Politik

Liveticker zu den Landtagswahlen +++ 00:00 Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen sind entschieden +++

Damit stehen die (vorläufigen) Endergebnisse der beiden Landtagswahlen fest. Zum Abschluss empfehle ich Ihnen noch unsere Fünf Lehren der Landtagswahlen im Osten, den Überblick über den Wahlausgang sowie eine kleine Presseschau.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche eine ruhige und friedliche Nacht.

Und hier noch einmal der grafische Überblick:

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+++ 23:47 Vorläufiges amtliches Endergebnis: CDU siegt in Sachsen +++
Aus der Landtagswahl in Sachsen geht die CDU von Ministerpräsident Michael Kretschmer deutlich vor der AfD als stärkste Kraft hervor. Die Christdemokraten erreichen bei dem Urnengang 32,1 Prozent der Zweitstimmen, während die AfD auf 27,5 Prozent kommt, wie die Landeswahlleitung nach Auszählung aller Wahlkreise mitteilt. Die Linkspartei kommt demnach auf 10,4 Prozent, die Grünen erreichen 8,6 Prozent, die SPD fällt auf ein bundesweites Rekordtief von 7,7 Prozent. Die FDP verfehlt mit 4,5 Prozent der Stimmen den Einzug in den Landtag.

Die CDU erringt dabei 41 Direktmandate, die AfD 15 - davon 7 ohne Listenplatz, was für die Gesamtzahl der Sitze entscheidend ist (siehe Eintrag um 22:42 Uhr). Die Grünen holen 3 Direktmandate, die Linke 1. Die Wahlbeteiligung liegt bei 66,6 Prozent und damit wesentlich höher als die 49,1 Prozent vor fünf Jahren.

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Alle Daten und Fakten zur Wahl in Sachsen finden Sie außerdem hier.

+++ 23:40 Petrys Blaue Partei weit abgeschlagen +++
Wie hat eigentlich Frauke Petry bei der Landtagswahl in Sachsen abgeschnitten? Die ehemalige AfD-Chefin, die 2017 die Partei verließ, trat diesmal für die Blaue #TeamPetry an. Mit wenig Erfolg: Als Direktkandidatin im Wahlkreis Sächsische Schweiz - Osterzgebirge 3 erhielt sie 805 Stimmen - das sind 2 Prozent. Das Direktmandat des Wahlkreises holte sich Jan-Oliver Aldo Zwerg von der AfD mit 35 Prozent. Bei der Zweitstimme kommt Petrys Partei sachsenweit auf 0,4 Prozent der Stimmen. 7770 Wähler gaben ihr die Stimme.

Im sächsischen Landtag wird Petry künftig also nicht mehr vertreten sein. Sie hält aber noch ihr Bundestagsmandat, das sie 2017 noch als AfD-Politikerin errang. Seit ihrem Parteiausstritt sitzt sie als parteilose Abgeordnete im Bundestag.

+++ 23:18 Grüne feiern Premiere in Sachsen und Brandenburg +++
Die Grünen können sich nicht nur über leichte Zugewinne in Brandenburg und Sachsen freuen, sondern auch über die ersten Direktmandate in den beiden Ländern. In Sachsen gewinnt die Partei zwei Mandate in Leipzig sowie eines in Dresden. Hinzu kommt ein Mandat in Potsdam:

  • Parteichefin Christin Melcher holt im Wahlkreis Leipzig 5 insgesamt 29 Prozent der Erststimmen vor dem CDU-Kandidaten Robert Clemen mit 20,6 Prozent.
  • Zudem setzt sich Claudia Maicher in ihrem Leipziger Wahlkreis mit 26,9 Prozent der Stimmen vor Marco Böhme (Linke/24,4 Prozent) durch.
  • In Dresden gewinnt der Grüne Thomas Löser mit 24,1 Prozent der Stimmen vor dem CDU-Bewerber Gunter Thiele (23,5 Prozent).
  • In Potsdam setzte sich die Grünen-Kandidatin Marie Schäffer knapp gegen die SPD-Landtagsabgeordnete Klara Geywitz durch. Schäffer kommt auf 27 Prozent, Geywitz auf 26,7. Der Unterschied beträgt 144 Stimmen.

Für Geywitz ist das besonders bitter, bewirbt sie sich doch zusammen mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz um den SPD-Vorsitz.

