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Sternenhimmel wird sommerlich Vollmond zeigt sich nur kurz und klein

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Saturn, der "Herr der tausend Ringe".

(Foto: Ron Miller/dpa)

Die Sonne ist auf dem Gipfel ihrer Jahresbahn. Der Fixsternhimmel zeigt sich nun sommerlich. Auch die kleinste Vollmondscheibe des gesamten Jahres bringt der Juni - und die kürzeste Vollmondnacht. Dafür kommt der längste Tag des Jahres.

Sonne, Mond und Sterne im Juni: In der spät hereinbrechenden Abenddämmerung leuchtet im Südosten der Riesenplanet Jupiter auf. Er hält sich im Sternbild Jungfrau nahe dem Hauptstern Spica auf. Obwohl seine Helligkeit leicht abnimmt, beherrscht Jupiter mit seinem Glanz die erste Nachthälfte. Kein anderer Planet und kein anderer Stern leuchtet so hell wie Jupiter im Juni am Abendhimmel.

In der zweiten Nachthälfte zieht sich der Riesenplanet allmählich zurück. Zu Monatsbeginn geht Jupiter kurz nach 3 Uhr morgens unter, Ende Juni fast zwei Stunden früher. In der Nacht vom 3. auf den 4. Juni begegnet der zunehmende Halbmond dem König der Planeten. Der Mond zieht dabei rund zwei Grad nördlich an ihm vorbei.

Günstigste Beobachtungsbedingungen

Saturn wird am 15. von der Erde auf der Innenbahn überholt. Dabei stehen Saturn und Sonne am irdischen Firmament einander gegenüber, der Fachmann spricht von Opposition. Diese Konstellation bietet die günstigsten Beobachtungsbedingungen. Saturn ist nicht nur die gesamte Nacht am Firmament zu sehen, sondern erreicht mit 1352 Millionen Kilometern auch seine geringste Entfernung von uns. Sie entspricht dem Neunfachen der Distanz zwischen Erde und Sonne.

Zurzeit wandert Saturn durch das Tierkreissternbild Schlangenträger, dessen Sterne vergleichsweise lichtschwach sind. Das Bild ist daher nur schwer zu erkennen. Am 10. zieht der Vollmond nördlich an Saturn vorbei, was es für Laien leichter macht, den Riesenplaneten zu identifizieren. Wegen seiner südlichen Position im Tierkreis erreicht Saturn nur eine geringe Höhe über dem Südhorizont. Dennoch ist er als fahler, gelblicher Lichtpunkt gut zu erkennen.

"Herr der tausend Ringe"

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Faszinierende Welt: kreisende Planeten im Sonnensystem.

(Foto: imago/Ikon Images)

Der holländische Physiker und Astronom Christian Huygens hatte 1656 erstmals erkannt, dass der Saturnglobus von einem freischwebenden Ring umgeben ist. Der erste Direktor der Pariser Sternwarte entdeckte 1671 die Teilung des Saturnrings in einen äußeren und einen inneren Ring. Raumsonden lieferten schließlich Aufnahmen, auf denen hunderte einzelne Ringe zu sehen sind. Man nennt Saturn daher auch gelegentlich "Herr der tausend Ringe".

Zwar wurden inzwischen auch um die Riesenplaneten Jupiter, Uranus und Neptun Ringe entdeckt, die aber völlig unauffällig und in irdischen Teleskopen kaum sichtbar sind. Das gigantische Saturnringsystem hat einen Durchmesser von 280.000 Kilometern - das entspricht zwei Drittel der Entfernung zwischen Erde und Mond.

30 Jahre ist Saturn unterwegs, um einmal die Sonne zu umrunden. Der Saturnglobus rotiert sehr schnell, weshalb die Saturnkugel von allen Planeten unseres Sonnensystems am stärksten abgeplattet ist. Der Gasplanet Saturn hat auch die geringste Dichte. Sie entspricht nur siebzig Prozent der Wasserdichte. In einem gigantischen Wasserbad würde die Saturnkugel nicht untergehen, sondern schwimmen.

