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Sony führt, Nexus ist dicht dran Das sind die besten Smartphone-Kameras

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Sony hat im Z5 die aktuell beste Smartphone-Kamera verbaut.

(Foto: jwa)

Das Sony Xperia Z5 ist derzeit das Smartphone mit der besten Kamera. Samsung wurde entthront, ein neues Nexus-Handy mischt ganz oben mit. Wie lange das so bleibt, hängt auch vom iPhone 6s ab.

Die Kamera ist längst eines der wichtigsten Ausstattungsmerkmale eines Smartphones. Es gibt kaum Hersteller, die bei neuen Geräten nicht die Qualität der kleinen Foto-Knipser besonders hervorheben und kaum ein neues Flaggschiff wird vorgestellt, bei dem nicht die Kamera entscheidend besser sein soll als beim Vorgänger - das behaupten zumindest die Hersteller gerne. Was dran ist, wird regelmäßig von "DXO" getestet, die Ergebnisse der "DXOMark"-Tests gelten als verlässliche und objektive Quelle für die Bewertung der Qualität von Smartphone-Kameras.

Die laufend aktualisierte Bestenliste hat jetzt einen neuen Spitzenreiter, der das Samsung Galaxy S6 Edge vom Thron stößt: Das Sony Xperia Z5 hat demnach aktuell die beste Smartphone-Kamera. Sony hat sein neues Flaggschiff im Rahmen der Technikmesse IFA vorgestellt, zusammen mit dem superscharfen Phablet Z5 Premium und dem kleineren, aber ähnlich gut ausgestatteten Z5 Compact. Sony setzt im Z5 mit einem 23-Megapixel-Sensor auf besonders hohe Auflösung und einen schnellen Hybrid-Autofokus, der laut Hersteller nur 0,3 Sekunden zum Scharfstellen braucht.

Der neue Fokus kommt gut an: Den Testern gefielen beim Z5 vor allem der "beeindruckende" Autofokus, der akkurate Weißabgleich, gute Ergebnisse bei Aufnahmen mit Blitz sowie das geringe Bildrauschen bei Aufnahmen mit wenig Licht. Bei Videoaufnahmen heben die Tester die gute Bildstabilisierung und das Autofokus-Verhalten hervor. Das Z5 bekommt insgesamt 87 von 100 möglichen Punkten, das S6 Edge liegt mit 86 Punkten knapp dahinter.   

Große Pixel, große Wirkung

Ebenfalls neu im Ranking ist das Nexus 6P, das erste Smartphone, das Huawei für Google baut. Das größere der beiden neuen Nexus-Modelle kann mit 84 Punkten auf Anhieb den dritten Platz erobern. Herausragend ist beim Huawei-Nexus vor allem die Größe der einzelnen Pixel auf dem 12,3-Megapixel-Sensor. Ähnlich wie HTC mit den "Ultrapixeln" beim One (M7) setzen Google und Huawei nicht auf besonders viele Megapixel, sondern vergrößern stattdessen die Fläche der einzelnen Pixel auf dem Sensor. Die Idee dahinter: Größere Pixel fangen mehr Licht ein, was besonders bei wenig verfügbarem Licht zu besseren Aufnahmen mit weniger Bildrauschen und mehr Detailreichtum führt.

Der DXOMark-Test bescheinigt dem Nexus 6P tatsächlich "beeindruckenden" Detailreichtum bei Aufnahmen mit wenig Licht, demnach ist das Nexus 6P auf diesem Gebiet das mit Abstand beste der bisher getesteten Modelle. Außerdem loben die Tester den genauen und schnellen Autofokus sowie ausgewogene Belichtung und Weißabgleich. Das Galaxy S6 Edge kann als Zweitplatzierter mit den gleichen Qualitäten glänzen, hier heben die Tester zudem noch die Qualität von Aufnahmen mit Blitz hervor - bei wenig Licht weist das S6 Edge aber deutlicheres Bildrauschen auf.

Samsung ist aktuell mit drei Smartphones in den Top Ten des DXO-Rakings vertreten: Das Note 4 ist aktuell auf dem fünften Platz (83 Punkte), das Galaxy S5, vorgestellt im Februar 2014, immer noch auf Platz 10 (79 Punkte). Das LG G4 steht mit 83 Punkten auf Platz 4, das Motorola-Flaggschiff Moto X Style belegt mit ebenfalls 83 Punkten den sechsten Platz, gefolgt vom Sony Xperia Z3+ (82 Punkte).

Auf den ersten Blick überraschend ist das Fehlen von Apples Smartphones auf den vordersten Plätzen: Obwohl die iPhones regelmäßig für ihre guten Kameras gelobt werden, liegt das iPhone 6 Plus im DXOMark-Ranking nur noch auf Platz 8, das iPhone 6 gleich dahinter auf Platz 9 (beide 82 Punkte). Alle Geräte, die im Ranking weiter vorne liegen, sind 2015 erschienen - mit Ausnahme des Galaxy Note 4, das im September 2014 quasi parallel zum iPhone 6 vorgestellt wurde. Wie sich die neuen iPhones im DXOMark-Test schlagen, muss sich erst noch zeigen - erwartbar ist aber eine Platzierung auf den vorderen Rängen. Beim iPhone 6s und beim 6s Plus wurde zum ersten Mal seit dem iPhone 4s die Auflösung erhöht. Zuvor hatte Apple über vier Generationen an einem 8-Megapixel-Sensor festgehalten, während Android-Smartphones längst bei 12, 16 oder sogar 20 Megapixeln angekommen waren. Die 12 Megapixel der neuen iPhones wirken im Vergleich zum 23-Megapixel-Sensor des Xperia Z5 immer noch mickrig, doch allein die Auflösung sagt nur wenig über die Bildqualität aus.

Quelle: n-tv.de, jwa

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