+++ 23:04 Politologe erwartet Machtkampf bei der Linken +++
Der Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder sieht aufgrund des starken Abschneidens der AfD in Brandenburg und Sachsen eine "dramatische Rechtsverschiebung" in Ostdeutschland. Möglich sei dies durch den "kompletten Ausfall der Linkspartei" geworden, sagt er der Nachrichtenagentur AFP. Bei der Linken werde sich nun angesichts ihres schlechten Abschneidens der Machtkampf stark zuspitzen: Konsequenz müsse der Abgang von Linken-Chefin Katja Kipping sein.

Die AfD werde durch die Zuwächse einerseits stabilisiert, andererseits "wachsen die Bäume nicht in den Himmel", sagt der Kasseler Politikwissenschaftler weiter. Die Rechtspopulisten hatten in beiden Bundesländern darauf gehofft, stärkste Kraft zu werden. Einen "negativen Rückkopplungseffekt" für die große Koalition im Bund erwartet Schroeder von den Landtagswahlen aber nicht.

+++ 22:42 AfD sitzt mit mehr als 30 Abgeordneten in Sachsens Landtag +++
Die Landesliste der AfD in Sachsen sorgte bereits vor der Wahl für reichlich Auseinandersetzungen, sowohl politische als auch juristische. Nun wird klar: Die Partei wird mit mehr als den 30 Abgeordneten im neuen Landtag sitzen, die gerichtlich zugelassen sind.

Da auch AfD-Politiker Direktwahlkreise gewannen, die nicht auf den ersten 30 Plätzen der Landesliste standen, kommt die Partei nun über die Erststimmen-Erfolge mit mindestens 33 Sitzen in das Parlament. Als erster Direktkandidat gewann Timo Schreyer im Wahlkreis 54 (Bautzen III). Im Vogtland gelang das Dietmar Frank Schaufel, in Mittelsachsen Lars Kuppi. Die Auszählung dauert allerdings noch an.

Die Landeswahlleitung hatte die ursprünglich 61 Kandidaten umfassende Landesliste der AfD aufgrund von formalen Mängeln zunächst auf 18 Namen gekürzt. Das Landesverfassungsgericht ließen schließlich alle 30 Kandidaten zu, die in einer Einzelwahl nominiert worden waren. Die AfD hatte während der Listenaufstellung das Wahlverfahren geändert und später in Blöcken gewählt. Die Landeswahlleitung sah deshalb die Chancengleichheit der Kandidaten nicht gewahrt.

+++ 22:28 Alle Wahlkreise ausgezählt: SPD gewinnt Brandenburg-Wahl +++
Die SPD gewinnt die Landtagswahl in Brandenburg trotz deutlicher Verluste. Die Partei von Ministerpräsident Dietmar Woidke kommt nach Auszählung aller Wahlkreise auf 26,2 Prozent der Zweitstimmen, vor der AfD mit 23,5 Prozent. Die CDU erreicht 15,6 Prozent, die Grünen kommen auf 10,8 Prozent, die Linke erzielt 10,7 Prozent, die Freien Wähler liegen bei 5,0 Prozent. Die FDP zieht mit 4,1 Prozent nicht in den Landtag ein.

Die SPD konnte in Brandenburg laut Wahlleitung 25 Direktmandate für sich verbuchen, auf die AfD kamen 15 Direktmandate. Zwei weitere erreichte die CDU sowie je eines die Grünen und die Freien Wähler. Die Wahlbeteiligung liegt bei 56,9 Prozent nach 45 Prozent bei der Wahl vor fünf Jahren.

Alle Artikel und Zahlen zur Brandenburg-Wahl finden Sie außerdem hier.

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+++ 22:18 Thüringer CDU hofft auf Rückenwind aus Sachsen +++
Nach der Landtagswahl ist vor der Landtagswahl: Ende Oktober wird in Thüringen gewählt. Die dortige CDU hofft nun auf Rückenwind durch das Wahlergebnis in Sachsen. Dass Kretschmer die AfD auf Distanz halten konnte, zeige, "dass wir mit unserer Aufstellung für den Landtagswahlkampf absolut richtig liegen", erklärt CDU-Landeschef Mike Mohring. "Wir stellen uns als Thüringer CDU breit auf, aber grenzen uns genauso klar nach links und rechts ab."

Richtig sei zudem, den Landtagswahlkampf um "den besten Weg für das Land" zu führen - und nicht um die Politik im Bund, sagt Mohring weiter. Seine Partei wolle im Wahlkampf vor allem auf gute Bildung, einen handlungsfähigen Staat und innere Sicherheit, Mittelstands- und Innovationspolitik und "gutes Leben in Stadt und Land" setzen.

