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Frauen dürfen die Welt nicht retten Marvel glaubt nicht an Superheldinnen

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Black Widow ist Frau und Superheld. Im Gegensatz zu ihren Kollegen Thor, Iron Man und Co. bekommt sie kein Spin-Off.

(Foto: Jay Maidment/Marvel 2015)

Mädchen können keine Helden sein - jedenfalls nicht in Comicadaptionen. Obwohl mehr als die Hälfte aller Kinobesucher Frauen sind, dürfen solche auf der Leinwand für Superhelden noch immer nur Sidekick sein. Unfreiwillig verrät der Marvel-Chef, wieso.

Es sieht schlecht aus für Marvels Action-Frauen. Zwar stehen Superheldenfilme derzeit bei den Zuschauern hoch im Kurs, jedoch scheint der Comic-Gigant von Streifen mit weiblicher Hauptrolle auch in Zukunft die Finger lassen zu wollen.

Die mächtigen Männer hinter den dicken Budgets halten Frauenfilme für wenig profitabel. Deutlich wird das aus einem E-Mail-Wechsel zwischen Marvel-Chef Ike Perlmutter und Sony-Boss Michael Lynton. Dabei handelt es sich um neues Material aus dem Sony-Hack, das Wikileaks zugänglich gemacht hat. In einer Nachricht nennt Perlmutter als Negativbeispiele Jennifer Garners "Elektra" von 2005, Halle Berrys "Catwoman" von 2004 und "Supergirl" aus dem Jahr 1984.

Alle drei Filme taugen nicht, eine Prognose für mögliche Heldinnen-Filme in der Zukunft abzugeben. Ihre Erstausstrahlung liegt mindestens zehn Jahre zurück. Zu dem Zeitpunkt waren Comicadaptionen noch weit davon entfernt, den Blockbuster-Markt zu dominieren.

Auch Helden wie "Green Lantern" floppten

Eher noch könnte man zum Vergleich Jennifer Lawrences Katniss Everdeen anführen. Auch wenn es sich bei dem Hauptcharakter der "Tribute von Panem" nicht um eine Superheldin im klassischen Sinne handelt, wird sie doch zweifelsohne wie eine vermarktet: In einer Welt des technischen Fortschritts kämpft sie mit übermenschlichen Fähigkeiten gegen das Böse und schützt so die Wehrlosen.

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Hoffnung für alle Superheldinnen in spe: DCs "Wonder Woman".

(Foto: Twitter/ecartelara)

Weiterhin sitzt derjenige einem Irrtum auf, der glaubt, ein männlicher Comic-Held sichere den Erfolg an den Kinokassen. Problemlos finden sich nämlich auch darunter in den vergangenen Jahren Flops: "Green Lantern" mit Ryan Reynolds versagte 2011, "Daredevil" mit Ben Affleck war 2003 genauso wenig ein Erfolg wie dessen bereits genanntes Spin-Off "Elektra" und - um auch bei den Herren einen alten Hut zu zücken: "Superman IV - Die Welt am Abgrund" war 1987 auch nicht gerade ein Hit.

Die schlechten Einspielergebnisse dieser Filme wurden aber nicht mit dem Geschlecht ihrer Hauptdarsteller begründet. Wieso also sollte anderes für die Streifen mit Superheldinnen gelten? Was alle Filme eint, sind schlechte Kritiken im Voraus. Vielleicht blieben die Zuschauer einfach deswegen dem Kino fern.

Frauen-Filme strenger beäugt

Wenn Darsteller konstant gezwungen sind, sich für ihr Geschlecht zu rechtfertigen - Ähnliches gilt übrigens auch für Produzentinnen, Regisseurinnen oder Autorinnen - müssen Filme über Frauen besonders hohen Ansprüchen gerecht werden. Vor allem jedoch müssen sie ordentlich Geld bringen, damit Weiblichkeit nicht zur Ausrede für Erfolglosigkeit werden kann.

Scarlett Johanssons "Avengers"-Charakter Black Widow etwa erfreut sich beim Publikum großer Beliebtheit. Ein eigenes Spin-Off bekommt sie trotzdem nicht. Darüber machte sich die 30-Jährige gerade erst bei ihrem Auftritt in der TV-Show "Saturday Night Live" lustig. Ein falscher Kinotrailer versetzte dort Black Widow in eine Liebeskomödie - weil Frauen eben Romantik mögen und unbequem hohe Schuhe, klar. Seit Jahren sind mehr als die Hälfte der Kinobesucher Frauen. Sie verdienen mehr als stereotype Geschlechterdarstellung.

2017 kommt DCs "Wonder Woman" ins Kino, Patty Jenkins wird Regie führen. Erstmals hält damit eine Frau das Ruder in der Hand, wenn es darum geht, eine Comicadaption mit einem Budget über 100 Millionen US-Dollar zu realisieren. 2018 verspricht zudem "Captain Marvel" mehr weibliche Beteiligung. Wenn die Streifen erfolgreich sind, dürfen in Zukunft vielleicht mehr Frauen Helden sein.

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Quelle: n-tv.de

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