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Muttermilch könnte schützen Neugeborene nur selten mit Corona infiziert

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Nur zwei Babys hatten positive Testergebnisse.

(Foto: dpa)

Es ist eine der Sorgen in der Pandemie: Welche Gefahr droht einem Baby, dessen Mutter sich in der Schwangerschaft mit dem Coronavirus infiziert hat? US-Forschende untersuchen in New York Schwangere und deren neugeborene Kinder. Ihre Daten sind eindeutig.

Neugeborene, deren Mütter mit dem Coronavirus infiziert sind, haben offenbar nur ein sehr geringes Risiko, sich anzustecken. Das zeigt eine Studie von US-Wissenschaftlern, die auf der Webseite Jamapediatrics veröffentlicht wurde.

Sie hatten für ihre Untersuchung Daten genutzt, die Mitte März im New Yorker Presbyterianischen Morgan Stanley Kinderkrankenhaus oder im New Yorker Presbyterianischen Allen Krankenhaus erhoben wurden. Insgesamt wurden dabei 101 Neugeborene untersucht, die von Müttern mit bestätigter oder vermuteter Sars-CoV-2-Infektion geboren wurden. Lediglich zwei von ihnen hatten ein positives Testergebnis auf das Virus. Keines zeigte jedoch klinische Anzeichen von Covid-19.

Die beiden Geburtskliniken im Norden Manhattans liegen im Epizentrum der Pandemie. Dort wurden zunächst Schwangere, die bereits Krankheitssymptome aufwiesen oder unklare Atembeschwerden zeigten, getestet. Später wurden alle Frauen getestet, die zur Geburt aufgenommen wurden. Unter ihnen waren auch einige mit Risikofaktoren wie Übergewicht und Diabetes. Die Neugeborenen wurden alle in einem Standardverfahren getestet.

Mütter und Babys nicht trennen

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Aus ihren Daten schließen die Forschenden, dass es keine Anzeichen dafür gibt, dass sich Neugeborene besonders bei ihren Müttern anstecken, obwohl die meisten Babys im gleichen Raum mit den Müttern waren und von ihnen gestillt wurden. 55 der Neugeborenen wurden noch weitere zwei Wochen lang beobachtet und blieben gesund. In Anbetracht der Studienergebnisse schlussfolgern die Wissenschaftler, dass eine räumliche Trennung von Müttern und Neugeborenen während der Covid-19-Erkrankung nicht erforderlich ist.

Für das direkte Stillen habe man Brust- und Händehygiene-Praktiken eingeführt, damit die unmittelbaren Vorteile des Stillens erhalten bleiben. Vermutet wird, dass Muttermilch die Neugeborenen gegen das Coronavirus schützen könnte, so wie das von zahlreichen anderen Krankheitserregern bereits bekannt und belegt ist. Zwei frühere chinesische Studien hatten Antikörper gegen Sars-CoV-2 in Muttermilch nachgewiesen.

Quelle: ntv.de, sba