Bestärkt fühlt sich auch die AfD des Bundeslandes. "Die AfD ist die neue Volkspartei des Ostens", kommentiert Landeschef Björn Höcke das Abschneiden der Rechtspopulisten in Sachsen und Brandenburg. Höcke ist die zentrale Figur des rechtsnationalen "Flügels" innerhalb der AfD.

+++ 22:08 Der schnelle Überblick +++
Sie sind gerade erst nach Hause gekommen oder wollen nur schnell schauen, was der Wahlabend in Sachsen und Brandenburg gebracht hat? Dann empfehle ich diesen Artikel, der beide Landtagswahlen zusammenfasst - inklusive interessanter Wahlgrafiken.

Sie wollen mehr wissen? Alles zur Wahl in Sachsen finden Sie hier. Und den Überblick zur Abstimmung in Brandenburg gibt es hier.

+++ 21:58 Woidke gewinnt Direktmandat vor AfD-Kandidat +++
Und noch eine Direktmandat-Entscheidung steht fest, diesmal in Brandenburg: Ministerpräsident Dietmar Woidke gewinnt den Abgeordnetensitz in seinem Wahlkreis Spree-Neiße I mit 36,2 Prozent der Stimmen. AfD-Kandidat Steffen Kubitzki erreicht als Zweitplatzierter 32,4 Prozent.

+++ 21:41 Sachsens AfD-Chef unterliegt CDU-Politiker +++
Anders als Kretschmer unterliegt der sächsische AfD-Chef Jörg Urban im Kampf um das Direktmandat in Bautzen 5 (Wahlkreis 56): Den Wahlkreis holt der langjährige CDU-Landtagsabgeordnete Marco Schiemann. Dabei entfielen bei den Direktstimmen 38 Prozent auf den CDU-Kandidaten. Der AfD-Kandidat kam auf 36,4 Prozent. Schiemann gehört bereits seit 1990 dem sächsischen Landtag an.

+++ 21:27 Kretschmer gewinnt Direktmandat in Görlitz +++
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer holt sich das Direktmandat in seiner Heimatstadt Görlitz. Im Wahlkreis Görlitz 2 setzt er sich mit 45,8 Prozent der Stimmen unter anderem gegen Sebastian Wippel von der AfD durch, der auf 37,9 Prozent der Stimmen kommt. Wippel wurde bundesweit bekannt, weil er im Frühjahr bei der Bürgermeisterwahl in Görlitz erst im zweiten Wahlgang vom Kandidaten der CDU geschlagen worden war. Kretschmer zieht damit erstmals in den sächsischen Landtag ein. Bisher ist der Ministerpräsident kein Abgeordneter.

Bei den Zweitstimmen in dem Wahlkreis lag dagegen die AfD vorn: Sie erhielt 37,9 Prozent der Zweitstimmen, die CDU bekam 35,2 Prozent.

+++ 21:12 Gauland gibt TV-Interview vor Anti-Rassismus-Plakat +++
In den sozialen Netzwerken macht gerade ein Auftritt von AfD-Chef Alexander Gauland im ZDF die Runde. Nicht wegen dem, was er sagt, sondern weil im Hintergrund ein Plakat auftaucht, das rassistisches Gedankengut anprangert. Während der Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei Fragen beantwortet, erscheint hinter ihm ein selbstgemaltes Plakat mit der Aufschrift: "Rassisten sind keine Alternative" - eine Anspielung auf die "Alternative für Deutschland".

Hier lesen Sie mehr dazu.

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+++ 20:49 Freie Wähler ziehen in Potsdamer Landtag ein +++
Die FDP schafft den Sprung in Brandenburgs Landtag nicht. Die Freien Wähler (BVB/FW) dagegen schon: Nach derzeitigem Stand erreichen sie fünf Prozent der Wählerstimmen und schaffen damit äußerst knapp die Fünfprozenthürde. Doch auch wenn sie noch unter der 5-Prozent-Marke landen, kommt ihnen die Grundmandatsklausel zu Hilfe, nach der Parteien auch dann Sitze im Parlament erhalten, wenn sie mindestens ein Direktmandat gewinnen.

Und das schafft die Partei: Als Direktkandidat zieht Péter Vida für die Freien Wähler in den Landtag ein. Er gewinnt im Wahlkreis Barnim II mit 23,8 Prozent der Stimmen knapp vor der SPD-Kandidatin Britta Stark, der bisherigen Landtagspräsidentin. "Praktisch uneinholbar", wie die Partei twittert.

