Fußball

So läuft der 29. Spieltag Der FC Bayern macht, gähn, den Deckel drauf

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Die Frage ist nur: Beherrscht Micky Maus die deutsche Sprache? Minnie Maus soll sich unbestätigten Gerüchten zufolge schon nach einer Wohnung in München umgesehen haben.

(Foto: picture alliance / dpa)

FC Bayern, FC Bayern, FC Bayern, FC Bayern, FC Bayern und nun wieder: FC Bayern. Die Münchner feiern am Samstag mal wieder die deutsche Fußballmeisterschaft. Und sonst? Bangt der BVB, die Kölner hoffen, der HSV ist am Ende.

Wie geht's dem FC Bayern - und wird er Meister?

Gut und ja. Die Münchner gewinnen am Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) beim FC Augsburg und feiern an diesem 29. Spieltag der Bundesliga ihre sechste deutsche Fußballmeisterschaft hintereinander - das gab's noch nie. Wenn also jemand 2006 auf die Welt kam und sich seit seinem sechsten Lebensjahr aktiv für Fußball interessiert, dann hat er gerade so noch mitbekommen, dass die Dortmunder Borussia in der Saison 2011/2012 am Ende auf dem ersten Platz stand. Und dann: FC Bayern, FC Bayern, FC Bayern, FC Bayern, FC Bayern und nun wieder: FC Bayern. Es ist die 28. Meisterschaft seit 1932 - auch das ist ein Rekord.

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Kein Kommentar.

(Foto: imago/Ulmer)

Da strahlt er also wieder, der Stern des Südens. Und selbst wenn die Bayern verlieren sollten, sind sie durch, falls der FC Schalke 04, der 17 Punkte zurückliegt, ab 18.30 Uhr in Hamburg nicht gewinnt. Aber ist das wirklich von dringlichem Interesse? Eher nicht. Es geht allein darum, einen Haken hinter diese mittlerweile doch sehr leidige Angelegenheit zu setzen. Im Grunde gilt das nicht nur für den gelangweilten Beobachter, sondern auch für den FC Bayern selbst. Die haben, neben der viel beachteten Suche nach einem Nachfolger für Trainer Jupp Heynckes (Niko Kovac? Ralph Hasenhüttl? Lucien Favre? Jürgen Klopp? Joachim Löw? Arsène Wenger? Julian Nagelsmann? Lothar Matthäus? Micky Maus?), der ab dem 30. Juni wieder Rentner ist, noch ganz andere Ziele und am kommenden Mittwoch (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) ihr Viertelfinalrückspiel in der Champions League vor der Brust. Nach dem 2:1 beim FC Sevilla am vergangenen Dienstag ist der Einzug ins Halbfinale und damit in den Kreis der vier besten Mannschaften des Kontinents durchaus realistisch. Die Vorschlussrunde stünde dann am 24. oder 25. April sowie am 1. oder 2. Mai an. Und am 17. April, einem Dienstag, geht's im Halbfinale des DFB-Pokals zu Bayer 04 Leverkusen. Tipp: 3:0 für den FC Bayern, Deckel drauf.

Wie geht's dem BVB und RB Leipzig?

