Fußball

So läuft der 20. Spieltag Aubameyang drängt BVB in die Zen-Zone

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So viel Spaß gibt's beim BVB: Pierre-Emerick Aubameyang macht offenbar gute Mine zum bösen Spiel.

(Foto: imago/DeFodi)

Die Fußball-Bundesliga freut sich auf die nächste Saison - auf Rentner Jupp Heynckes. Bis dahin bleibt alles beim Alten: Der FC Bayern siegt, der HSV verliert. Und Pierre-Emerick Aubameyang muss sich wieder in Schwarzgelb verlieben.

Was macht der BVB?

Wir haben mal nachgezählt: In der vergangenen Woche haben wir die Wortkombination Aubameyang und FC Arsenal genau siebenhundertvierzehn Mal verwendet. Das ist zwar maßlos übertrieben, riecht aber trotzdem nach redaktionsinternem Gerüchterekord. Also, #hilftjaallesnix, wir müssen da nochmal ran. Bei der Dortmunder Borussia beschwören sie die Wiedereingliederungsoptionen des unwilligen Torjägers: Er habe "in dieser Woche einen guten Eindruck hinterlassen", sagt Trainer Peter Stöger vor dem Spiel gegen den SC Freiburg am Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de ) an diesem 20. Spieltag der Fußball-Bundesliga. Und es sei ja so: "Wenn es so weitergeht, hat er sich für den Kader qualifiziert." Wahnsinn, so viel schwarzgelbe Harmonie.

Aber mal im Ernst. Gibt es wirklich noch Zweifel daran, dass Aubameyang seine Klamotten künftig in der Oxford Street und nicht im Dortmunder Westenhellweg einkauft? Nö. Oder wie Nico Rosberg sagen würde: for sure (not). Und weil besagter FC Arsenal weiß, dass Aubameyang um jeden Preis weg und der BVB ihn um (fast) jeden Preis abgeben will, pokert der nicht mehr ganz so spitzenmäßige Premier-League-Klub eben in puncto Ablösesumme. Was laut "Kicker" dazu führt, dass der Deal zu platzen droht. Macht aber nix, mittlerweile findet der BVB auch in stürmischen Zeiten die hauseigene Zen-Zone, laut Trainer Peter Stöger stellt sich da "ein Gewohnheitseffekt ein". Nicht, dass sie ihren Torjäger am Ende noch vermissen. Zurück zur eigentlichen Frage: Was macht der BVB? Der dürfte, wenn er hört, dass am Samstag die Freiburger kommen, vor Freude aus dem Höschen springen. Oder wie es Freiburgs Trainer Christian Streich im "Kicker" formuliert: "Ich freue mich noch einen Tag, dann geht's Richtung Dortmund." In der Tat ist die Bilanz der Breisgauer seit Streichs Amtsantritt im Mai 2012 bemitleidenswert: 0:4, 1:5, 0,5, 1:3, 1:3. Da ist zwar ein positiver Trend erkennbar, reicht vermutlich aber trotzdem nicht zum Auswärtssieg. Unser Tipp: Ein stressfreies 2:0 für den BVB.

Wann fügen sich die Bayern ihrem Meisterschaftsschicksal?

"Ach, die Meisterschaft ist lang und wir denken immer von Spiel zu Spiel. Es kommen noch ganz viele Partien, da kann noch viel passieren", sagte Hasan Salihamidzic, der Sportdirektor des FC Bayern, bei Sport1. Ah geh, so a Schmarrn! Werter Herr Salihamidzic, stehen Sie dazu, dass Sie für Ligalangeweile sorgen! Bayer 04 Leverkusen ist Tabellenzweiter - 16 Punkte hinter den Bayern. Und, jetzt kommt's: Zum Relegationsplatz hat die Werkself 15 Punkte Platz. Der Zweite der Liga ist dem Abstieg also näher als der Meisterschaft. Jetzt Sie, Herr Salihamidzic.

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Hasan Salihamidzic beweist Köpfchen, übertreibt es aber mit dem Tiefstapeln.

(Foto: imago/DeFodi)

Gegen die TSG Hoffenheim werden die Münchner am Samstag mutmaßlich für weitere Langeweile sorgen. Da ist die Frage schon spannender, ob Jupp Heynckes nicht vielleicht doch der Charmeoffensive des Uli Hoeneß erliegt. Der Präsident  des FC Bayern möchte gerne, dass sein Freund auch in der kommenden Saison den FC Bayern trainiert. Heynckes möchte das nicht, wie er beteuert. Bleibt er dabei, muss ein neuer Übungsleiter her. Julian Nagelsmann - ob er nun ein Haus in München baut oder nicht - wird es wohl nicht, wie die "Bild"-Zeitung berichtet.