+++ 20:39 Wirtschaft reagiert mit Sorge auf Stärke der AfD +++
Die Wirtschaft reagiert besorgt auf das starke Abschneiden der AfD bei den Wahlen im Osten. "Die relative Stärke der AfD in Sachsen und Brandenburg bereitet uns Arbeitgebern zunehmend Sorge, da die verbalen Äußerungen führender Parteimitglieder geeignet sind, den guten Ruf der auch in diesen Bundesländern international tätigen Wirtschaft zu schädigen", sagt Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer.

"Aufgrund der Alterung der Bevölkerung nimmt die Attraktivität einiger Regionen in Ostdeutschland als Investitionsstandort ab, weil es dort für die Unternehmen in Zukunft schwieriger werden wird, geeignetes Personal zu finden", sagt der stellvertretende Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Oliver Holtemöller, der Nachrichtenagentur Reuters. "Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte wäre geeignet, die Probleme zu mildern. Allerdings ist das mancherorts fremdenfeindliche Klima diesbezüglich hinderlich."

Industriepräsident Dieter Kempf hatte bereits vor den Wahlen vor einem Erstarken der AfD gewarnt. "Es geht darum, aufzuzeigen, welche Gefahr ein starker rechter Rand für die international vernetzte deutsche Wirtschaft bedeutet", hatte Kempf der Deutschen Presse-Agentur gesagt. "Was es bedeutet, wenn wir einerseits über Fachkräftemangel klagen, andererseits aber alles andere als eine Willkommenskultur ausstrahlen."

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+++ 20:25 Werte-Union für CDU-Minderheitsregierung in Sachsen +++
Die erzkonservative CDU-Splittergruppe Werte-Union spricht sich für eine CDU-Minderheitsregierung in Sachsen aus. Das Vertrauen der Wähler in eine bürgerlich-konservative CDU-Politik dürfe "auf keinen Fall durch eine Koalition unter Beteiligung der linksradikalen Grünen gefährdet werden", warnt die Gruppierung in einer Erklärung. Eine solche Koalition würde zudem zur endgültigen Spaltung der CDU führen.

Die Werte-Union kritisiert zudem die ablehnende Haltung der CDU-Spitze um Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer und des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer gegenüber den Wahlkampfauftritten von Hans-Georg Maaßen. Dieser war für die Werte-Union, der er angehört, aufgetreten. Kretschmer hatte dies kritisiert.

+++ 20:12 Analyse: Woidke verliert an Popularität +++
Vorhin ging es um Kretschmer, diesmal um Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke: Er und seine SPD haben laut der Forschungsgruppe Wahlen eine gesunkene Popularität zu spüren bekommen:

  • Der Regierungschef kommt beim persönlichen Ansehen auf 1,6 Punkte auf einer Skala von plus 5 bis minus 5. Das sei schlechter als bei der Wahl vor fünf Jahren, aber immer noch deutlich positiver gewesen als die Werte aller anderen bekannten Spitzenpolitiker im Land.
  • Auch die Zufriedenheit mit der Landes-SPD geht zurück, liegt aber über dem Niveau der Bundes-SPD. Bei den wichtigsten Themen Infrastruktur und Bildung bekommt die SPD laut der Analyse die größte Kompetenz zugeschrieben, ebenso bei Wirtschaft und sozialer Gerechtigkeit.
  • Die CDU punktet nur bei Arbeitsplätzen, die AfD bei der Ausländerpolitik.

Die Zahlen basieren den Angaben zufolge auf einer Telefonbefragung der Forschungsgruppe Wahlen unter 1059 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in der Woche vor der Wahl und der Befragung von 16.001 Wählern am Wahltag.

+++ 20:03 Maaßen: "Es hat was mit der Bundeskanzlerin zu tun" +++
"Das war die zehnte in Dresden und die elfte Wahl in Brandenburg mit großen Verlusten für die CDU seit 2016", sagt Hans-Georg Maaßen von der CDU bei n-tv. Die Verantwortung sieht der ehemalige Verfassungsschutzpräsident in der Parteispitze: "Es hat nichts mit mir zu tun, sondern es hat was mit der Politik zu tun, mit den Professionals an den jeweiligen Orten, mit der Bundeskanzlerin, der Parteivorsitzenden und den jeweiligen Wahlkämpfern."

Maaßen ist Mitglied der Werte-Union und ein ausgesprochener Kritiker von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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+++ 19:51 Analyse: Kretschmer hat hohe Zugkraft +++
Laut einer Analyse der Forschungsgruppe Wahlen kam es bei der Wahl in Sachsen auf Ministerpräsident Michael Kretschmer an. Der habe eine hohe persönliche Zugkraft gehabt:

  • Beim Ansehen erreichte Kretschmer hervorragende 2,3 Punkte auf einer Skala von plus 5 bis minus 5, wie die Mannheimer Meinungsforscher mitteilen. Gute Arbeit bescheinigen ihm demnach 78 Prozent der Befragten.
  • Auch die CDU in Sachsen hat weiterhin die höchste Reputation aller Parteien, aber stärker als die Bundes-CDU Imageverluste zu verzeichnen.
  • Die AfD wird laut der Analyse nicht überwiegend aus Protest gewählt. Das Motiv "Denkzettel" nennen 28 Prozent, "wegen ihrer politischen Forderungen" wählen 70 Prozent die Partei.

Die Zahlen basieren den Angaben zufolge auf einer Telefonbefragung der Forschungsgruppe Wahlen unter 1071 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten in der Woche vor der Wahl und der Befragung von 18.411 Wählern am Wahltag.

+++ 19:33 FDP-Chef Lindner: "Wir haben gekämpft" +++
Die FDP wird aller Voraussicht nach trotz leichter Zugewinne weiterhin nicht in den Landtagen in Potsdam und Dresden vertreten sein. Parteichef Christian Lindner sagt dazu: "Nach Lage der Dinge werden die Freien Demokraten wohl nicht in die Landtage einziehen." Ausdrücklich lobt er aber das Engagement seiner Partei. "Wir haben in Brandenburg und Sachsen gekämpft", betont er. "Unsere beiden Landesverbände haben tolle Kampagnen organisiert, auch da, wo wir nicht gut aufgestellt waren", fügt er hinzu.

+++ 19:25 Streit um Mandate: Sachsen-AfD bringt Neuwahlen ins Spiel +++
Sachsens AfD-Chef Jörg Urban strebt eine Neuwahl an, sollte seine Partei bei der Landtagswahl mehr Sitze erreicht haben, als sie Kandidaten aufstellen durfte. "Wir haben ja schon vor der Wahl gesagt, wir werden in jedem Fall den Rechtsweg gehen, was die Listenstreichung betrifft", sagt er im MDR. Das gelte unabhängig von der Frage, "ob wir alle Plätze besetzt bekommen oder nicht".

Das Verfassungsgericht Leipzig hatte vor der Wahl entschieden, dass die AfD zur Landtagswahl in Sachsen nur mit 30 Listenkandidaten und nicht wie geplant mit 61 antreten kann. Grund waren formale Mängel bei ihrer Aufstellung. Nach den Hochrechnungen könnte die AfD nun aber mehr als 30 Sitze im Landtag gewonnen haben.

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+++ 19:21 Meuthen: "Scharren nicht mit dem Fuß, um zu regieren" +++
"Heute feiern wir und heute reden wir nicht über Koalitionsbildung oder ähnliches", sagt AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen bei n-tv. "Ich glaube auch ehrlich gesagt nicht, dass es dazu kommen wird, weil die anderen Parteien, die im Parlament vertreten sein werden, in Brandenburg wie hier in Sachsen, sagen, sie wollen nicht mit uns." Meuthen fügt an: "Wir scharren nicht mit dem Fuß, um zu regieren. Wir wollen unser Programm durchsetzen und das kann man aus einer sehr, sehr heftigen, kräftigen, starken Opposition heraus vielleicht deutlich besser als wenn man da irgendwo Juniorpartner einer Koalition wäre."

Bundestagsfraktionschefin Alice Weidel spricht von einem "hervorragenden Ergebnis". In Sachsen hätten 60 Prozent der Menschen konservativ gewählt und diesen Wählerwillen zu ignorieren wäre "undemokratisch". "Es wird keine Politik um uns herum mehr möglich sein", sagt der AfD-Spitzenkandidat in Brandenburg, Andreas Kalbitz. Die AfD sei "gekommen, um zu bleiben".

+++ 19:11 Habeck spricht von "fantastischem Ergebnis" +++
Die Grünen können sowohl in Sachsen als auch in Brandenburg zulegen. Grünen-Chef Robert Habeck spricht von einem "fantastischen Ergebnis". Auch wenn Umfragen vor den Wahlen zwischenzeitlich auf ein noch besseres Abschneiden hingedeutet hatten, hätten die Grünen "das stärkste Ergebnis, das wir in beiden Ländern je hatten" erzielt, so Habeck. Mit Blick auf eine mögliche Koalition mit CDU und SPD in Sachsen sagt der Grünen-Chef, dass die CDU in der Vergangenheit im Freistaat einen "sehr konservativen" Kurs verfolgt habe. Er erwarte nun, dass sich das ändere.

