubs geredet und die mit ihnen. Tipp: 1:2, die Hoffenheimer landen ihren fünften Sieg hintereinander.

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Wimmelbild mit magischem Dreieck.

(Foto: imago/Eibner)

FC Augsburg - SG Eintracht Frankfurt: Die SGE ist eines von vier Teams, die derzeit in der Tabelle vor dem FC Bayern stehen. Die jüngsten beiden Spiele haben die Frankfurter mit 3:0 gewonnen, erst in Stuttgart und dann gegen Schalke. Nur nach Augsburg fahren sie nicht so gerne. In sechs Bundesligapartien gab es dort drei Niederlagen und drei Unentschieden. Und nun? Tipp: 0:3, das magische Sturmdreieck mit dem Serben Luka Jovic, dem Franzosen Sebastien Haller und dem Kroaten Ante Rebic schlägt wieder zu.

VfL Wolfsburg - RB Leipzig (alle Samstag, 15.30 Uhr): Auch die Rasenballsportler sind in der Tabelle vor den Münchnern zu finden, vor der Länderspielpause gab's ein lockeres 3:0 in Berlin. Die Mannschaft von Alleinherrscher Ralf Rangnick scheint sich nach schwachem Saisonstart gefunden zu haben. Seit fünf Ligaspielen sind die Leipziger ohne Gegentor. Die Wolfsburger und Bruno Labbadia stehen nur drei Punkte vor dem Relegationsrang. Das ist der Platz, den der VfL in den vergangenen beiden Spielzeiten am Ende belegte. Tipp: 0:2.

FC Schalke 04 - 1. FC Nürnberg (Samstag, 18.30 Uhr): Noch zwei Zähler weniger als die Wolfsburger haben die Gelsenkirchener auf dem Konto. Vielleicht sollte sich die Mannschaft von Trainer Domenico Tedesco ein Beispiel an der DFB-Elf nehmen, die am Dienstag zu Gast im Schalker Stadion war und gegen die Niederlande gar nicht so schlecht spielte. Die beiden Gegentore in den letzten sechs Minuten waren allerdings wenig vorbildhaft. Tedesco hat indes eher ein anderes Problem: Ihm gehen die Stürmer aus. Breel Embolo, Mark Uth und Cedric Teuchert sind verletzt. Tipp: 2:0, Guido Burgstaller trifft doppelt.

SC Freiburg - SV Werder Bremen (Sonntag, 15.30 Uhr): Schon wieder ein Heimspiel im Schwarzwaldstadion, nach dem 1:3 gegen Mainz vor zwei Wochen geht's nun gegen Bremen. Freiburgs Trainer Streich hatten wir ja eingangs schon zitiert. Und weil's so schön war, hier noch einmal der Link. Ansonsten gibt sich Kapitän Mike Frantz vor der Partie gegen Werder selbstbewusst. "Wir sind richtig eklig", sagte er der "Bild"-Zeitung. "Die Gegner wissen, dass es gegen uns brutal unangenehm zu spielen ist. Das haben wir uns hart erarbeitet." Tipp: 1:1.

Borussia Mönchengladbach - Hannover 96 (Sonntag, 18 Uhr): Mönchengladbachs Trainer Dieter Hecking hatte seine Vertragsverlängerung beim Tabellenzweiten sehr geschickt vorbereitet. Am Mittwoch kokettierte er noch damit, sich vorstellen zu können, bei seinem ehemaligen Klub und Gegner am Sonntag als Sportdirektor anzuheuern. "Ich lebe seit über 20 Jahren in der Region. Hannover ist meine Heimat geworden. Ich war 25 Jahre Fußballspieler, bin 54 Jahre jung und im 18. Jahr Trainer und mache mir Gedanken, was mir das Leben noch bietet", hatte er dem "Sportbuzzer" gesagt. Nun vermeldete die Borussia: Hecking bleibt bis 2020. Tipp: 2:0.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Wir reden jetzt nicht über das Ziel Meistertitel." Niko Kovac, kleinlauter Trainer des FC Bayern. "Wir haben mit Abstand die beste Mannschaft in Deutschland." Sandro Wagner, forscher Ersatzspieler des FC Bayern.

Quelle: n-tv.de

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