Eher nicht so gut. Nach dem desaströsen 0:6 in München am vergangenen Spieltag geht es für die Dortmunder und ihren Noch-Trainer Peter Stöger am Sonntagnachmittag gegen den VfB Stuttgart darum, nicht auch den Startplatz für die Champions League zu verspielen. Prima für den BVB wäre zum Beispiel, wenn er gewönne - und am Montagabend die Leverkusener und die am Donnerstag im Europapokal erfolgreichen Leipziger, die in der Tabelle auf den Plätzen vier und fünf zwei und drei Punkte zurückliegen, remisierten. Aber was ist bei den Dortmundern zurzeit schon prima? Außer vielleicht dem Plan, Matthias Sammer als externen Ober-Aufpasser einzusetzen und Sebastian Kehl als Leiter der Lizenzspieler? Erst einmal gilt es, zu retten, was noch zu retten ist. Und das dürfte schwer genug werden. Der VfB ist unter Trainer Tayfun Korkut im Aufwind, auch wenn es jüngst gegen den Hamburger SV nur zu einem Unentschieden reichte. Am 30. Spieltag treten die Dortmunder beim Tabellenzweiten, dem FC Schalke 04, an. Es folgen die Partien gegen Leverkusen, beim SV Werder Bremen, gegen den 1. FSV Mainz 05 und schließlich bei der TSG Hoffenheim. Das könnte durchaus spannend werden. Tipp: Der BVB gewinnt mit Mühe und mit 2:1. Leverkusen und Leipzig spielen tatsächlich unentschieden.

Wer rettet den HSV und die Kölner?

Tja, schwierig. Die Hamburger setzen sich als Tabellenletzter am frühen Samstagabend im Volkspark mit dem FC Schalke 04 auseinander. Der hat sechsmal hintereinander gewonnen, ist seit 526 Minuten ohne Gegentor und strebt mit aller Macht erstmals seit vier Jahren wieder in die europäische Königsklasse. Sieht nicht gut aus für den HSV, nach 15 Partien ohne Sieg. Das sagt auch Uwe Seeler, 81 Jahre alt. Für einen sehr schönen Text fragte die "Süddeutsche Zeitung" den Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft, wie es so war, bei der bisher letzten Heimniederlage gegen Hertha BSC. "Gut. Bis das Spiel kam." Und: "Wir waren immer ein renommierter Klub. Das hatte alles Sinn und Verstand. Ich weiß nicht, was da jetzt in den Köpfen vorgeht." Sein Fazit: "Es reicht einfach nicht." Tipp: 0:1.

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Nahe dran: Stefan Ruthenbeck.

(Foto: imago/Deutzmann)

Für die Kölner hingegen steht das an, was gemeinhin unter dem Label Abstiegskrimi firmiert. Zu Gast in Müngersdorf ist am Samstagnachmittag der 1. FSV Mainz, der sechs Punkte mehr auf dem Konto hat und auf Rang 16 steht, der nach der Saison dazu berechtigt, in zwei Spielen gegen den Tabellendritten der zweiten Liga zu versuchen, den Abstieg doch noch zu vermeiden. Es ist für den FC wieder einmal ein Endspiel - und das nach dem 0:6 in Sinsheim bei der TSG am vergangenen Wochenende. "Wir haben uns blamiert in Hoffenheim. Das will man so nicht stehenlassen", sagt Trainer Stefan Ruthenbeck und spricht vom "wichtigsten Spiel der Saison". Denn: "So nahe wie jetzt waren wir außer am zweiten Spieltag noch nie dran am Relegationsplatz." Tipp: 2:1.

Was ist sonst noch so los?

Hannover 96 - Werder Bremen (Freitag, 20.30 Uhr): Zum Glück haben die Bremer ihren Erfolgstrainer Florian Kohfeldt. Sonst sähe es düster in Hannover aus - sagt zumindest die Statistik: sechs Auftritte bei 96 und nur ein Sieg. Mit Kohfeldt sollten die Werderaner aber nicht allzu viel auf die Zahlen geben - oder nur auf die wichtigen: Das Hinspiel war Kohfeldts Heimdebüt. Es endete mit 4:0 und dem höchsten Heimsieg der Saison. Und überhaupt sind die Bremer dank ihres Coaches längst wieder wer. Hannover dagegen verbuchte zuletzt fünf Niederlagen - jetzt droht ein Negativrekord. Da schließen wir uns beim Tipp an: 1:3

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Mein Freund, wer wird denn gleich in die Luft gehen? Nils Petersen.