+++ 19:05 Brinkhaus: "Wir müssen im Herbst liefern" +++
Weiter mit der CDU. Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus lobt den Wahlkampf von Ministerpräsident Michael Kretschmer. "Der hat einfach sein eigenes Ding gemacht", sagt er der ARD. "Der hat nicht nach links geguckt, der hat nicht nach rechts geguckt, sondern stand für sich. Und ich glaube, das ist jetzt auch die Aufgabe für uns als Union. Auf uns zu schauen, unsere Sache zu machen und nicht irgendwo nach links oder rechts zu schauen."

Mit Blick auf die Große Koalition im Bund sagt Brinkhaus: "Wir müssen im Herbst liefern." Die Koalition müsse zeigen, "dass wir das Thema Klima, dass wir das Thema Wirtschaft, was immer wichtiger wird, das Thema äußere Sicherheit und innere Sicherheit auch tatsächlich anpacken". Er fügt an: "Und das ein bisschen besser kommunizieren als in der Vergangenheit."

+++ 18:56 Schwesig: "Müssen Bedürfnisse im Osten wahrnehmen" +++
Auch Bundespolitiker melden sich nun zu den Ergebnissen in Sachsen und Brandenburg. Beginnen wir bei der SPD:

Man habe eine Polarisierung zwischen CDU und AfD erlebt, die es der SPD schwer gemacht habe, sagt der kommissarische Parteichef Thorsten Schäfer-Gümbel im Willy-Brandt-Haus. Er lobt den engagierten und lebensfrohen Wahlkampf von Martin Dulig in Sachsen. Dessen Möglichkeiten seien begrenzt gewesen, er habe die mit Abstand schwierigsten Bedingungen gehabt.

Die kommissarische Co-Vorsitzende Manuela Schwesig sagt, dass viele Menschen "ganz klar die demokratischen Parteien gewählt" hätten. Viele hätten die AfD gewählt, um ihren Protest auszudrücken. Sie sagt zwar, dass die SPD weiter auf Wähler der AfD zugehen wolle, schließt aber gleichzeitig eine Zusammenarbeit mit der Partei aus. "Alle müssen sich bewusst machen, dass die Zahlen der AfD zeigen: Wir müssen die Bedürfnisse im Osten wahrnehmen", sagt die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern.

+++ 18:44 Kipping räumt herbe Niederlage der Linken ein +++
Die Vorsitzende der Linkspartei, Katja Kipping, räumt in der ARD eine herbe Niederlage ihrer Partei bei den Landtagswahlen ein. "Solche Zahlen schmerzen", sagt sie in der ARD. Sie hätte sich mehr Rückenwind für ein solidarisches Sachsen gewünscht, sagt sie.

In beiden Ländern fuhr die Linke deutliche Stimmverluste ein. In Brandenburg ist allerdings - nach jetzigem Stand - weiterhin eine Koalition mit der SPD möglich, allerdings ergänzt durch die Grünen.

+++ 18:38 AfD-Politiker Urban: "Sachsen wollen bürgerliche Regierung" +++
Der sächsische AfD-Spitzenkandidat Jörg Urban sagt in der ARD: "Wir haben den Anspruch gehabt, stärkste Kraft zu werden. Das ist uns nicht gelungen. Ich bin trotzdem hoch zufrieden." Angesprochen darauf, ob er die Chance für eine Koalition mit der CDU sieht, antwortet er: "Wir sind dialogbereit. Das sind wir auch jetzt. Die Sachsen wollen eine bürgerliche Regierung haben." Urban kündigte weiterhin eine "starke Oppositionsarbeit" an, die gut für Sachsen sei.

Kurz zuvor hatte Ministerpräsident Michael Kretschmer von der CDU eine Koalition mit der AfD erneut ausgeschlossen. Von der Landtagswahl gehe ein klares Signal aus: "Es ist möglich eine Regierung zu bilden mit positiven Kräften, die mit Kraft nach vorn geht", so Kretschmer.

