Unterhaltung

"Wet Hot American Summer" Starauflauf im Ferienlager

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Amy Poehler und Bradley Cooper nehmen ihre Rolle als Leiter des Theaterprogramms verdammt ernst.

(Foto: Saeed Adyani/Netflix)

Treffen sich Bradley Cooper und Amy Poehler im Sommercamp - der Beginn eines dummen Witzes, denken Sie vielleicht. Das ist gar nicht so falsch. Gemeinsam mit weiteren Hochkarätern spielen sie Teenager in der Serie "Wet Hot American Summer".

Wenn du dir in den Büschen in die Hose kackst und dein Betreuer sich als alte Dame verkleidet, um die Peinlichkeit zu verschleiern, dann bist zu im Camp Firewood. Es ist nur eine der vielen Albernheiten, die "Wet Hot American Summer: First Day of Camp" zu bieten hat. Die größte davon aber ist: Die neue Netflix-Show erzählt die Vorgeschichte zu einem Film von 2001, der im Jahr 1981 spielt - mit exakt den gleichen Schauspielern. Der Original-Cast - inzwischen mittleren Alters - spielt Teenager.

Dass die Serie für Aufsehen sorgen würde, war absehbar. So richtig Kult wurde der ursprüngliche Film zwar nie - in den Kinos war er ein Flop, jedoch wurden aus den damals noch jungen Schauspielern zum großen Teil richtige Stars. Paul Rudd, Amy Poehler, Bradley Cooper, Elizabeth Banks, Janeane Garofalo, Michael Ian Black, Nina Hellman, Joe LoTruglio, Ken Marino, Christopher Meloni, Marguerite Moreau, Zak Orth, David Hyde Pierce, Marisa Ryan and Molly Shannon - sie alle sind auch bei der Prequel-Show wieder dabei.

Talent zwischen Giftmüll und "Electro City"

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Bei "Wet Hot American Summer" spielen so viele Stars mit, dass sie kaum aufs Plakat passen.

(Foto: Netflix)

Zusätzlich haben Regisseur David Wain und Autor Michael Showalter noch für ausreichend prominente Gast-Auftritte gesorgt. Josh Charles, Chris Pine, Kristen Wiig und erstaunlich weite Teile der "Mad Men"-Besetzung spielen mit. Wer in Hollywood gerne für kurze Momente durch durchgeknallte Komödien tourt und für "Wet Hot American Summer" nicht gebucht wurde, muss von einer schlechten Agentur vertreten werden.

Weil sich so viele Charaktere kaum in ein paar wenige Erzählstränge schreiben lassen, kommt die Handlung bei "Wet Hot American Summer" etwas zu kurz. Wobei sich die Macher der Show tatsächlich darum bemühen, ihren alten Film mit Vorgeschichte zu unterfüttern. Viel Story aber braucht es gar nicht. Die Produktion des Musicals "Electro City", giftiger Müll in Camp-Nähe und eine Undercover-Reportage sind einfach lange nicht so fesselnd, wie einem Haufen Talente bei der Arbeit zuzugucken.

In Erinnerung an sorglose Sommer

Es ist der erste Tag im Sommercamp - die Filmvorlage spielte wenige Wochen später am letzten Tag. Noch bevor die ersten Kinder eintreffen, versammeln sich die jugendlichen Betreuer zur Teambesprechung. Wie in jeder ordentlichen Teenager-Hierarchie lassen sich binnen kürzester Zeit der Verführer, die Schöne, die Ulknudel, der Trottel, der Proll und all die übrigen Stereotypen ausmachen.

Rudd überschlägt sich mit viel Mundmuskulatur als personifiziertes "Cool", Banks bezaubert mit ihren 41 Jahren problemlos als 24-jährige Sexbombe, die auf 16 macht, und als Ryan plötzlich die Kinderrolle einer jungshassenden Göre übernimmt und fortan die angehende Nymphomanin gibt, muss man vor dem heimischen Bildschirm eigentlich mal aufstehen und klatschen.

"Wet Hot American Summer" ist nicht immer witzig, aber doch oft genug. Was daran bezaubert, ist die liebevolle Hingabe der Beteiligten an ein Herzprojekt - man sieht es in beinahe jeder Einstellung. Die Show macht nostalgisch. Poehler ist in den vergangenen 14 Jahren zur Comedy-Ikone geworden, Cooper war mehrfach für einen Oscar nominiert. Doch was wirklich Sehnsucht weckt, ist die Retro-Ästhetik von "Wet Hot American Summer". Mit Tennissocken und üppigen Frisuren beamt die Show ihre Zuschauer zurück zu den warmen Tagen der Sorglosigkeit, als die Schenkel noch straff genug für knappe Shorts und die Küsse unverfänglich waren.

"Wet Hot American Summer: First Day of Camp" ist ab dem 31. Juli abrufbar bei Netflix.

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Quelle: ntv.de

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