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Spektakulärer Anblick Planeten liefern sich im Juni einen Wettlauf

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Venus, Jupiter und Mond: Diese ungewöhnliche astronomische Konstellation war am 1. Dezember 2008 sogar ohne Fernglas zu sehen.

(Foto: dpa)

Zwei helle Planeten beherrschen den Abendhimmel im Juni - und kommen sich immer näher. Vier Meteorströme erzeugen Sternschnuppen. Und mit der Sonnenwende naht die kürzeste Nacht des Jahres.

Der Sommermonat Juni bietet ein spannendes Planetenrennen am Abendhimmel. Schon in der noch vergleichsweise hellen Abenddämmerung leuchten die Planeten Venus und Jupiter hoch am Westhimmel auf. Sie übertreffen mit ihrem Glanz alle anderen Sterne und Planeten, wobei Venus noch deutlich heller als der Riesenplanet Jupiter strahlt. Venus verfolgt Jupiter und kommt ihm im Laufe des Monats immer näher. Es ist reizvoll, von Abend zu Abend zu verfolgen, wie der Abstand beider Planeten voneinander immer kürzer wird.

Am 20. ergibt sich ein spektakulärer Anblick, wenn sich zu den beiden hellsten Planeten die Sichel des zunehmenden Mondes gesellt. Das Dreigestirn ist gegen 23 Uhr knapp über dem Westhimmel zu sehen. Ende Juni zieht Venus schließlich knapp südlich an Jupiter vorbei - der Wettlauf ist gewonnen. Die geringste Distanz zwischen beiden Planeten wird am 1. Juli um 16 Uhr erreicht. Dann befindet sich Venus nur eine knappe Vollmondbreite südlich von Jupiter. Am 6. erreicht sie mit 45 Grad ihren größten östlichen Abstand von der Sonne. Dann erscheint sie im Fernrohr halb beleuchtet, ähnlich dem zunehmenden Mond im ersten Viertel. Anfang Juni geht Venus eine Dreiviertelstunde nach Mitternacht unter, zu Monatsende schon eine halbe Stunde vor Mitternacht.

Saturn als dritter heller Planet

Jupiter überschreitet am 10. die Grenze vom Sternbild Krebs zum Sternbild Löwe, wobei er auf Regulus zusteuert. Aus der zweiten Nachthälfte zieht sich der Riesenplanet zurück. Als dritter heller Planet beherrscht Saturn den Nachthimmel. Mit Einbruch der Dunkelheit sieht man den Ringplaneten bereits im Südosten in einem fahlen, gelblichen Licht leuchten. Gegen Monatsende zieht er sich langsam vom Morgenhimmel zurück. Zweimal, nämlich am 1. und am 29., wandert der fast volle Mond am Ringplaneten vorbei, der sich zurzeit im Sternbild Waage aufhält.

Mars wird am 14. von der Sonne im Sternbild Stier eingeholt. Der Rote Planet befindet sich somit am Taghimmel und bleibt nachts unter dem Horizont verborgen. Auch Merkur entzieht sich unseren Blicken. Zwar nimmt er am 24. mit 22 Grad seinen größten westlichen Winkelvorsprung vor der Sonne ein. Doch wegen der flach zum Horizont verlaufenden morgendlichen Sonnenbahn ist er in unseren Breitengraden morgens nicht sichtbar.

Sternschnuppen und Vollmond

Für Sternschnuppen sorgen im Juni nur schwache Meteorströme. Die Libriden werden am 8. und 9. Juni aktiv, ihr Ausstrahlungspunkt liegt im Sternbild Waage. Vom 11. bis 21. sind die Juni-Lyriden aktiv. Sie werden erst seit 25 Jahren beobachtet. Im letzten Junidrittel flammen die Juni-Bootiden auf, während die Corviden vom 25. Juni bis Anfang Juli zu sehen sind. Die Corviden scheinen aus dem Sternbild Rabe zu kommen.

