Kino

"Mission: Impossible - Rogue Nation" Tom Cruise hat das Unmögliche noch drauf

Ein Action-Held muss krass sein. Er muss das tun und können, was andere lassen und Tom Cruise erfüllt diese Kriterien. Zum fünften Mal schlüpft er für eine "Mission: Impossible" in die Rolle von Agent Ethan Hunt. Mit neuen Stunts übertrifft er sich selbst.

Acht Mal musste sich Tom Cruise an die Außenwand eines startenden Flugzeugs hängen, bis die Szene abgedreht war. Sein neuer "Mission: Impossible"-Film eröffnet mit diesem atemberaubenden Stunt. Komplexe Charaktere und kluge Geschichten braucht man von einem Actionfilm nicht zu erwarten. Dafür aber muss er körperliche und maschinelle Hochleistung liefern - und das tut er.

In Teil fünf der Filmreihe um den Spezialagenten Ethan Hunt bleibt das Unrecht der Welt präsent - und die Gerechten behalten dennoch die Oberhand. Man kennt das ja. Allerdings kann Cruises Hunt sich diesmal nicht länger auf die Unterstützung der US-amerikanischen Regierung verlassen. Gerade als sich der Agent mit seinem bisher größten Gegner, der Geheimorganisation "Syndikat", konfrontiert sieht, löst der CIA-Chef (Alec Baldwin) die Ermittlereinheit Impossible Mission Force auf.

Killer-Komplizin statt Kampfpuppe

Nun also muss Hunt ganz alleine eine Weltherrschaft des gefühlt prorussischen Terrors abwenden. Ganz alleine? Nein, selbstverständlich kann Hunt bei seiner One-Man-Show weiterhin auf gelegentliche Hilfestellungen seiner Kollegen William Brandt (Jeremy Renner), Benji Dunn (Simon Pegg) und Luther Stickell (Ving Rhames) setzen. Während Pegg vor allem für auflockernde Komik herhalten muss, darf Renner mit lässigem Understatement überzeugen und positioniert sich damit in puncto Sympathie beinahe noch vor "Mission: Impossible"-Urgestein Rhames.

mission impossible rogue nation 2.JPG

Rebecca Ferguson darf als Ilsa Faust in "Mission: Impossible" Feindin und Verbündete spielen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Die tatsächliche Überraschung ist allerdings die bislang nahezu unbekannte Schwedin Rebecca Ferguson. Als Waffe des Syndikats ist sie mit beeindruckenden Nahkampfkünsten Hunts süßeste Rettung und ärgste Bedrohung zugleich. Ihre Ilsa Faust ist nicht einfach die niedliche schmutzverschmierte Kampfpuppe, sondern eine ernst zu nehmende Gegnerin, die sich jede Partei im eigenen Lager wünschen sollte.

Regisseur Christopher McQuarrie gibt mit ihrer Rolle einen Ausblick auf die großartigen Möglichkeiten, wie Frauen das Genre künftig bereichern könnten - auch wenn ein Tom Cruise dieses Mal natürlich vorerst noch der einzig richtige Retter sein muss.

Helden-Profil für die Ewigkeit

Wie es sich für eine Action-Reihe gehört, treibt es auch den neuen "Mission: Impossible"-Film quer über den Planeten. Im tristen London schlendert man geheimnisvoll im Trenchcoat, im schicken Wien lauscht man in Abendrobe "Nessun Dorma", der Puccini-Arie aus Turandot, die auch Klassik-Laien vielleicht schon mal auf einer Pavarotti-CD gehört haben. Und was wäre ein schnelles Kinovergnügen schon ohne eine ordentliche Verfolgungsjagd auf staubiger Straße - in dem Fall im marokkanischen Casablanca zu Auto wie zu Motorrad.

Nachdem Cruise als Hunt Kletter-, Prügel- und Fahrfähigkeiten zu Genüge unter Beweis gestellt hat, muss selbstverständlich ein Computer geknackt werden. Ohne ein wenig Hackerarbeit funktionieren Kino-Verschwörungen heute einfach nicht mehr. Aber das ist alles schon nicht mehr ganz so wichtig.

"Mission: Impossible - Rogue Nation" ist - wie auch die Vorgängerfilme - ein köstlicher Spaß. Er erfüllt alle freudigen Erwartungen. Weil Action-Cruise im Gegensatz zu Genre-Kollegen kaum Kratzer davonträgt, obwohl er krasser unterwegs ist. Weil man Action-Cruise für seine Stunt-Arbeit bewundert, obwohl man ihn für seine Scientology-Arbeit verachtet. Und weil Action-Cruise auch fast 20 Jahre nach dem ersten "Mission: Impossible"-Film den wohlbewucherten Schädel ins Heldenprofil dreht, als könne es keinen toughen Typen vor, neben und nach ihm geben - niemals.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.