Unterhaltung

Showgeschäft im App-Store Wo Nerds sich mit Promis verbandeln

kim kardashian hollywood game app.jpg

Kim Kardashian verdient mit ihrem Spiel bereits Millionen. Andere Stars versuchen sich noch an ihren Apps.

(Foto: Twitter/KimKHollywood)

Wer den Kontakt zu seinen Fans halten und dabei auch noch eine Menge Geld verdienen will, muss am Puls der Zeit bleiben. Stars wie Kim Kardashian und Taylor Swift haben bereits eine eigene App-Strategie.

Nerds und Celebrities haben wenig gemeinsam. Schwärmen Mitglieder der beiden Arten doch füreinander, dann vielleicht, weil sich der eine das Comic-Kostüm übergestreift und der andere eine Menge Kohle auf dem Konto hat. Aber auf einem Gebiet ist die Liaison vielleicht keine romantisch indizierte, jedenfalls aber eine lukrative: Bei Apps.

*Datenschutz

Kim Kardashian und Glu Mobile sind dafür das beste Beispiel. Mit dem Handyspiel "Kim Kardashian: Hollywood" machen sie Millionen. Wieso ein gottverdammtes Avatar-Game ein berühmtes Testimonial benötigt, ist leicht erklärt. Seitdem Apple 2008 seinen App-Store ins Leben rief, teilen sich vor allem Franchise-Unternehmen wie "Angry Birds" und "Candy Crush Saga" die Prestigeplätze unter den Applikationen. Wer in der Flut der Umsonst- und Bezahlprogramme herausstechen will, muss sich etwas ausdenken. Manchmal reicht auch einfach ein großer Name.

Kims Welt hat "Swag", weil "Yolo"

"Ich habe einen kleinen Modenotfall", flötet also die Comic-Kardashian dem Möchtegern-Star-Spieler entgegen. Man muss sich dann zwischen dem roten und dem silbernen Fummel entscheiden. Frisch eingekleidet ist der Reality-Star dann auch gleich so eine Art Freundin.

*Datenschutz

Zwischen virtuellem Haareschnippeln, Umziehen und Umschminken sowie der Suche nach einem ganz tollen Schoßtier versucht der Spieler nun berühmt zu werden. Kims Welt hat "Swag", weil "Yolo", Klamotten falten bringt Geld und mit dem Fremden in der Bar kann ausschließlich geflirtet oder genetzwerkt werden - das muss reichen.

Die Kardashian-Version einer Promi-App ist neu, Fan-Apps allerdings gibt es schon länger. Bei "Kiss Justin Bieber" gab es virtuelle Küsse für den Sänger - mal schnell, mal langsam, alles, um "Mrs Bieber" zu werden. "Wake Up With Pam" erfüllte fast vergessene 90er-Sehnsüchte, indem die App fünf Pamela-Anderson-Clips als Videowecker anbot und Ex-Baywatchkollege David Hasselhoff gab mit "Ask The Hoff" das mobile Orakel.

360 Grad Taylor Swift

*Datenschutz

  Eine Musikerin hat die Messlatte in puncto Fan-Apps jetzt einfach mal so viel höher angelegt, dass alle Handyprogramme davor nur noch als billige Kinderspielereien durchgehen: natürlich die Frau der Stunde, Taylor Swift. Bisher gab es von der 24-Jährigen eine Art Grußkarten-App mit netten Sprüchlein. Jetzt bekommen Nutzer die 360 Grad "Blank Space"-Erfahrung - eine Tour zum vor kurzem veröffentlichten, viel beachteten Musikvideo.

Während Taylor und ihr hübscher Toyboy sich einen Song lang quer durch die Videovilla lieben und hassen, ist der Nutzer der App immer dabei, es sei denn, er entscheidet sich, das prachtvolle Haus auf eigene Faust zu erkunden. Die Türen stehen ihm offen. Beim Wandeln durch die Flure begegnen einem außerdem beispielsweise der Butler und ein Maler. Jeder kann entscheiden, wo er gerne zusehen möchte.

Damit auch für ein wenig Stöbermotivation gesorgt ist, gibt es einen ganzen Haufen Swift-Details zu entdecken: Die Uhren wurden modifiziert, damit Swifts Lieblingszahl 13 einen Platz auf dem Ziffernblatt findet, ein Plattenspieler spielt die Musik ihrer Großmutter Marjorie Finlay, auf einer Kommode steht ein Kinderfoto, in einem Album kleben Bilder der Katzen der Sängerin.

App ersetzt obligatorisches Promi-Parfüm

Für all diejenigen, die sich den Zirkus wirklich ansehen wollen, ist der Ohrwurm programmiert - der Song "Blank Space" läuft in Dauerschleife. Natürlich kommt die App nicht ohne Tourdaten und Album-Kaufoption aus. Swift beweist einmal mehr ihr Gespür dafür, Fans mit genau der richtigen Portion privater Puzzlestücke zu versorgen. In der App verschmelzen Selbstdarstellung und Kontaktaufnahme. Klüger kann man es eigentlich kaum machen.

Aber das ist natürlich alles Ansichtssache. Irgendwer muss seine Fotos ja mit Snoop Dogs Regenbogen-Joints versehen, wie T-Pain klingen oder Mariah Carey herausfordern wollen. Und dann ist da natürlich noch Tom Hanks' virtuelle Schreibmaschine.

Kim Kardashians und Taylor Swifts Apps ist der erste Schwung Handy-Software mit Hollywood-Stempel. In Zukunft werden die Stars noch mehr versuchen, ihr Franchise digital auszudehnen - eine eigene Website wirkt schon heute etwas angestaubt. Eine schicke App könnte so etwas wie das Promi-Parfüm der 2010er-Jahre werden.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema