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Erster Brite auf Raumstation ISS-Raumfahrer landen in der Steppe

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Sechs Monate waren die Astro- beziehungsweise Kosmonauten auf der ISS.

(Foto: dpa)

Auf der Erde prügeln sich britische und russische Fußballfans, russische und US-amerikanische Politiker belauern sich. Die Besatzung der ISS macht vor, dass es auch anders geht. Für sie enden nun sechs Monate im All - und einer bleibt ganz gelassen.

Nach einem halben Jahr im All sind drei Raumfahrer von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde zurückgekehrt. Der Brite Tim Peake, der US-Amerikaner Tim Kopra und der Russe Juri Malentschenko landeten mit einer Sojus-Kapsel in der kasachischen Steppe, wie die Flugleitzentrale in Moskau mitteilte.

An einem riesigen Fallschirm segelte die "Sojus TMA-19M" durch lockere Wolken zur Erde, wie in einer Übertragung der Nasa zu sehen war. "Die Sojus ist zu Hause", sagte ein Kommentator. Die Raumfahrer seien nach 186 Tagen zurück auf der Erde.

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Timothy Peake war der erste Brite auf der ISS.

(Foto: dpa)

"Die Crew fühlt sich wohl", meldeten die Raumfahrer noch aus ihrer Kapsel heraus. Rund 200 Helfer waren im Einsatz, um die Mannschaft an ihrem Landeplatz rund 150 Kilometer südöstlich der Stadt Scheskasgan in der zentralasiatischen Ex-Sowjetrepublik Kasachstan in Empfang zu nehmen.

Gelassen mit Sonnenbrille

Lächelnd wischte sich Peake mit einem Handtuch den Schweiß von der Stirn, als er auf einem Stuhl in der kasachischen Steppensonne saß und ein Team begann, ihn medizinisch zu untersuchen. "Es war unglaublich", sagte er in die Nasa-Kameras. Malentschenko, mit seinem sechsten Raumflug bereits ein Routinier, saß mit einer dunklen Sonnenbrille neben Peake, beobachtete gelassen die Szenerie und trank Wasser.

Damit hat Malentschenko in seiner Karriere 828 Tage im All verbracht und liegt in der Gesamtbilanz auf Platz zwei hinter dem Russen Gennadi Padalka (878 Tage). Peake war der erste Brite auf der ISS und überdies der erste Brite, der bei seinem Einsatz einen Ausstieg ins freie Weltall machte. Bei dem Außeneinsatz mit Kopra hatte es im Januar einen gefährlichen Vorfall gegeben. Im Helm des US-Astronauten hatte sich Wasser gebildet, der Einsatz musste aus Sicherheitsgründen vorzeitig abgebrochen werden.

Auf dem Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde halten nun noch die russischen Kosmonauten Alexej Owtschinin und Oleg Skripotschka sowie der US-Astronaut Jeff Williams die Stellung. Drei weitere Raumfahrer - ein Russe, ein Amerikaner und ein Japaner - sollen am 7. Juli zur ISS fliegen und sie unterstützen. Ursprünglich war der Start für den 24. Juni geplant, er wurde jedoch wegen technischer Probleme verschoben.

Quelle: n-tv.de, vpe/dpa

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