+++ 18:24 Woidke: Polarisierung hat eine Rolle gespielt +++
Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke von der SPD äußert sich: "Mir war es wichtig, dass Brandenburg in guten Händen bleibt", sagt er in der ARD. Beim Wahlausgang habe auch eine Rolle gespielt, dass es eine Polarisierung gegeben habe. "Ich bin froh, dass das Gesicht Brandenburgs ein freundliches Gesicht bleibt", fügt er an. Zur schwierigen Regierungsbildung sagt er: "Es wird nicht einfach, aber ich glaube, dass wir alle gutberaten sind, jetzt schnell zusammenzufinden."

+++ 18:18 Kretschmer: "Das freundliche Sachsen hat gewonnen" +++
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer stellt sich nur kurz nach Bekanntgabe der ersten Prognosen den CDU-Anhängern. "Wir haben es geschafft", sagt er auf der Wahlparty in Dresden. Es sei eine Botschaft, die an diesem Tag von Sachsen an das ganze Land ausgehe: "Das freundliche Sachsen hat gewonnen." Diesmal gehe es wirklich um eine ganz besondere Wahl, fügt er an. "Die Menschen in Sachsen haben erkannt, dass es darauf ankommt, wer stärkste Partei wird, wer den Regierungsauftrag erhält." Es werde nun "darum gehen, eine stabile Regierung zu stellen", sagt er. Nun werde es Gespräche geben, die aber "nicht von heute auf morgen gehen" würden. Er schließt mit den Worten: "Das ist ein wirklich guter Tag für unser Land."

+++ 18:14 Vergleichsweise hohe Wahlbeteiligung in beiden Ländern +++
Die Wahlbeteiligung fiel in beiden Ländern deutlich höher aus als gewöhnlich. In Sachsen lag sie laut ARD bei 65 Prozent und damit deutlich höher als 2014 (49 Prozent). In Brandenburg lag die Wahlbeteiligung laut ARD bei 60,5 Prozent (2014: 47,9 Prozent).

+++ 18:10 Gauland: "Senftleben-CDU wurde abgestraft" +++
"Aber ja, wir sind nicht stärkste Kraft geworden. Dazu fehlt noch ein Stück, und insofern beginnt die Arbeit jetzt erst", sagt AfD-Chef Alexander Gauland in der ARD zum Wahlausgang in Brandenburg. Die "Senftleben-CDU wurde abgestraft", führt er mit Blick auf den Landeschef der Christdemokraten aus. Michael Kretschmer, Chef der CDU in Sachsen, habe dies mit seinem Kurs besser gemacht.

+++ 18:02 Die Wahllokale sind geschlossen - erste Prognosen +++
18 Uhr - und die Wahllokale haben geschlossen. Hier die ersten Prognosen:

Sachsen: Die CDU von Ministerpräsident Michael Kretschmer bleibt laut einer ARD-Prognose trotz Verlusten stärkste Kraft. Die Christdemokraten erreichen 32 Prozent der Stimmen. Die AfD kommt auf 27,5 Prozent, ihr bislang bestes Resultat bei einer Landtagswahl. Die bisher mit der CDU regierende SPD rutscht mit 8 Prozent auf ein Rekordtief bei einer Landtagswahl ab. Die Grünen erhalten 9, die Linken 10,5 Prozent. Die FDP muss mit 4,8 Prozent um den Einzug in den Dresdner Landtag zittern.

Brandenburg: Die seit fast 30 Jahren regierende SPD behauptet sich ersten ARD-Prognosen zufolge trotz Verlusten als stärkste Kraft. Mit 27,5 Prozent erzielt sie allerdings ihr bislang schlechtestes Ergebnis bei Landtagswahlen in dem Bundesland. Kräftig zulegen kann die AfD, die mit 22,5 Prozent zur zweitstärksten Partei wird. Die CDU landet mit Abstand auf Platz drei und kommt auf 15,5 Prozent. Die mit der SPD regierende Linke rutscht demnach auf 11 Prozent ab. Die Grünen legen auf 10 Prozent zu. Die FDP und die BVB/Freien Wähler müssen um den Einzug in den Potsdamer Landtag bangen.

+++ 17:32 Werte-Union feiert getrennt von der CDU in Dresden +++
Auch die Werte-Union feiert den Wahlabend. Allerdings getrennt von der CDU. Das lässt schon mal tief blicken. Stargast wird Hans-Georg Maaßen sein. Der hatte bereits am 25. August klargestellt: "Ich werde am kommenden Sonntag an der Wahkampfparty [sic!] der #WerteUnion in Dresden teilnehmen!"

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+++ 17:15 In Dresden gehen bereits mehr als 60 Prozent wählen +++
Noch ein Einzelwert zur Wahlbeteiligung: In Dresden geben - Stand 14 Uhr - mehr als 60 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Vor fünf Jahren waren es zum selben Zeitpunkt nur 38 Prozent.