Am 2. Juni wird um 18.19 Uhr die Vollmondphase erreicht. Der leuchtende Mond steht dann im Sternbild Schlangenträger, rund zehn Grad nördlich von dem rötlichen Antares im Sternbild Skorpion. Am 10. befindet sich unser Nachbar mit 369.710 Kilometer in Erdnähe. Neumond tritt am 16. um 16.05 Uhr ein. Mit 404.130 Kilometer hält sich der Mond am 23. abends in Erdferne auf.

Tierkreiszeichen

Am abendlichen Sternenhimmel ist das Frühlingsdreieck, das aus Arktur im Sternbild Bootes, Regulus im Löwen und Spica in der Jungfrau besteht, in die westliche Himmelshälfte gerückt. Der mächtige Löwe setzt zu seinem Untergang an, ein Zeichen, dass der Frühling endet. Der Löwe ist nämlich das Leitsternbild des Frühlingshimmels. Am Osthimmel ist bereits das komplette Sommerdreieck aufgegangen. Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler.

Wega und Arktur sind die hellsten Fixsterne des Nordhimmels. Während die heiße Wega ein bläulich-weißes Licht ausstrahlt, leuchtet der kühlere Arktur orange-rot. Er ist der Hauptstern des Sternbildes Bootes. Man findet ihn, wenn man dem Bogenschwung der Deichsel des Großen Wagens folgt. Wie ein Zeigefinger deutet die Wagendeichsel auf Arktur. Tief im Süden erkennt man das markante Sternbild Skorpion. Sein tiefroter Hauptstern Antares ist kaum zu übersehen. Antares ist ein Überriesenstern. Er ist so riesig, dass bequem unsere Sonne samt der Erdbahn in seinem riesigen Gasleib Platz fänden.

Nördlich des Skorpions - von uns aus gesehen also oberhalb - stößt man auf das ausgedehnte, aber nur aus lichtschwachen Sternen bestehende Bild des Schlangenträgers. An unserem durch Kunstlicht aufgehellten Himmel kann man es kaum erkennen. In ländlichen Gegenden oder im Hochgebirge fernab von Straßenlampen und Autoscheinwerfern kann man den Ophiuchus, so der lateinische Name, noch ausmachen.

Westlich des Skorpions, jetzt abends ebenfalls in südlicher Position, ist das Sternbild Waage. Nur vier seiner Sterne sind so hell, dass man sie mühelos mit bloßem Auge sieht. In der Antike sah man in den Waagesternen die Scheren des Skorpions.

Der Ursprung des Sternbildes Waage geht auf die Alten Ägypter zurück. Sie sahen in der Konstellation einen Jüngling, der eine Waage hält. In ihren Totenbüchern taucht der Waagemann als Symbol der Gerechtigkeit auf. Die kosmische Waage wurde vom ägyptischen Gott Anubis eingesetzt. Das Herz eines eben Verstorbenen wurde in eine Waagschale gelegt, in die andere eine Pfauenfeder, das Symbol der Wahrheitsgöttin Maat. Anubis wog das Herz. War der Verstorbene gerecht, so war das Herz leichter als die Pfauenfeder.

Sonnenwende

Die Sonne erreicht am 21. um 18.38 Uhr im Sternbild Stier an der Grenze zum Sternbild Zwillinge den Gipfel ihrer Jahresbahn. Der Sommerpunkt markiert den Anfang des Tierkreiszeichens Krebs, weshalb man vom Wendekreis des Krebses spricht. Nach Passieren des Sommerpunktes sinkt die Sonne wieder zum Himmelsäquator hinab - daher die Bezeichnung "Sonnenwende".

Bereits am 22. wechselt die Sonne um 4 Uhr morgens aus dem Sternbild Stier in das der Zwillinge. Die Nacht vom 21. auf 22. Juni ist die kürzeste des ganzen Jahres. Sie dauert in Hamburg 6 Stunden und 58 Minuten, in Köln 7 Stunden und 28 Minuten, in München 7 Stunden und 57 Minuten und in Stuttgart 7 Stunden und 50 Minuten.

Quelle: ntv.de, Hans-Ulrich Keller, dpa

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