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Was ändert sich 2019 … … bei Arbeit und Abgaben?

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Die Gesamthöhe der Sozialbeiträge bleibt auch im kommenden Jahr unter der 40-Prozent-Marke.

(Foto: imago/Eibner)

Die Zukunft bleibt ungewiss. So viel ist sicher. Abgesehen davon stehen aber auch im neuen Jahr viele Neuerungen und Gesetze an. Diese Änderungen aus den Bereichen Einkommen, Kindergeld, Lohnersatzleistungen und Sozialabgaben werden dann wichtig, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen informiert.

Arbeitslosenversicherung sinkt

Der Arbeitslosenversicherungsbeitrag wird zum 1. Januar von 3 auf 2,5 Prozent des Bruttoeinkommens gesenkt. Allerdings müssen Besserverdienende wegen der gestiegenen Beitragsbemessungsgrenzen von mehr Einkommen Beiträge in die Arbeitslosenversicherung zahlen. Per Gesetzesänderung wurde der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung dauerhaft um 0,4 Prozentpunkte gesenkt. Per Verordnung wurde eine Senkung um zusätzliche 0,1 Prozentpunkte bis Ende 2022 befristet. Den Beitrag tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur Hälfte, ab dem Jahreswechsel sind das 1,25 Prozent bis zur Beitragsbemessungsgrenze. 

Pflegeversicherung steigt

Der Beitragssatz der sozialen Pflegeversicherung zum 1. Januar steigt um 0,5 Prozentpunkte. Der Pflegeversicherungsbeitrag liegt dann bei 3,05 Prozent des Bruttoeinkommens. Davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils die Hälfte (1,525 Prozent bis zur Beitragsbemessungsgrenze, die 2019 bundeseinheitlich bei 54.450 Euro liegt). Beitragszahler ohne Kinder müssen durch den Kinderlosenzuschlag (0,25 Prozent) künftig den hälftigen Anteil von 3,3 Prozent zahlen.

Zusatzbeitrag für Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) wird geteilt

Während Arbeitgeber und Arbeitnehmer den allgemeinen Beitrag zur Krankenversicherung (14,6 Prozent des Bruttolohns) jeweils zur Hälfte tragen, hatten Arbeitnehmer den kassenindividuellen Zusatzbeitrag (durchschnittlich 1,0 Prozent) bis jetzt allein zu zahlen. Ab 1. Januar wird aber auch hier wieder das paritätische Prinzip Einzug halten und der Zusatzbeitrag zu gleichen Teilen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern beziehungsweise von Rentnern und der Rentenversicherung getragen. Dadurch zahlen Arbeitnehmer mit einem Einkommen von 3000 Euro monatlich etwa 15 Euro weniger, Rentner mit einer gesetzlichen Rente von 1200 Euro rund 6 Euro monatlich weniger. Der durchschnittliche Höhe des Zusatzbeitrags sinkt minimal von bisher 1,0 auf 0,9 Prozent. Die tatsächliche Höhe des Zusatzbeitrags legt jede Kasse abhängig von ihrer finanziellen Situation selbst fest.

Niedrigere Mindestbeiträge für Selbstständige in der GKV

Mit dem Versichertenentlastungsgesetz verringert sich der Mindestbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung ab dem 1. Januar auf rund 171 Euro im Monat. Ab dem Jahreswechsel sinkt die sogenannte Mindestbemessungsgrundlage auf 1038,33 Euro im Monat. Bisher haben Krankenkassen bei Kleinselbstständigen, unabhängig vom tatsächlichen Verdienst, ein fiktives Monatseinkommen von 2284 Euro angesetzt. Das bedeutete eine monatliche Belastung von 340 Euro, welche der Versicherte allein stemmen musste.

Mindestlohn

Der gesetzliche Mindestlohn steigt ab 1. Januar von derzeit 8,84 auf 9,19 Euro pro Stunde. In einer zweiten Stufe folgt im Jahr 2020 eine Anhebung auf 9,35 Euro. Bereits seit 2018 gilt der gesetzliche Mindestlohn ausnahmslos in allen Branchen. Bis auf wenige Sonderfälle gilt das Lohn-Minimum somit für alle volljährigen Arbeitnehmer in Deutschland, also etwa auch für Rentner, Minijobber oder Saisonarbeiter. Soll das Arbeitsverhältnis nicht sozialversicherungspflichtig werden, darf die Verdienstgrenze von 450 Euro im Monat nicht überschritten werden.

Für Langzeitarbeitslose gilt der Mindestlohn für die ersten sechs Monaten, in denen sie wieder arbeiten, nicht.

Kindergeld steigt

Das Kindergeld erhöht sich ab 1. Juli um 10 Euro. Für das erste und zweite Kind gibt es dann 204 Euro, für ein drittes Kind 210 und für das vierte und jedes weitere Kind 235 Euro.

Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld II wird erhöht

Die Unterstützungsleistungen für Sozialhilfe- oder Arbeitslosengeld II-Bezieher steigen auf 424 Euro für Erwachsene. Alleinstehende erhalten somit monatlich 8 Euro mehr.

Ab dem 1. Januar werden nachfolgende Leistungssätze gezahlt:

  • Alleinstehend / Alleinerziehend 424 Euro  Regelbedarfsstufe 1
  • Paare je Partner / Bedarfsgemeinschaften 382 Euro  Regelbedarfsstufe 2
  • Erwachsene Behinderte in stationären Einrichtungen 339 Euro Regelbedarfsstufe 3
  • nicht-erwerbstätige Erwachsene unter 25 Jahre im Haushalt der Eltern 339 Euro  Regelbedarfsstufe 3
  • Jugendliche von 14 bis unter 18 Jahren 322 Euro  Regelbedarfsstufe 4
  • Kinder von 6 bis unter 14 Jahren 302 Euro  Regelbedarfsstufe 5
  • Kinder unter 6 Jahre 245 Euro  Regelbedarfsstufe 6

Unterhalt für Trennungskinder steigt

Getrennt lebende Väter oder Mütter müssen ihren Kindern zum neuen Jahr mehr Unterhalt zahlen. Das ergibt sich aus der neuen Düsseldorfer Tabelle, an der sich die Familiengerichte bei der Festsetzung des Unterhalts orientieren. 

Der Mindestunterhalt minderjähriger Kinder beträgt dann ab dem 1. Januar bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres (1. Altersstufe) 354 statt bisher 348 Euro, für die Zeit vom 7. bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres (2. Altersstufe) 406 statt bisher 399 Euro und für die Zeit vom 13. Lebensjahr bis zur Volljährigkeit (3. Altersstufe) 476 statt bisher 467 Euro monatlich. Das Kindergeld ist bei minderjährigen Kindern in der Regel zur Hälfte auf den Unterhaltsbedarf anzurechnen.

Quelle: n-tv.de, awi

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