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Ungebremste Abholzung Regenwald am Amazonas schrumpft

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Dichter atlantischer Regenwald auf der Ilha do Cardoso im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo.

(Foto: dpa)

Der tropische Regenwald in Brasilien gilt als Weltspeicher für Kohlendioxid und hat große Bedeutung für den Klimawandel: Zum Anbau von Agrarprodukten werden dort jedoch immer mehr Flächen gerodet. Experten warnen vor fatalen Konsequenzen.

Die Abholzung im brasilianischen Amazonasgebiet hat von August 2014 bis Juli 2015 im Vergleich zum Jahr davor um 16 Prozent zugenommen. Legal seien 5831 Quadratkilometer Waldfläche abgeholzt worden, teilte Brasiliens Umweltministerin Izabella Teixeira in Brasília mit. Im Zeitraum zwischen 2013 und 2014 waren es 5012 Quadratkilometer gewesen. Das habe die Auswertung von Satellitenaufnahmen ergeben.

Die abgeholzte Waldfläche entspricht der 6,5-fachen Größe Berlins oder mehr als der doppelten Fläche des Saarlands. Das Ausmaß der illegalen Abholzung ist unklar. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer erheblich größer ausfällt als die Menge der gesetzlich geregelten Flächengewinnung.

Mit den neuen Zahlen aus Brasilien liefert Teixeira wenige Tage vor Beginn der UN-Klimakonferenz in Paris einen weiteren Impuls für Klimapolitiker in aller Welt: Der Amazonas-Regenwald gilt durch die Aufnahme von Kohlendioxid als ein Kippenelement für das Weltklima.

Durch die Abholzung steigt hier gebundenes Kohlendioxid in die Atmosphäre auf, was nach einhelliger Meinung von Wissenschaftlern die Erderwärmung beschleunigen dürfte. Umweltschützer warnen vor verheerenden Folgen für das Weltklima, zumal neben der legalen vor allem auch die illegale Abholzung in Brasilien zuletzt weiter anstieg.

Schutzzonen in Gefahr

Im Oktober war zudem im Parlament der erste Schritt zu einer Verfassungsänderung gemacht worden. Damit könnten Schutzzonen indigener Völker aufgelöst und der dortige Wald abgeholzt werden - wenn es wirtschaftliche Gründe dafür gibt: Zum Beispiel wenn dort Bodenschätze schlummern oder der Platz für Sojaplantagen gebraucht wird.

Bislang gelten noch bis zu 15 Prozent des Landes als geschützte Zonen - die endgültige Entscheidung wird für 2016 erwartet. Erklärtes Ziel der Regierung ist, zumindest die illegale Abholzung bis 2030 auf null zurückzufahren.

Quelle: ntv.de, apo/dpa