Fußball

So läuft der 31. Spieltag FC Bayern komplettiert die Horrorwoche

Läuft nicht für den FC Bayern. Könnte man meinen, stimmt aber trotz Horrorwoche gar nicht. Mit der Meistersause in der Partyhauptstadt Wolfsburg wird's dennoch nix. Derweil erlebt Leverkusen die Transformation des "Positivformulierers".

Für die Bayern gibt's noch gute Nachrichten

Nun, so richtig tuffig war die Woche nicht für den FC Bayern. Und der 31. Spieltag der Fußball-Bundesliga wird daran auch nichts ändern. Zwar werden die Münchner ihren fürchterlichen Sieglos-Trend nach 18 Tagen und fünf Spielen beim VfL Wolfsburg (Samstag, 18.30 Uhr im n-tv.de-Liveticker) beenden. Deutscher Meister werden sie aber (noch) nicht – weil RB Leipzig das mit seinem Sieg gegen Ingolstadt verhindert. Zynisch gesprochen bedeutet das: Die Bayern vergeigen in dieser Horrorwoche ihre nächste Titelchance. Gut, im Lohn-und-Brot-Geschäft der nationalen Fußball-Elite ist das nicht so tragisch, weil der Modus "Liga" nur ganz selten Do-or-die-Spiele heraufbeschwört. So wie möglicherweise am 33. Spieltag, wenn die Mannschaft von Coach Carlo (Ancelotti) zu RB Leipzig muss. So weit wird es aber nicht kommen. Und wenn doch, reden wir einfach dann nochmal drüber.

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Er ist ein sehr guter Trainer ..., ah, sorry, falsches Bild.

(Foto: imago/ActionPictures)

Nun also erstmal Wolfsburg. Tabellen-14., einen Punkt Vorsprung vor dem Relegationsrang. Keine Übermannschaft. Ein Sieg für die Bayern machbar. Eine gute Nachricht. Wie doch eigentlich so viele in dieser Woche. Sie sind halt im allgemeinen "Mach's gut FC-Bayern"-Bashing nur ein bisschen untergegangen. Klar, die 2:3-Niederlage gegen den BVB im Pokal war blöd, weil halt blöd hergespielt und von Dortmunds Sven Bender spektakulär ergrätscht. Und das 2:2 zuletzt gegen Mainz war auch kein Moment fürs kollektive FCB-Gedächtnis. Aber: Der Rekordmeister stellt sich doch endlich für die Zukunft auf, so wie von ungefähr jedem Reporter, Experten und Fan gefordert: Flügel-Talent Kingsley Coman bleibt in der Landeshauptstadt, für schlappe 21 Millionen Euro. Das umworbene Feinfüßchen Thiago verlängert bis 2021. Und Coach Carlo bleibt auch. "Er ist ein sehr guter Trainer. Seine Vertragslaufzeit ist bekannt und darüber wird nicht diskutiert", erklärte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge der "Bild"-Zeitung. Ancelottis Kontrakt ist bis 2019 gültig. Und außerdem: "Man darf auch nicht vergessen: Vor zwei Wochen standen wir noch mit Note eins plus da! Und es sind Dinge passiert, die man nicht beeinflussen kann, Verletzungen, Schiedsrichterentscheidungen - und manchmal hat auch das nötige Glück gefehlt." Und nächste Woche sind sie ja dann auch Deutscher Meister. Zum fünften Mal in Serie. So etwas hat noch nie jemand geschafft. Das ist doch was! Übrigens, unser Tipp: 1:2.

