Frage & Antwort

Bewahrer der kosmischen Ordnung Warum gibt es den 29. Februar so selten?

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Er steht nur alle vier Jahre im Kalender: der 29. Februar.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wenn ein Jahr zu Ende geht, sind auf unserem Kalender 365 Tage vergangen. Doch alle vier Jahre gibt es einen zusätzlichen Tag: den 29. Februar. Was hat es mit dem Schaltjahr auf sich und warum gibt es alle 100 Jahre dann doch wieder keins? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Ein Jahr ist die Zeit, die die Erde braucht, um einmal die Sonne zu umrunden. Doch sie braucht dafür nicht exakt 365 Tage, sondern 365 Tage, fünf Stunden, 48 Minuten und 46 Sekunden. Das sogenannte Sonnenjahr dauert also knapp sechs Stunden länger als ein normales Jahr.

Gäbe es nicht alle vier Jahre einen zusätzlichen Schalttag, würde unsere Zeit im Laufe eines Jahres um knapp sechs Stunden von der astronomischen Realität abweichen. Bei einem Kalenderjahr fällt das nicht sonderlich groß auf. Aber wenn man weiterzählt, verschiebt sich die Zeit jedes Jahr wieder um diese sechs Stunden.

Was hätte die Verschiebung für Auswirkungen?

"Die Jahreszeiten wandern dann durch das Kalenderjahr hindurch, bis sie nach rund 1500 Sonnenumläufen der Erde wieder am Ausgangspunkt angekommen sind", erklärt Astronom Manfred Gaida vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. Bei dem alten ägyptischen Kalender sei das zum Beispiel der Fall gewesen. "In Regionen, wo die jahreszeitlichen Unterschiede nicht ganz so ausgeprägt sind, mag ein solches 'Wandeljahr' auch weniger stören", so Gaida.

In Ländern mit vier ausgeprägten Jahreszeiten sei das allerdings unpraktisch. "Denn dann bleiben die Jahreszeiten auffallend nicht im Einklang mit dem Kalenderjahr", sagt Gaida. "Es gibt zwei markante himmelsmechanische Zeitpunkte im Jahr, nämlich dann, wenn die Sonne den Himmelsäquator überquert. Das sind die Tagundnachtgleichen um den 21. März und 23. September herum." Diese Zeitpunkte schöben sich rasch durch die Monate, wenn man nicht alle vier Jahre mit einem Schalttag nachbessern würde. Nach vier Jahren wäre der Kalender schon einen ganzen Tag zu früh dran, nach 100 Jahren schon fast einen Monat - und nach 600 Jahren wäre im Juli tiefster Winter.

Ist mit einem Schalttag alle vier Jahre alles im Lot?

"Perfekt ist es dadurch noch nicht", sagt Gaida. Findige Mathe-Asse werden zu Recht bemerken: Die Rechnung geht so nicht auf. Das Jahr ist nämlich nicht genau sechs Stunden zu lang. Daher liegt diese Methode jedes Jahr um 11 Minuten und 14 Sekunden daneben. Um diesen Unterschied auch noch auszugleichen, fallen drei Schaltjahre in 400 Jahren aus - das nächste Mal 2100.

Übrigens:

Wann feiert man eigentlich, wenn man am 29. Februar geboren wurde? Diese Frage betrifft laut des Statistischen Bundesamts rund 55.000 Menschen in Deutschland. Gemeinsam mit prominenten Schalttag-Kindern wie Dana Schweiger und Lena Gercke stehen sie fast jedes Jahr erneut vor dem Dilemma, wann sie ihren Geburtstag feiern: am 28. Februar oder am 1. März? Die Entscheidungen dazu sind meist individuell.

Wenn es allerdings zu juristischen Fragen kommt, ist es wichtig, eine gesetzliche Regelung zu haben, ab wann das neue Alter beginnt. Zum Beispiel, wenn es um die Frage geht, wann eine Person volljährig ist, wenn sie am 29. Februar Geburtstag hat. Das ist in Paragraf 188 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geregelt: Rein rechtlich ist die Person dann ab dem 1. März volljährig.

Quelle: ntv.de