Auch, weil Hoffenheims  Mäzen Dietmar Hopp ihn nicht gehen lassen will. Derweil zollt der Festgesetzte Heynckes seinen Respekt: "Wenn man ihn als außergewöhnlich erfolgreich beschreibt, dann beschreibt man ihn das ganz gut. Er war bei nahezu allen Klubs erfolgreich und hat diverse nationale und internationale Titel gewonnen. Und seine Karriere wird ja noch erfolgreicher werden. Da kann man nur Applaus klatschen." Neuer Back-up, sollte Heynckes hart bleiben: angeblich Thomas Tuchel. Kurzer Exkurs zum Sportlichen: Nagelsmann motiviert sein Team bis in die Haarspitzen - nicht: "Wir versuchen schon, zu gewinnen - mal gucken, ob wir das hinbekommen." Natürlich wird das nichts. Allein schon, weil Heynckes am Samstag seinen 150. Bundesligasieg mit dem FC Bayern feiert und weil Robert Lewandowski ganz bestimmt nicht vorhat die Torjägerkanone einem Konkurrenten abzutreten. Aber wer sollte seinen bereits 17 Toren auch das Wasser reichen? In der Torschützenliste wird Aubameyang auf Platz zwei geführt, tja … (s.o.) Tipp: 3:1

Wann wird der HSV Tabellenletzter?

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Sechs Punkte hatten die Kölner nach der Hinrunde auf dem Konto. Die Lage schien hoffnungslos, trotz des Sieges gegen den VfL Wolfsburg am 17. Spieltag. Doch dann gewannen sie gegen Mönchengladbach und am vergangenen Samstag beim HSV. Na danke, werden die Hamburger denken. Nun droht ihnen der Absturz auf Platz 18. Gewinnt Köln am Samstag gegen Augsburg und verlieren die Hamburger bei RB Leipzig zum dritten Mal in diesem Jahr, rettet sie vorerst noch die Tordifferenz. Aber eben auch nur die. Es sei denn, der neue Trainer Bernd Hollerbach bewirkt ein kleines Wunder. Der gefühlt 2837. Heilsbringer ist allerdings für Abwehrkante Kyriakos Papadopoulos eher ein Unheilbringer.

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Denn Hollerbach hörte auf den Trainingskiebitz, der ihm beim Amtsantritt am Montag zurief: "Lass' sie laufen!" Sechsmal 1000 Meter standen im Training auf dem Programm - zu viel für den Griechen. Dafür hat der Bayer es geschafft, Walace, der lieber gestern als heute nach Brasilien abgehauen wäre, zum Training und vor allem zum Bleiben zu bewegen. "Er hat gesagt, dass er sich für den Verein zerreißen wird. Was ich von ihm gesehen habe, war positiv.  Er macht einen sehr guten Eindruck", berichtete Hollerbach.  Was das Schleifen, Zuhören und Hoffen bringt? Wir wissen es nicht. Vermutlich aber nichts. An diesem Wochenende schrammen die Hamburger noch einmal am 18. Platz vorbei, aber nur, weil Köln sich nicht in einen Torrausch spielt. Tipp: Leipzig gewinnt gegen den HSV mit 4:1.

Was passiert sonst noch?

Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach (Freitag, 20.30 Uhr): Wer gewinnt, ist Zweiter. Zumindest für eine Nacht. Das ist doch mal ein Ansporn. So weit so gut. Und jetzt der Haken: In der Heimtabelle rangiert Frankfurt lediglich auf Platz 16 - und Mönchengladbach hat zuletzt im November auswärts gewonnen. So wird das nur für die Gäste etwas mit Platz zwei - weil die sich selbst bei einem Unentschieden nicht dagegen wehren können. Tipp: 2:2

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1. FC Köln - FC Augsburg: Seid wie Lukas Podolski, sollte Trainer Stefan Ruthenbeck seinen Kölnern eintrichtern. Der Gute-Laune-Onkel, der Döner-und-Eis-Verkäufer, der nebenbei auch ein bisschen kicken kann, sorgte im Oktober 2011 für den bislang einzigen Kölner Bundesliga-Heimsieg gegen Augsburg. Uff. Aber traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast. Das so viel beschworene Momentum liegt eindeutig auf Seiten der Kölner: Drei Spiele in Folge gewonnen. Und sie haben ja Simon Terodde. Blick in die Kristallkugel: Der Alt-Neu-Kölner schießt eine Bude mehr als Alfred Finnbogason. Das ist jener Isländer, der auf Platz drei der Torschützenliste ranigert und nun wieder die Augsburger Startelf kapert. Tipp: 2:1, denn "the goat is back in business".