Der BVB rast wie auf Speed

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Ganz egal, warum Borussia Dortmund am Mittwochabend gegen den FC Bayern gewonnen hat. Der ganze Klub ist aktuell völlig berauscht. Ob's bloß an den beiden Kisten Bier lag, die die Betreuer nach dem Sieg in die Kabine schleppen mussten? Wumpe! Vermutlich haben auch die Endorphine nach zwei fürchterlich aufreibenden Wochen für diesen speedähnlichen Gefühlsrausch in der Münchner Arena gesorgt. Coach Thomas Tuchel jedenfalls, dem ja im Normalzustand das Klopp'sche Ekstase-Gen völlig abgeht, pogte (oder so ähnlich) mit Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang in der Fan-Kurve und grinste fortan so beseelt wie sonst nur die Scream-Maske aus "Scary Movie" nach einem tüchtigen Zug aus der Bong. Nun, nicht dass wir uns falsch verstehen: Tuchel hat (soweit wir wissen) nicht gekifft und hatte sowieso jeden Grund der Welt für seine Glückseligkeit. Der erste große Titel ist nah, gegen die Bayern hat er sein herausragendes Trainer-Talent endlich mal entscheidend-siegbringend eingebracht, und in der Bundesliga kann seine Bubi-Bande gegen Hoffenheim schon nächste Woche die Weichen auf Champions League stellen. Am Samstag geht's aber erstmal gegen den 1. FC Köln (15.30 Uhr im n-tv.de-Liveticker). Die träumen zwar von der Europa League, fangen sich aber vorerst 'ne amtliche Lasche, die auch Ex-BVB-Kicker und nach wie vor Fan-Liebling Neven Subotic sowie Torjäger Anthony Modeste (einen macht er) nicht verhindern können. Unser Tipp: 4:1.

Was ist sonst noch so los?

Bayer 04 Leverkusen - FC Schalke 04 (Freitag, 20.30 Uhr): Wir erinnern Sie nochmal dran, weil's besonders tragisch ist. Leverkusen fühlte sich vor der Saison stark genug, um womöglich Meister zu werden. Nun droht der Abstieg. Aus den vergangenen elf Spielen gab's nur einen Sieg – und Abstiegssorgen. Eine ziemlich beschissene ('tschuldigung) Bilanz für Halbserien-Interim Tayfun Korkut. Der, vorige Woche vom "Kicker" als "Positivformulierer" verspottet, hört daher nun auf mit der Verbal-Kuschelei. "Wir stecken im Sumpf. Und wir wollen nicht, dass uns irgendwer den Kopf runterdrückt." Dieser irgendwer ist an diesem Spieltag Schalke. Die hängen wegen des Schneckenrennens um Europa und dem gegenseitigen Abnutzen im Keller irgendwie überall mit drin. Und so bleibt es auch, trotz des Comebacks von Eurofighter-Opfer Leon Goretzka. Unser Tipp: 1:1.
RB Leipzig - FC Ingolstadt (Samstag, 15.30 Uhr): In der vergangenen Saison war Ralph Hasenhüttl noch glücklicher Trainer der Ingolstädter. Nach noch nicht mal einem Jahr in Sachsen ist er nun noch glücklicherer Trainer der Leipziger. Und das bleibt auch so. "Ich habe so viel Spaß in Leipzig, dass da jetzt nicht viele andere Vereine infrage kämen." Eine Rückkehr nach Ingolstadt schon gar nicht. Die spielen nächste Saison statt Königsklasse wohl eher im Unterhaus. Unser Tipp: 3:0.
FSV Mainz 05 - Borussia Mönchengladbach (Samstag, 15.30 Uhr): Mainz kämpft gegen den Klassenerhalt, Gladbach gegen den DFB-Pokal-Frust. Blöd, dass dabei der halbe Kader im Lazarett liegt. Diese Sorgen hat der FSV nicht, weswegen Coach Martin Schmidt auch kampfeslustig summt: "Wir wollen das maximal Machbare. Übermut kennen wir nicht, denn erreicht haben wir noch nichts. Aber wir haben ein gutes Gefühl." Unser Tipp: 2:1.
SV Darmstadt - SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr): Steigen die Darmstädter diese Woche ab? Jawohl, tun sie! Zuletzt in Hamburg haben sie sich ja beharrlich geweigert. Trainer Torsten Frings sagt zwar: "Wir wollen den Abstieg  so lange wie möglich hinauszögern." Aber: "Wir denken nicht, wir kriegen das noch hin." Unser Tipp: 1:1.
SV Werder Bremen - Hertha BSC Berlin (Samstag, 15.30 Uhr): Die Stadt Berlin ist nicht bekannt für Wunder, weder beim Bau von Flughäfen noch bei der Zuverlässigkeit seiner S-Bahn. Zu diesen bekannten Baustellen gesellt sich seit längerer Zeit auch die Hertha. Die punktet nämlich auswärts nicht mehr – bereits acht Mal in Serie nicht. Dass sich das gegen Bremen mit dem von Löw-Fantasien beflügelten Kilo-Kruse … ähm, Killer-Kruse ändert, glaubt wohl nur Engelbert Lütke Daldrup. Aber der ist ja auch BER-Chef. Unser Tipp: 3:1.
FC Augsburg - Hamburger SV (Sonntag, 15:30 Uhr): Abstiegskampf at it's best. Die Hamburger haben sich nach zwischenzeitlichem Hoch rechtzeitig zur endgültigen Vergabe des Relegationsrangs zurückgemeldet. Dort steht Augsburg. Möchte das aber nicht mehr. Und beschwört die nötige Mentalitäts-Macht gegen den HSV mit einem Sondertrikot. Ein Sieg der Schwaben, und schwupps wären die Norddeutschen zurück auf ihrem Stammrang. Was die übrigens nicht möchten. Unser Tipp: 2:1.

