Fußball

Bundesliga im Corona-Modus So viele Fans dürfen diesmal in die Stadien

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Die Bundesliga muss weiter ohne den Großteil ihrer Zuschauer in den Stadien auskommen.

(Foto: REUTERS)

Auch am 2. Spieltag müssen die Fußballklubs auf die meisten Fans verzichten. Die Corona-Lagen an fast allen Bundesliga-Standorten lassen aber eine kleine Zahl an Stadionbesuchern zu. Nur der FC Schalke hat auch abseits des Rasens Pech.

Die 58. Saison in der Fußball-Bundesliga wagt sich aus Sicht der Fans weiterhin verhalten aus den Startlöchern. Auch am 2. Spieltag werden die meisten Plätze in den erstklassigen Stadien leer bleiben. Spielverderber bleibt das Coronavirus.

Wie sehr das Virus die Rückkehr zur neuen Pandemie-Normalität auf den Tribünen beeinträchtigen kann, weiß der FC Schalke 04 nur zu gut: Ihre heftige Klatsche zum Saisonauftakt beim FC Bayern kassierten die Königsblauen in einem Geisterspiel, weil die Stadt München die per Bund-Länder-Einigung vereinbarte Obergrenze von 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten hatte, musste die Partie ohne Zuschauer stattfinden. Nun ist es wieder der FC Schalke, der vor leeren Rängen spielen muss – mehr dazu lesen Sie in der Übersicht unten. Die anderen Klubs tasten sich derweil gemäß den behördlichen Vorgaben weiter vorsichtig an den neuen Spielbetrieb mit Zuschauern heran.

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Wie viele Zuschauer dürfen ins Stadion?

Der Saisonstart 2020/21 erfolgt nur unter Auflagen: Bei einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel haben sich die Ländervertreter auf einen sechswöchigen Testbetrieb geeinigt. Im Mittelpunkt stehen zwei Kernpunkte. Zum einen darf das Fallaufkommen am Austragungsort bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz den Wert von 35 nicht übersteigen.

Diese Kennzahl gibt die Zahl an Neuinfektionen im Zeitraum der zurückliegenden sieben Tage je 100.000 Einwohner an und soll das Infektionsgeschehen vor Ort vergleichbar machen. Zum anderen darf das Fassungsvermögen der Stadien unter Pandemie-Bedingungen lediglich bis zu 20 Prozent der Gesamtkapazität an Zuschauerplätzen ausgelastet werden.

Welche Regeln gelten vor Ort?

Zu diesen bundeseinheitlichen Regeln kommen Verordnungen, die von Land zu Land variieren. So müssen die Klubs ihren jeweiligen Landesbehörden speziell ausgearbeitete Zuschauer- und Hygienekonzepte vorlegen, die kritische Punkte wie Anreisemaßnahmen, Ticketpersonalisierungen und Zuschauerverteilungen berücksichtigen.

Das Limit beim Fallaufkommen liefert lediglich eine Orientierungsmarke. Unter Umständen ist ein Spielbetrieb mit Zuschauern möglich, auch wenn diese Obergrenze überschritten wird. Sollten die Gesundheitsbehörden vor Ort etwa zu dem Schluss gelangen, dass der Anstieg der Fallzahlen auf einen lokal eingrenzbaren Ausbruch zurückgeht, dürften die Fans - in verringerte Gesamtzahl - dennoch ins Stadion.

Wie sieht die Infektionslage vor Ort aus?

Hertha BSC - SG Eintracht Frankfurt (Freitag, 20.30 Uhr)
Der Auftaktspielort des 2. Spieltags kratzte an der vereinbarten Obergrenze. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag demnach vor dem deutlichen Auswärtssieg der Frankfurter Eintracht im Hauptstadtbezirk Charlottenburg-Wilmersdorf bei 32,7. (Danach sackte der Wert auf 27,2 ab, wie die Grafik von ntv.de auf Basis der jüngsten Meldedaten des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigt; Anm.d.Red.). Akuter und nachträglicher Handlungsbedarf hinsichtlich der Zuschauerzahlen für das Hertha-Spiel bestand nicht: Da die Corona-Verordnung des Landes Berlin maximal 5000 Personen bei Freiluftveranstaltungen gestattet, war eine überschaubare Verteilung der Besucher im riesigen Olympiastadion leicht möglich. Ohnehin hatte die Hertha lediglich 4000 Tickets verkauft.

Alle Details aus dem Spielverlauf finden Sie hier bei ntv.de.

