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Verschwörungsthesen im Check War die Mondlandung echt oder nicht?

Die erste bemannte Mondlandung ist am 20. Juli genau 50 Jahre her. Was damals Millionen von Menschen auf der ganzen Welt begeistert, wird in den Jahrzehnten danach zunehmend angezweifelt. War das Ganze nur auf der Erde nachgestellt? Ein Faktencheck.

Wenn man zum Himmel blickt und den Mond betrachtet, fällt es schwer, sich vorzustellen, dass Menschen einmal über dessen Oberfläche gewandert sind. Während nach der ersten Mondlandung am 20. Juli 1969 die Euphorie der Menschen auf der ganzen Welt groß war, ebbte sie bei den weiteren Missionen in den Folgejahren ab.

Später kamen die Zweifel hinzu - manche Menschen beschlich der Verdacht, die Mondlandung der USA sei eine auf der Erde inszenierte Propaganda-Schau gewesen, um dem Klassenfeind Russland eins auszuwischen. Bereits im Jahr 1976, vier Jahre nach der letzten Mondlandung, veröffentlichte der US-Autor Bill Kaysing das Buch "We Never Went to the Moon". In diesem tauchen die ersten, auch später immer wieder angeführten, scheinbaren Belege für eine Mond-Verschwörung auf.

Bis heute glauben einige Menschen, die Aufnahmen von der Mondoberfläche seien eigentlich in einem Studio auf der Erde entstanden. Hier eine Untersuchung der zehn wichtigsten Argumente dafür:

1. Behauptung: Die "wehende" Flagge

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Das Setzen der Flagge gehörte zu jeder der sechs Mondlandungen dazu - wie hier bei Apollo 14 im Jahr 1971.

(Foto: imago/UIG)

Die "wehende" US-Flagge ist das anschaulichste Beispiel für die angeblich gestellte Mondlandung. Da auf dem Mond kein Wind bläst, dürfe die Fahne nicht wehen, monieren Kritiker. Allerdings: Die Bewegungen des Stoffes, der an einer Querstrebe hängt, stammen von keiner Brise, sondern von Erschütterungen des Fahnenmastes - etwa beim Einstecken oder Ausrichten, wie Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betont. Da der Mond keine Atmosphäre hat, wird das Wackeln des Stoffes kaum gebremst.

2. Wiederkehrende "Kulissen"

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Ähnlichkeiten der Mondlandschaft auf verschiedenen Bildern gelten als Beleg dafür, dass im Studio stets gleiche Kulissen verwendet wurden. Allerdings verwundern wiederkehrende Motive nicht, schließlich machten die Astronauten an ihren Landestellen Tausende Fotos vom selben Objekt aus verschiedenen Perspektiven, wie Urs Mall vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung erläutert. Zudem betont er, dass sich die Landschaften an den Landestellen ohnehin stark ähneln - auch weil markante optische Elemente wie auf der Erde fehlten.

3. Behauptung: Stiefelabdrücke im Mondstaub

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Spuren der Astronauten auf dem Mond - diese Stiefelabrücke stammen von den Raumfahrern der Apollo-17-Mission.

(Foto: imago/StockTrek Images)

Viele Bilder zeigen Spuren der Raumfahrer im Mondstaub. Wie kann der knochentrockene Staub die Form halten?, fragen Kritiker. Mall erklärt die gute Bindung vor allem mit der Konsistenz des extrem feinen Mondstaubs. Dessen Partikel seien nie durch Wind oder Wasser abgeschliffen worden, kantig geblieben und hafteten daher besonders gut aneinander.

4. Behauptung: Keine Sterne am Himmel

Auf den Bildern der Astronauten sind am Himmel keine Sterne zu sehen. Die Astronauten betraten den Erdtrabanten tagsüber - ein Mondtag dauert zwei Wochen. Auf den Bildern ist der Kontrast zwischen der grellen Mondoberfläche und dem dunklen Himmel viel zu stark, als dass lichtschwache Pünktchen am Firmament sichtbar wären.

5. Behauptung: Zu niedrige Hüpfer

Die Sprünge der Astronauten auf der Mondoberfläche seien zu niedrig, wenden Zweifler ein. Angesichts der geringen Gravitation - etwa ein Sechstel der irdischen Schwerkraft - hätten die Raumfahrer meterhoch springen können. Mall führt die niedrigen Hüpfer vor allem auf die etwa 85 Kilogramm schweren Raumanzüge und die eingeschränkte Beweglichkeit zurück. Jaumann ergänzt, es sei nicht um hohe Sprünge gegangen. Aus Sicherheitsgründen hätten sich die Raumfahrer mit kleinen Hüpfern oder Trippelschritten bewegt.