Der n-tv.de Geheimtipp

Das Thema Glückseligkeit zieht sich irgendwie durch diesen Spieltag. Und so muss es ja so kommen, dass sich in unserem Geheimtipp zwei durch und durch zufriedene Mannschaften duellieren. Denn zum Abschluss der Runde am Sonntag (17.30 Uhr) reisen die bierlaunigen und glutenfreie-Pizza-befreiten Partymonster und DFB-Pokal-Euphoriker aus Frankfurt nach Hoffenheim. Die sind ihrerseits seit letzter Woche sicher qualifiziert für den Europapokal und möchten nun dringend auch in die Champions League. Klub-Mäzen Dietmar Hopp erklärt daher im Vereinsmagazin "Spielfeld": "Natürlich wäre ein Klub wie Real Madrid ein Traum. Ich glaube, im Estadio Santiago Bernabéu würde auch mir das Herz in die Hose rutschen. Aber ich hoffe, dass wir noch andere große Stadien kennenlernen, denn das würde bedeuten, dass wir weit kommen im Europapokal." Vor Europa steht erstmal die Eintracht, aber der Umweg könnte für Hoffenheim nicht besonders schwierig werden. Denn seit ihrem Elfmeter-Erfolg über Gladbach am Dienstag haben sie das Training ein wenig schleifen lassen - wegen Party. "Meine Spieler können tun und lassen, was sie wollen. Wenn man ins Endspiel kommt, will man das feiern. Das sollen die Jungs auch machen", sagte Niko Kovac. Ausschlafen war außerdem ausdrücklich erwünscht. "Wir werden erst am Nachmittag trainieren", so der Coach und fügte nach einer Pause mit einem schelmischen Grinsen an: "Naja, wir werden versuchen zu trainieren." Übungsleiter-Kollege Julian Nagelsmann schwärmt indes von der munteren Partytruppe aus Hessen: "Frankfurt gehört zu den fünf Teams in der Bundesliga, die ich gerne anschaue. Sie haben viele gute, interessante Zockertypen auf dem Feld." Kann ja heiter werden. Unser Tipp: 3:1.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Das ist nicht mein Themengebiet, so weit ich meinen Vertrag kenne." Bayern Münchens Verteidiger Mats Hummels auf die Frage, welche Auswirkungen das Ausscheiden in Champions League und DFB-Pokal auf die Kaderplanung des Klubs haben könnte.

Quelle: n-tv.de

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