VfB Stuttgart - FC Schalke 04 (beide Samstag, 15.30 Uhr): Die  Gelsenkirchener waren zum Start in die Rückrunde dem Fluch des Tabellenzweiten zum Opfer gefallen. Der besagt, dass kein Klub, der unmittelbar hinter den Überbayern rangiert, siegen kann. Als Tabellendritter haben die Schalker jüngst gegen Hannover zwar auch nicht gewonnen, aber vielleicht klappt's ja jetzt in Stuttgart. Der VfB stemmt sich gegen den Abwärtssog, zumindest im eigenen Stadion aber stimmt die Bilanz. Trainer Hannes Wolf formulierte das so: "Wahnsinn, 19 Punkte zu Hause und nur einer auswärts." Tipp: 0:3

SV Werder Bremen - Hertha BSC (Samstag, 18.30 Uhr): Davie Selke will in Bremen nicht jubeln. Nicht, weil Herthas Angreifer keine Tore einplant, sondern weil er an seinem Ex-Klub hängt: "Werder ist der einzige Verein, bei dem ich nicht jubeln würde, wenn ich treffe. Das habe ich gesagt, und dabei bleibt es." Sportlich scheint die Situation klar: Hertha steht neun Punkte vor Abstiegskandidat Bremen. Nur, dass Werder aufmuckt und nicht wie ein Abstiegskandidat spielt - eindeutiger Nachweis am vergangenen Wochenende in München. Manko: Selbst bei einem Sieg würden die Bremer weiter auf dem Relegationsplatz festhängen. Tipp: 1:2

Bayer 04 Leverkusen - FSV Mainz 05: Weil das Spiel zwischen der Frankfurter Eintracht und Borussia Mönchengladbach ohne Sieger endet (s.o.), kommt der Tabellenzweite der Fußball-Bundesliga auch an diesem Wochenende aus Leverkusen. Warum wir das wissen? Nun, weil die Werkself über eine Knipser-Kanone verfügt. Die heißt Leon Bailey, schießt sogar (noch) schönere Tore als Trainer Heiko Herrlich und scheint sich in ihrer Freizeit ausgiebig mit dem Thema Statik auseinanderzusetzen: "Ich wusste, dass ich vor dem Tor stand - und das Tor bewegt  sich nicht." Sauber analysiert.  So, und weil wir gerne Statistik-Schach spielen, festigen wir die These mit dem Bayern-Jäger jetzt nochmal weiter. Denn wenn Julian Baumgartlinger auf dem Platz steht, gewinnt Bayer (fast) immer: bei sieben Pflichtspielen in der Startelf gab es ein Remis und sechs Siege, weiß der "Kicker". Warum er allerdings doch relativ selten von Beginn an spielt, bleibt ein (herrliches) Geheimnis. Da wir die Startelf noch nicht kennen, tippen wir auf ein 1:0 - mit oder ohne Baumgartlinger.

Hannover 96 - VfL Wolfsburg (Sonntag, 18 Uhr): Beim Aufsteiger in Hannover haben sie offenbar gute Laune. Matthias Ostrzolek hat jedenfalls die Muße, gegen seinen Ex-Klub zu sticheln. "Das ist hier ein anderer Fußball als beim HSV", sagte der Verteidiger der "Bild"-Zeitung. "Man sieht, dass wir mutig sind und nicht immer den Ball nach vorne kloppen und die Daumen drücken, dass der Ball ins Tor fällt. Wir wollen sehr gepflegten und strukturierten Fußball spielen." Hört, hört. Tipp: 2:0

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Es gibt ja die Nachteulen. Ich glaube, dass Fußballer abends die besseren Leistungen bringen als nachmittags um halb vier. Auch die Zuschauer merken: Es knistert mehr, wenn das Flutlicht angeht." Frankfurts Trainer Niko Kovac über Abendspiele.

 

Quelle: n-tv.de

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