6. Behauptung: Fehlender Landekrater

Unterhalb der Landekapseln sieht man keinen Landekrater. Kein Wunder, sagt Jaumann: Die Landestellen seien nicht senkrecht, sondern seitlich angeflogen worden. Die Triebwerke hatten demnach nicht die Kraft, Krater in das feste Mondgestein zu brennen.

7. Behauptung: Mangelnde Haftung des Mondfahrzeugs

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Das Mond-Auto LRV war bei den letzten drei Apollo-Missionen mit auf dem Erdtrabanten.

(Foto: Nasa)

Die Astronauten fuhren mit Fahrzeugen über den Mond. Angesichts der geringen Schwerkraft hätten die Rover aus den Kurven rutschen müssen, meinen Zweifler. Die Fliehkraft hängt jedoch insbesondere von Radius und Geschwindigkeit ab. Das Höchsttempo der Fahrzeuge lag laut Nasa bei etwa 15 Kilometern pro Stunde. Das entspricht - bei ähnlichem Untergrund - rechnerisch etwa der Fliehkraft, die ein irdisches Auto bei gleichem Radius mit 37,5 Kilometern pro Stunde hätte. Dass die Astronauten die Kurven mit Vollgas fuhren, ist äußerst unwahrscheinlich.

8. Behauptung: Fehlende Fadenkreuze auf den Bildern

Die Linsen der Hasselblad-Kameras der Astronauten enthielten Fadenkreuze - etwa um Distanzen besser einschätzen zu können. Diese Fadenkreuze scheinen an manchen Stellen hinter Objekten zu verschwinden, was Kritiker als Fotomontage deuten. Bei näherem Hinsehen zeigt sich oft, dass die Kreuze durchaus da, aber vor dunklem Hintergrund kaum erkennbar sind. Allerdings, so Jaumann, wurden später auch bearbeitete Bilder veröffentlicht.

9. Behauptung: Der Schattenwurf passt nicht

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Verlaufen auf diesem Bild die Schatten nicht so, wie sie es bei Sonnenlicht tun sollten?

(Foto: Nasa)

Dass Schatten auf den Bildern in verschiedene Richtungen verlaufen oder gestaucht sind, führen Kritiker auf verschiedene Lichtquellen zurück. Grund dafür sind laut Mall vor allem Unebenheiten der Mondoberfläche. Dadurch können Schatten länger, kürzer oder verzerrt erscheinen.

10. Behauptung: Tödliche Strahlung

Beim Hin- und Rückflug waren die Besatzungen vor allem im Van-Allen-Gürtel, einem die Erde umgebenden Strahlungsring, erhöhter Teilchenstrahlung von der Sonne ausgesetzt. Diese Belastung hätte Stunden angedauert und tödlich sein können, wenden Kritiker ein. Mall schätzt die Dauer für die Durchquerung des Van-Allen-Gürtels auf etwa eine Stunde, wobei die Crew durch die Aluminium-Hülle der Raumkapsel geschützt war. Die Astronauten waren demnach zwar erhöhter Strahlung ausgesetzt, aber die Dosis war überschaubar. Die Nasa habe die Flugbahn der Missionen so gelegt, dass die intensivsten Strahlungsbereiche umflogen wurden.

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Der "Lunar Reconnaissance Orbiter" der Nasa machte Fotos von den Landestellen der Apollo-Missionen - hier von der ersten, Apollo 11.

(Foto: Nasa)

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa selbst äußert sich zu Fälschungstheorien grundsätzlich nicht. Doch sie hat vor einigen Jahren Bilder der Mission "Lunar Reconnaissance Orbiter" (LRO) veröffentlicht. Die Raumsonde hatte Aufnahmen von Apollo-Landestellen in hoher Auflösung zur Erde gefunkt. Auch wenn sie hartnäckige Zweifler nicht umstimmen mögen - die Bilder zeigen neben zurückgelassenen Instrumenten die Spuren der Rover und sogar Fußspuren der Astronauten.

Zudem, so Jaumann und Mall, hätten Tausende Mitarbeiter an den sechs Missionen mitgewirkt. "Fälschungen über Jahrzehnte geheimzuhalten, halte ich für sehr schwierig", sagt Mall. Außerdem ein eindeutiger Beleg: die über 380 Kilogramm Mondgestein, die die Astronauten zur Erde mitbrachten. Im Gegensatz zu den - erst später entdeckten - Mondmeteoriten, die auf die Erde fielen, wurden diese Brocken nicht durch ihre Reise durch die Erdatmosphäre verändert.

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Quelle: n-tv.de, kst, mit dpa

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