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+++ 17:10 Die Landtagswahlen live bei n-tv +++
Weitere Infos und Interviews zu den Landtagswahlen gibt es auch im Livestream von n-tv:

+++ 16:59 Welche Koalitionen sind überhaupt möglich? +++
Fest steht jetzt schon: Die Mehrheiten in beiden Ländern werden sich verschieben. Die bisherigen Regierungen in Dresden und Potsdam dürften in dieser Form am Ende sein. Neue Koalitionen müssen her - und das kann mitunter schwierig werden. Mein Kollege Jürgen Wutschke hat aufgeschrieben, welche Optionen es gibt.

Mit den Koalitionsrechnern können Sie außerdem selbst nach neuen Mehrheiten suchen:

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+++ 16:38 Nur Landtagswahlen oder ein Politik-Beben? +++
Bevor es richtig losgeht, möchte ich Ihnen noch zwei weitere Texte ans Herz legen:

+++ 16:18 Sorben gehen in Brandenburg und Sachsen zur Wahl +++
Brandenburg und Sachsen sind auch die beiden Bundesländer, in denen die Minderheit der Sorben lebt. Die Spreewälderin Candy Hentschel kommt in sorbisch-wendischer Festtagstracht zum Wahllokal im brandenburgischen Burg:

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(Foto: dpa)

Im sächsischen Panschwitz-Kuckau wiederum sieht man die zweisprachige Beschriftung - Deutsch und Sorbisch. Schätzungen zufolge sprechen noch 20.000 bis 30.000 Menschen eine der beiden Varianten, Obersorbisch oder Niedersorbisch:

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(Foto: REUTERS)

+++ 16:10 Hier wählten die Ministerpräsidenten +++
Recht früh gewählt haben die amtierenden Ministerpräsidenten. Sachsens Landesvater Michael Kretschmer - hier mit seiner Partnerin Annett Hofmann - gab seine Stimme in seiner Heimatstadt Görlitz ab:

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(Foto: dpa)

Sein Brandenburger Kollege Dietmar Woidke stammt aus der Nähe von Forst und gab in der Stadt im Osten Brandenburgs seine Stimme ab, zusammen mit Frau Susanne und Tochter Luise:

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(Foto: dpa)

+++ 16:04 So berichtete n-tv.de aus Sachsen und Brandenburg +++
Zur Einstimmung ein paar Lesetipps: In den letzten Wochen sind etliche Texte aus Brandenburg und Sachsen entstanden, die versuchen, die Stimmung vor Ort einzufangen. Einen Überblick bietet diese Karte. Zjm Anzeigen der Texte gehen Sie bitte auf die entsprechenden Orte:

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+++ 15:55 Wahlbeteiligung höher als vor fünf Jahren +++
Seit 8 Uhr sind die Wahllokale geöffnet. Und die Wähler nutzen das. Bei beiden Urnengängen zeichnet sich eine deutlich höhere Beteiligung ab als bei den letzten Landtagswahlen. Das könnte am erwarteten knappen Ausgang, aber auch an der politischen Polarisierung liegen.

  • In Sachsen gaben bis 14.00 Uhr landesweit 35,1 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. 2014 waren es zum gleichen Zeitpunkt nur 23,1 Prozent.
  • In Brandenburg machten bis 14.00 Uhr etwa 31,3 Prozent von ihrem Stimmrecht Gebrauch, vor fünf Jahren lag der Wert zu diesem Zeitpunkt bei 22,4 Prozent.
  • Die Wahllokale sind noch bis 18.00 Uhr geöffnet.

+++ 15:47 Das sagen die letzten Umfragen +++
Hier gleich mal ein Überblick mit den letzten Umfrageergebnissen:

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+++ 15:30 Jetzt startet der Liveticker +++
Willkommen zum Liveticker zu den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen! Hier versorgen wir Sie mit aktuellen Meldungen, neuesten Zahlen und ersten Reaktionen aus den beiden Bundesländern. Und natürlich mit Reaktionen aus Potsdam, Dresden und dem Rest der Republik - denn wegen erwarteten sich verschiebenden Mehrheitsverhältnisse wird den Wahlen eine bundespolitische Bedeutung zugemessen.

Erste Prognosen werden um 18 Uhr nach Schließung der Wahllokale erwartet. Markus Lippold wünscht Ihnen einen spannenden Wahlabend.

Quelle: n-tv.de