Riekes Rückspiegel

Was war am 5. November? Als das britische Parlament explodieren sollte

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Böse Buben: Eine Gruppe von Verschwörern wollte Anfang des 17. Jahrhunderts das britische Parlament in die Luft sprengen.

(Foto: imago images / Design Pics)

Wenn heute in Großbritannien Freudenfeuer lodern, liegt das an einem Mega-Mordkomplott, das vor 414 Jahren scheiterte. Beim Gunpowder Plot sollte der britische König sterben, stattdessen wurde frühzeitig das Leben von Guy Fawkes und Co. beendet.

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Wussten Sie, dass … ein 35-jähriger Offizier heute vor 414 Jahren das englische Parlament in die Luft jagen wollte? Am 5. November 1605 deponierte Guy Fawkes gemeinsam mit weiteren Verschwörern Dutzende Schwarzpulver-Fässer im Parlamentskeller, um König James I., Politiker, Adlige und Geistliche zu töten. Das Mega-Attentat scheiterte. Bis heute sorgt in Großbritannien das Misslingen des Gunpowder Plot für ekstatische Jubelfeiern.

Remember, remember, the fifth of November! Ja, das britische Parlament hat weitaus brisantere Stunden hinter sich als schier endlose Brexit-Debatten mit lautstarkem "Order"-Gegrunze von Mister Ex-Speaker John Bercow. Gemeinsam mit mindestens zwölf weiteren Mitverschwörern hätte Guy Fawkes beinahe den Palace of Westminster in London in Schutt und Asche gelegt. An jenem denkwürdigen 5. November hatten sie nach wochenlangen Vorbereitungen 36 Fässer mit insgesamt 2,5 Tonnen Schießpulver in die Kellerräume gebracht, die pünktlich zur Parlamentseröffnung explodieren sollten. Dazu kam es dann aber nicht, weil die Anschlagspläne verraten wurden.

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Sie gucken heute noch sicherheitshalber mal in den hintersten Ecken von Westminster nach.

(Foto: AP)

Doch warum solch eine Revolte? Fawkes und seine katholischen Mitverschwörer hatten in erster Linie das Ziel, den protestantischen König James I. zu töten, um dann dessen Tochter Elizabeth als katholische Monarchin auf den britischen Thron zu hieven. Daraus wurde jedoch nichts, weil Fawkes und seine Komplizen William Parker, den katholischen Lord Monteagle, vor dem Anschlag gewarnt hatten. Jedenfalls gab es kurz darauf eine Durchsuchung des Parlamentskellers und siehe da: In den Katakomben befanden sich die explosiven Fässer und Fawkes, der bereit stand, diese anzuzünden. Unter Folter gestand der Sprengstoffexperte die Anschlagspläne und verriet seine Komplizen. Sie alle wurden hingerichtet.

Die erfolglose Schießpulververschwörung wirkt in Großbritannien bis heute nach. In mitunter karnevalesken Straßenumzügen gedenken zahlreiche Menschen des Ereignisses vom 5. November - mit Guy-Fawkes-Masken, Fackeln, Böllern und Raketen. Vielerorts werden auch sogenannte Bonfires, Freudenfeuer, entzündet - aber natürlich nicht in Westminster. Dort durchsuchen seit jeher am Tag der Parlamentseröffnung die Yeomen of the Guard, die königliche Leibwache, die Kellerräume nach Sprengstoff. Sicher ist sicher.

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Redakteur Christoph Rieke wirft in "Riekes Rückspiegel" täglich einen Blick in die Vergangenheit.

Quelle: n-tv.de