Borussia Mönchengladbach - 1. FC Union Berlin (Samstag, 15.30 Uhr)
Beim ersten Heimspiel der Borussia vom Niederrhein werden bis zu 10.800 Zuschauer dabei sein - etwaige Pappfiguren nicht mitgezählt. Das entspricht 20 Prozent der Stadionkapazität und ist mit Blick auf die Infektionslage vertretbar: Laut RKI (Stand: 26. September, 0 Uhr) beträgt die Sieben-Tage-Inzidenz in der kreisfreien Stadt Mönchengladbach aktuell 7,3. Ausverkauft ist die Partie gegen den 1. FC Union Berlin aber noch nicht.

Bayer 04 Leverkusen - RB Leipzig (Samstag, 15.30 Uhr)
Fast die volle mögliche Auslastung strebt die Werkself gegen die Gäste aus Leipzig an. 6000 Zuschauer dürfen zu der Partie ins Stadion. Die kreisfreie Stadt Leverkusen weist eine Sieben-Tage-Inzidenz von 21,4 auf.

1. FSV Mainz 05 - VfB Stuttgart (Samstag, 15.30 Uhr)
Nur etwa die Hälfte der zugelassenen Kapazität nutzen die aktuell krisengeschüttelten Mainzer aus, was den Vorgaben der Landesverordnung von Rheinland-Pfalz entspricht. Gegen den VfB lassen die Rheinhessen 3400 Zuschauer in Stadion. In der Landeshauptstadt hat es in den vergangenen sieben Tagen 17,0 Fälle je 100.000 Einwohner gegeben.

FC Augsburg - Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr)
Die optimal in die Saison gestarteten Augsburger wollen zum Heimspiel gegen den BVB 6000 Zuschauer ins Stadion lassen. Die Augsburger Sieben-Tage-Inzidenz liegt mit einem Wert von 11,5 deutlich jenseits der kritischen Marke.

Arminia Bielefeld - 1. FC Köln (Samstag, 15.30 Uhr)
Den Aufstieg musste die Arminia noch ohne Fans feiern, nun dürfen immerhin 5400 Zuschauer in die Arena der Ostwestfalen. Die Sieben-Tage-Inzidenz in der kreisfreien Stadt Bielefeld ist mit einem Wert von 12,9 verhältnismäßig niedrig - einem Almauftrieb in vierstelliger Zahl steht also nichts im Wege.

FC Schalke 04 - SV Werder Bremen (Samstag, 18.30 Uhr)
Die mit Abstand meisten Fans im eigenen Stadion hätten die Schalker zum Saisonstart in der eigenen Arena empfangen dürfen: Vor rechnerisch mehr als 12.000 Zuschauern hätte die Wagner-Truppe beweisen können, dass das Auftaktdesaster gegen den FC Bayern nur ein Ausrutscher gewesen ist. Hätte, hätte. Nur einen halben Tag vor dem Anpfiff der Partie gegen Werder Bremen teilte der Klub mit, dass das Heimspiel doch ohne Zuschauer stattfinden muss. Beim Blick auf die Corona-Lage leuchtet diese Entscheidung der lokalen Behörden ein: Zwar war die Gelsenkirchener Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag mit 33,4 erstmals unter die Verbotsmarke von 35 gesunken, nun zog sie jedoch wieder auf 39,5 an. Damit ist das Krisen-Duell zwischen den Königsblauen und Werder bereits die dritte Partie, die in dieser noch jungen Saison mit einem kurzfristigen Zuschauerverbot belegt worden ist. Am vergangenen Wochenende waren das Schalker Gastspiel in München sowie die Partie zwischen dem 1. FC Köln und der TSG Hoffenheim betroffen.

TSG Hoffenheim - FC Bayern München (Sonntag, 15.30 Uhr)
Wen wundert's: Gegen den frisch gekürten Supercup-Sieger und sowieso Alles-Gewinner gönnt sich die TSG die volle genehmigte Stadionauslastung von 6030 Zuschauern. Die Corona-Zahlen im Rhein-Neckar-Kreis sprechen kaum dagegen: Das durchschnittliche Fallaufkommen binnen sieben Tagen liegt in der Region derzeit bei 12,8.

SC Freiburg - VfL Wolfsburg (Sonntag, 18 Uhr)
Zum Abschluss des Spieltages blicken Fußballfreunde in den Breisgau, wo 3200 Fans ins Freiburger Schwarzwald-Stadion kommen dürfen. Das entspricht nur einem Wert von 13,0 Prozent der Stadionkapazität, aufgrund der baden-württembergischen Corona-Verordnung dürfen Stehplätze allerdings nicht bei der Berechnung mit einbezogen werden. Die Freiburger Sieben-Tage-Inzidenz liegt derzeit bei 15,6 und damit nah am bundesweiten Durchschnitt, der vom RKI aktuell mit 15,0 Fällen aus den letzten sieben Tagen je 100.000 Einwohner angegeben wird.

Quelle: ntv.de