Die Raumsonde Cassini kurvt bereits seit 13 Jahren als künstlicher Mond um den Saturnglobus und schickt Daten zur Erde. Am 15. September soll die Raummission zu Ende gehen: Cassini wird in einem geplanten Manöver in die Saturnatmosphäre eindringen und verglühen.

Venus beherrscht den Morgenhimmel

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Venus, der Morgenstern.

(Foto: imago/UIG)

Venus beherrscht mit ihrem Glanz den Morgenhimmel. Ihre Aufgänge erfolgen immer früher, der Morgenstern strebt immer nördlichere Positionen im Tierkreis an. Anfang Juni erscheint Venus etwa eine Viertelstunde vor vier Uhr morgens am Nordosthimmel, zu Monatsende bereits um drei Uhr.

Schon am 3. erreicht unser innerer Nachbarplanet mit 46 Grad seinen größten westlichen Winkelabstand von der Sonne. Entsprechend früher steigt sie vor der Sonne über den Nordosthorizont. Im Teleskop erscheint Venus am 4. halb beleuchtet, wie ein kleiner Halbmond. Am 20. sieht man gegen vier Uhr am Morgenhimmel knapp über dem Osthorizont die Sichel des abnehmenden Mondes nahe bei Venus.

Merkur eilt der Sonne nach und holt sie am 21. im Sternbild Stier an der Grenze zu den Zwillingen ein. Er hält sich somit am Taghimmel auf und bleibt unbeobachtbar. Mars steht ebenfalls am Taghimmel und bleibt nachts unsichtbar unter dem Horizont.

Der Fixsternhimmel zeigt sich nun sommerlich. Während die westliche Himmelshälfte noch vom Frühlingsdreieck mit den hellen Sternen Arktur, Regulus und Spica beherrscht wird, ist im Osten bereits das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler erschienen.

Am Südhimmel passiert der Skorpion mit dem rötlichen Antares die Mittagslinie. Der Große Wagen ist hoch am Nordwesthimmel zu sehen, während sich die Kassiopeia im Nordosten anschickt, höher zu steigen. Besser bekannt ist sie als Himmels-W - nach der Anordnung ihrer Sterne, die an den Buchstaben "W" erinnern.

Kürzeste Vollmondnacht des Jahres

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Vollmond im Halbschatten der Erde (Bild von 2016).

(Foto: imago/blickwinkel)

Vollmond tritt am 9. um 15.10 Uhr ein. Die Nacht vom 9. auf 10. ist die kürzeste Vollmondnacht im Jahr 2017, wobei der Vollmond auch die geringste Höhe über dem Südhorizont erreicht. Da der Mond eine Nacht zuvor mit 406.400 Kilometer seine größte Erdentfernung erreicht, sieht man die kleinste Vollmondscheibe des gesamten Jahres. In Erdnähe gelangt der Mond mit 357.940 Kilometern am 23. Juni. Einen Tag später befindet sich der Mond um 4.31 Uhr in Neumondposition.

Die Sonne erklimmt am 21. um 6.24 Uhr den Gipfel ihrer Jahresbahn, die Sommersonnenwende tritt ein. Von da an nimmt die Höhe der Sonne wieder ab, sie sinkt zum Herbstpunkt am Himmelsäquator hinab. Zehn Stunden nach dem Sommerbeginn wechselt die Sonne aus dem Sternbild Stier in das Sternbild Zwillinge. Der Sommerpunkt markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Krebs.

Zu Sommerbeginn erreicht die Sonne ihre größte Mittagshöhe. Der 21. Juni ist der längste Tag des Jahres, gefolgt von der kürzesten Nacht. In Hamburg scheint die Sonne - auch wenn sie sich vielleicht hinter Wolken verbirgt - dann 17 Stunden und zwei Minuten, in München 16 Stunden und drei Minuten.

Quelle: ntv.de, Hans-Ulrich Keller, dpa