(Foto: imago/Team 2)

SC Freiburg - VfL Wolfsburg: Für die Freiburger könnte es im Kampf gegen den Abstieg noch einmal so richtig eng werden. Wohl hat der Sportclub so heftig um die Spielberechtigung für Nils Petersen gekämpft. Der mit 13 Treffern beste Torschütze war nach seiner viel diskutierten Gelb-Roten Karte beim 0:2 auf Schalke eigentlich gesperrt. Noch am Mittwoch hatte das Sportgericht des DFB den Einspruch der Badener verworfen. Begründung: Die Annullierung einer Gelb-Roten Karte sei "nur bei einem offensichtlichen Irrtum des Schiedsrichters möglich. In diesem Fall lag allerdings ein offensichtlicher Irrtum des Spielers vor, nicht ein solcher des Unparteiischen". Nach den Statuten war diese Entscheidung endgültig. Eigentlich. Doch die Freiburger schalteten das Bundesgericht ein - mit Erfolg. Die zweite Instanz der DFB-Gerichtsbarkeit entschied, dass Petersen am Samstag spielen darf. Achim Späth, der Vorsitzende, sagte: "Die erste Gelbe Karte gegen Nils Petersen in der 64. Minute wurde nicht ordnungsgemäß erteilt. Daher hat sie mangels Kundgabe auch keine Wirkung erlangt. Die Gelbe Karte wurde in seinem Rücken gezeigt. Es ist nach Ansicht des Bundesgerichts unstrittig, dass der Schiedsrichter den Spieler ordnungsgemäß verwarnen wollte, Nils Petersen dies aber nicht wahrgenommen hat. Damit wurde die Gelbe Karte nicht rechtswirksam. Eine solche 'stille Verwarnung' kann keine Grundlage für einen späteren Platzverweis sein." Tipp: Petersen trifft, Freiburg gewinnt mit 2:1 - und Wolfsburg taumelt in Richtung Abstieg.

Borussia Mönchengladbach - Hertha BSC (beide Samstag, 15.30 Uhr): Der Hauptstadtklub strahlt in der Rückrunde keine Torgefahr aus. Nur drei Spieler trafen: Davie Selke, Salomon Kalou und Valentino Lazaro schossen zusammen gerade einmal sechs Tore. Da Gladbach allerdings seit Ende Januar zu Hause nicht mehr gewonnen hat und in der Rückrundentabelle nur auf Platz 15 steht, tippen wir auf ein mageres 0:0.

Eintracht Frankfurt - TSG Hoffenheim (Sonntag, 18 Uhr): In Frankfurt sind sie ein wenig genervt, dass alle Welt behauptet, Trainer Niko Kovac ziehe es im Sommer zum FC Bayern. Alles Quatsch, behauptet seinerseits Sportvorstand Fredi Bobic: "Wir reden sehr offen, klar und ehrlich miteinander. Es haben keine Kontaktaufnahmen stattgefunden. Das Trainerthema ist für uns keines. Wir planen zusammen mit Niko die Zukunft." Und Kovac sagte: "Es gibt keinen Grund, daran zu zweifeln, dass ich nächstes Jahr noch hier bin." Allerdings: "Es passiert im Fußball so viel. Ich weiß nicht, was morgen ist. Stand jetzt: Ich bin bis 2019 hier Trainer." Tipp: Wo Kovac demnächst arbeitet, wissen wir nicht. Das Spiel gewinnen die Hoffenheim mit Trainer Julian Nagelsmann, angeblich kein Kandidat in München mehr, mit 2:1 - und dürfen auf einen Platz in der Champions League spekulieren.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Größtes Lob an Florian. Gut zugehört damals." Hannovers Trainer André Breitenreiter vor dem Spiel gegen den SV Werder über Florian Kohfeldt. Der jetzige Coach der Bremer war vor ein paar Jahren beim SC Paderborn Praktikant bei Breitenreiter.

Quelle: n-tv.de

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